01.10.2016, 06.00 Uhr

ZDFKultur und EinsPlus verabschieden sich: Hallo FUNK! Das steckt hinter dem neuen "Jugend"-Programm

Für die digitalen Spartensender EinsPlus und ZDFkultur war am 1. Oktober 2016 Schluss: Die öffentlich-rechtlichen Sender verschwinden vom Bildschirm und machen Platz für ein neues multimediales Angebot, das den Namen "funk" trägt. An wen sich "funk" richtet, wie es zu empfangen ist und was gesendet wird, erfahren Sie hier.

Die Digitalsender EinsPlus und ZDFkultur machen ab dem 1. Oktober Platz für das neue Angebot namens "funk", das Zuschauer zwischen 14 und 29 Jahren an die Öffentlich-Rechtlichen binden soll. Bild: picture alliance / dpa / Christian Charisius

In der Nacht zum 1. Oktober wurden bei den digitalen Sendern EinsPlus und ZDFkultur die Stecker gezogen: Die beiden Spartenprogramme der Öffentlich-Rechtlichen verschwinden von der Bildfläche. Als Ersatz steht ein neues multimediales Angebot in den Startlöchern, das Informationen von ARD und ZDF zufolge den Namen "funk" tragen wird. Bislang firmierte das neue Format noch unter dem Arbeitstitel "Junges Angebot". Doch im TV-Programm werden Zuschauer ab dem Sendebeginn am 1. Oktober 2016 vergeblich nach "funk" suchen: Das neue Angebot, das sich an die Zielgruppe der 14- bis 29-Jährigen richtet, ist exklusiv online abrufbar und hat mit dem herkömmlichen linearen TV-Angebot wenig gemein.

"funk" ab 1. Oktober 2016 auf Sendung: So empfangen Sie das neue Angebot von ARD und ZDF

Der Schwerpunkt von "funk" soll nämlich auf Onlineangeboten wie beispielsweise Webvideos liegen. Deshalb ist "funk" auch nur online abrufbar - entweder per Computer oder via App auf Smartphone und Tablet sowie über Social-Media-Kanäle wie Instagram, YouTube und Facebook. Die Macher von "funk" legen die inhaltlichen Schwerpunkte für das junge Zielpublikum auf Information, Orientierung und Unterhaltung - klassische Genres sind in diesem Format nicht mehr zeitgemäß. Begleitend zum Programmangebot soll eine Community im weltweiten Netz entstehen.

Apropos App: Die offizielle Anwendung zu "funk" ist bereits als Beta-Version im App-Store eingepflegt. Mit der App haben Nutzer laut Beschreibung Zugriff auf "neue und alte Serien, spannende Geschichten und Infos".

"funk" neu bei ARD und ZDF: Das sagen die Programm-Macher des "Jungen Angebots"

Für den Start von "funk" am 1. Oktober 2016 sind 30 neue Formate eingeplant. Neben eigenproduzierten Serien sollen auch gekaufte Serien im Programmpaket enthalten sein."Es sind komplett neue Formate, es ist nicht so, dass wir bei ARD und ZDF alles, was jung ist, in eine Mediathek reinpappen", erläuterte Programm-Geschäftsführer Florian Hager im Vorfeld. ZDF-Intendant Thomas Bellut ergänzte, mit dem neu startenden Angebot sollen "wir unsere Inhalte dorthin (bringen), wo die jungen Menschen medial unterwegs sind."Für das ZDF schließe es die Lücke zwischen dem Kinderkanal Kika und ZDFneo. "Es ist außerdem deshalb für uns wichtig, weil wir dort völlig unabhängig vom linearen Fernsehen agieren können." Nach Ansicht von SWR-Intendant Peter Boudgoust ist das neue Online-Angebot "auch so etwas wie die Zukunft des öffentlich-rechtlichen Journalismus".Für die ARD-Vorsitzende Karola Wille bietet "funk" die Chance, vieles Neue und Spannende auszuprobieren. Die Inhalte würden gemeinsam mit den Nutzern entwickelt. "Zusammen mit dem ZDF werden wir unsere Innovationskraft unter Beweis stellen."

Auf dem Weg zu "funk": So entstand das neue Jugend-Format

Nach jahrelangen Diskussionen hatten sich die Länder 2015 auf das Digitalangebot geeinigt, dafür werden die Digitalkanäle EinsPlus und ZDFkultur eingestellt. Die ARD-Sender wenden sich bereits mit "crossmedialen" Angeboten über Video, Audio und in sozialen Netzwerken speziell an die Jugend - Beispiel "Das Ding" im SWR oder "Bremen Next". Mit "funk" öffnet sich für ARD und ZDF somit ein weites Experimentierfeld.

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