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Von news.de-Redakteur Ullrich Kroemer - 06.01.2014, 09.43 Uhr

Kommissarin erdrosselt: War der Kölner Psycho-«Tatort» zu brutal?

Beklemmendes Knast-Drama ohne Happy-End: So düster wie der gestrige Spät-«Tatort» war ein Sonntagabend-Krimi selten. Bei den Zuschauern kam der Thriller hervorragend an. Sollten also künftig mehr «Tatort»-Folgen erst um 22 Uhr zu sehen sein?

Mord-Ermittlung im Knast: Ballauf (Mitte) und Schenk (rechts) hatten im Kölner «Tatort» diesmal nur Nebenrollen. Bild: tatort/ard.de

Das gabs noch nie in 43 Jahren Tatort. Am Sonntagabend flimmerten gleich zwei aktuelle «Tatort»-Folgen in die Wohnzimmer. Wie gewohnt ab 20.15 Uhr ermittelte Joachim Król in «Eskimo» als schräger Frankfurter Kommissar Frank Steier.

Die zweite Folge «Franziska» aus Köln war so düster und beklemmend, dass der Psycho-Krimi erst ab 22 Uhr gesendet werden durfte.

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Doch wie brutal war das Knast-Entführungs-Drama tatsächlich?

Der letzte Fall der Kölner Kripo-Assistentin Franziska Lüttgenjohann (Tessa Mittelstaedt) ging ganz gemächlich los. «Hat schon jemand eine Ahnung, warum der Kölner #tatort nun unbedingt erst 22 Uhr ausgestrahlt werden durfte?», twitterte Tatort-Kollege Jan-Josef Liefers. Und: «Warum stichelt die Geisel den Geiselnehmer dauernd so auf?»

Doch das Ende hatte es dann in sich, als Geiselnehmer und Mörder Daniel Kehl (Hinnerk Schönemann) die Schlinge immer fester um den Hals seines Opfers zog und sich der Kabelbinder in die Haut schnitt. «Die ganze Nacht hallte dieser bekloppte, brutale #Tatort durch meine Träume. Dabei habe ich nur die letzten 20 Minuten gesehen», schreibt ein Zuschauer bei Twitter.

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«Ich habe Rotz und Wasser geheult»

Auch auf Facebook kommentierten Hunderte Zuschauer das Kölner Knast-Drama: «Da wünscht man sich seit zig Jahren, dass ein Film endlich mal anders ausgeht, als man es erwartet - die Guten überleben, die Bösen sterben oder werden geschnappt. Dann ist es endlich mal soweit, die Gute stirbt tatsächlich - und man sitzt fassungslos davor und will es nicht wahr haben.»

«So ein Ende hat Franziska nicht verdient. Habe grad ungelogen Rotz und Wasser geheult», postet eine andere Zuschauerin. Ein anderer Fan schreibt: «Einer der besten Tatorte, die ich bisher gesehen habe.»

«Tatort» auf 22 Uhr verlegen?

Der «Tatort» war keinesfalls zu brutal, sondern genauso dicht und düster, wie sich das die Zuschauer wünschen. Vielleicht sollte man einige der Sonntagabend-Klassiker generell auf 22 Uhr verlegen, um realistischer und packender erzählen zu können? Ausgewählte Spät-«Tatorte» wären mit Sicherheit ein Quotenrenner.

«Die internationale Tendenz, sich eher mehr mit Gewalt darzustellen, wird den Anspruch, den Tatort so zu inszenieren, dass er um 20.15 Uhr ausgestrahlt werden kann, in Zukunft eher schwerer umsetzen lassen», schreibt WDR-Fernsehfilmchef und «Tatort»-Koordinator Gebhard Henke im ARD-Presseheft. Gut möglich also, dass «Franziska» nicht der einzige Spät-«Tatort» bleibt.

Übrigens: Auch Jan-Josef Liefers hatte noch ein sparsames Lob für den «Tatort» seiner Kollegen übrig. «Konsequent war die Ausstiegsgeschichte!»

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iwi/news.de/dpa

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