23.12.2016, 13.08 Uhr

"Drei Haselnüsse für Aschenbrödel" 2016: "Aschenbrödel" im Interview: Dieses Geheimnis lüftet Libuse Safránková

Weihnachten ohne "Drei Haselnüsse für Aschenbrödel" ist unvorstellbar. Bild: dpa

"Aschenbrödel"-Darstellerin Libuse Safránková war erst nicht begeistert vom Rollenangebot. Sie probte gerade an einem Prager Theater. Aber der Regisseur riet ihr zu, erzählte sie der Deutschen Presse-Agentur:

Welche Bedeutung hat dieser Film für Sie?

Es war einer von vielen Filmen, die in dieser Zeit gedreht wurden. Ich hatte gerade die Dreharbeiten zu "Babicka" hinter mir. Autor František Pavlícek, der auch "Drei Haselnüsse für Aschenbrödel" geschrieben hat, lud mich dafür zum Casting ein. Als ich diese wunderschöne Gelegenheit bekommen habe, probte ich gerade die Sonja in Tschechows "Onkel Wanja" im Cinoherní klub Theater. Um aufrichtig zu sein, hatte ich keine Lust, von der Arbeit weg zu gehen. Ich habe den Regisseur gefragt, was ich machen soll. Er warf einen Blick auf die Bühne und sagte: "Schau mal, du bist eigentlich die Letzte in diesem Theater, die noch drehen kann. Nimm deinen Mut zusammen und fahre!" Und so bin ich gefahren. Am Tag tummelte ich mich auf den wunderhübschen verschneiten deutschen Ebenen oder wusch die Wäsche im Böhmerwald, abends habe ich in Prag Theater gespielt.

Woran erinnern Sie sich besonders gern?

Armbrustschießen. Dazu kam ich wie die Jungfrau zum Kind. Ich spannte, zielte, drückte das Auge zu, aber den Zapfen traf ein anderer Schütze. Erst viel später wurde mir eine Rolle angeboten, in der ich tatsächlich schießen gelernt habe. Es hat mir wirklich großen Spaß gemacht. Zu meiner Überraschung habe ich gleich beim ersten Mal mehrmals ins Schwarze getroffen. Die Zielscheibe bewahre ich bis heute im Schrank auf.

Gehört "Drei Haselnüsse für Aschenbrödel" auch in Ihrer Familie zum Feiertagsprogramm?

Wir sind eine große Familie und diese christlichen Feiertage feiern wir seit Jahren traditionell. Ich wurde so aufgezogen. Mein Vater war Organist und Regens Chori in der Mariä Himmelfahrt Kirche in meinem Heimatland Mähren. Der Fernseher wird am Heiligen Abend nicht eingeschaltet, das haben auch meine Märchen nicht geändert.

Wie erklären Sie sich den Erfolg dieser Produktion über Jahrzehnte hinweg?

Es war eine glückliche Konstellation. Alle Berufe, die sich bei den Dreharbeiten getroffen hatten, waren in bester Kondition: Regisseur, Kameramann, Schauspielerbesetzung, einfach der ganze Stab. Schließlich der Schnee, er hat dem Märchen seine Reinheit gegeben. In jedem alten Märchen sind eigentlich die Anleitung zum mystischen Weg und der Schlüssel zur geistlichen Entwicklung. Die Kinderseele kann es wahrscheinlich auf eine bestimmte Weise herausfühlen und mit sich bis ins Erwachsenenalter mitnehmen.

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bua/kad/news.de/dpa

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