Von news.de-Redakteur - 04.09.2012, 23.31 Uhr

«Goodbye Deutschland»: Esther strippt, um zu überleben

Das Auswandern im TV sieht meist kinderleicht aus. Sachen packen, Geld einstecken und einfach weg - wie bei der Vox-Doku-Soap Goodbye Deutschland! - Die Auswanderer. Doch es gibt auch böse Gegenbeispiele - wie das Schicksal von Stripperin Esther.

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Manchmal zerplatzt der Traum vom Auswandern, der im TV etwa bei Konny Reimann und der Millionärsfamilie Geiss schön und unkompliziert aussieht, schneller als gedacht. So wie bei Esther Clingerman, deren bewegende Geschichte in der aktuellen Folge der Vox-Doku-Soap Goodbye Deutschland! - Die Auswanderer zu sehen war. Die 35-Jährige lebt seit mehr als elf Jahren in den USA.

2001 heiratete sie mit 24 Jahren einen US-Soldaten und wanderte, wie so viele vor ihr, der Liebe wegen aus. Doch die Ehe hielt nicht. Esther verließ ihren Mann nach zehn gemeinsamen Jahren und lebt seit 2010 in Las Vegas. Doch auch dort läuft es nicht rund für die Auswanderin. Sie verliert ihren Bürojob, weil sie drei Tage krank ist und stürzt sich in eine Beziehung mit einem Alkoholiker, die sie allerdings beenden kann.

Um dennoch mehr oder minder pünktlich ihre Miete und sonstige Rechnungen zahlen zu können, tanzt die 35-Jährige in einem Stripclub. Esther muss strippen, um zu überleben. 1300 Euro muss sie monatlich mit ihrem Table-Dance verdienen, um alle Fixkosten decken zu können.

Viel mehr als das Trinkgeld der Männer, für die sie sich auszieht, bleibt ihr nicht. An manchen Tagen, wenn die Touristen ausbleiben, verdient sie gar nichts. Esther sehnt sich nach einem richtigen Job und nach einer richtigen Wohnung. Im Moment haust sie in einem mehr als schäbigen Wohncontainer ohne Heizung und Klimaanlage. Jedes Mal, wenn sie die Tür des Containers öffnet, weht es ihr den Wüstensand in ihr Zuhause.

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zurück Weiter Konny Reimann (Foto) Foto: VOX/Dagmar Vetter Kamera

Sie will ihr Leben endlich umkrempeln: «Sobald ich nach Hause komme, muss ich erst einmal duschen. Den Schmutz abwaschen!», sagt sie mit verzweifeltem Blick in die Kamera. «Karriere, Familie, Kinder. So war meine Vorstellung. Manchmal kommt es halt anders.» Momentan tanzt sie für umgerechnet 25 Euro auf dem Schoß eines Mannes.

«Da ist ein Schalter im Kopf, den legst du um. Dann bin ich Seven, wenn ich wieder raus gehe, bin ich wieder Esther. Das ist nicht mein Berufswunsch Nummer eins.» Dass sie sich vor jeder Nummer mit drei Gläsern White Russian betäubt, nimmt sie dabei in Kauf. In ihrer Heimat besuchte sie eine katholische Schule und wollte Pferdetrainerin werden. Daran ist in den USA nicht mehr zu denken. Ihr Traum vom kinderleichten Auswandern ist gescheitert. Esther trinkt, ist allein und zieht sich aus.

Doch ans Aufgeben denkt sie keineswegs. Stattdessen findet sie ein sauberes, neues Appartement, in das sie zieht und einen neuen Mann gibt es auch in ihrem Leben. Ein Unternehmer aus New York hat ihr Herz erobert - den hat sie übrigens im Stripclub kennen gelernt.

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kls/news.de

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