21.03.2014, 16.21 Uhr

Ottfried Fischer: Das Leben nach Otti Fischers TV-Tod

Elf Jahre als Pfarrer Braun sind genug: Ottfried Fischer hat seine Fernsehkarriere mit dem Tod des Kult-Pastors beendet. Und auch wenn Fischer damit von der TV-Bühne abgetreten ist, mit dem Kabarett hat er noch eine Rechnung offen.

Abschied von der TV-Rolle "Pfarrer Braun": Ottfried Fischer Bild: ARD Degeto/Bernd Schuller

Das Ende hat er wahrhaft grandios zelebriert: Inmitten seiner schwarz berockten Brüder im Geiste brach Pfarrer Guido Braun in der letzten Folge "Brauns Heimkehr" am Donnerstagabend zusammen - und segnete das Zeitliche. Mit dem Tod des TV-Schwergewichts hat auch die Fernsehkarriere von Ottfried Fischer (60, "Der Bulle von Tölz") ein umtrauertes Ende. Nach elf Jahren als Pfarrer Braun zieht sich der beliebte Schauspieler und Kabarettist vom Bildschirm zurück.

Es war ein erzwungener Abschied. Fischer ist seit Jahren schwer krank, "Kollege Parkinson" nennt er selbstironisch sein Leiden, das er 2008 publik gemacht hat. "Das Fernsehen zieht sich von mir zurück", so umschrieb der scharfzüngige "Otti" die Konsequenzen, die sich aus seinem unheilbaren Gebrechen ergaben. Die Dreharbeiten zur Pfarrer Braun-Serie seien immer beschwerlicher gewesen.

Die Anfänge von "Pfarrer Braun" können Sie hier bestellen

In der Abschiedsfolge erlebte das Publikum den tragischen Live-Mitschnitt vom Auftritt eines Schwerkranken, den der Berliner Tagesspiegel" wie folgt beschreibt: "Durch seine Krankheit fällt ihm das Sprechen schwerer. Es ist ein zwiespältiges Gefühl, dem länger zuzuschauen. Schleppender Gang, starre Gesichtszüge. Man möchte nicht unbedingt sehen, wie ein erfahrener Mime es auf höchstens zwei Gesichtsausdrücke bringt, kaum fünf Schritte am Stück gehen kann."

VIDEO:
Video: spot on news

Dennoch scheint Ottfried Fischer der gespielte Umgang mit dem Tod Vergnügen zu bereiten, wie seine hellwachen Augen verraten. Als der Fernseharzt dem Patienten Braun sagte "Keine Zweifel, Sie sind auf Ihrer letzten Reise zum Herrgott", antwortete der Gottesdiener in unvergleichlicher Fischer-Manier: "Das braucht keinem leidtun. Die letzte Reise kann niemand stornieren."

Sein Abschied von der Paraderolle gipfelte in dem wunderbaren, völlig kitschfreien Satz: "Ich bin gerade dabei, die irdische Hülle abzulegen, und das ist eine Sauarbeit bei mir, das können Sie sich vorstellen." Der Kölner "Express" zitiert ein abschließendes Fischerwort: "Wenn ihr auch mich nicht mehr seht, betet um Gnade des Herrn - und der wird alle dritten Programme mit Braun bestücken."

Er wird sich nicht völlig zurückziehen und sich nicht von seiner Krankheit das ganze Leben diktieren lassen: "Solange ich meine Infusion genießen kann - und die ist eine Flasche Weißbier, denn die mag ich - geht's mir eigentlich ganz gut." Und auf der Kabarettbühne geht es eh weiter - mit seinen neuen Soloprogramm "Jetzt noch langsamer".

spot on news

Empfehlungen für den news.de-Leser