21.04.2021, 00.10 Uhr

"45 Min" vom Dienstag bei 3sat: Wiederholung der Dokureihe im TV und online

Am Dienstag (20.4.2021) gab es die Dokureihe "45 Min" im TV. Alle Informationen zur Wiederholung online in der Mediathek und im TV erfahren Sie hier bei news.de.

45 Min bei 3sat Bild: 3sat, übermittelt durch FUNKE Programmzeitschriften

Am Dienstag (20.4.2021) wurde um 22:55 Uhr "45 Min" im TV gezeigt. Wenn Sie die Dokureihe bei 3sat nicht sehen konnten, die Episode 342 dennoch sehen wollen: Werfen Sie doch mal einen Blick in die 3sat-Mediathek. Dort finden Sie zahlreiche TV-Beiträge nach der Ausstrahlung online als Video on Demand zum streamen. In der Regel finden Sie die Sendung nach der TV-Ausstrahlung in der Mediathek vor. Leider gilt das nicht für alle Sendungen. Eine Wiederholung bei 3sat im linearen TV wird es in nächster Zeit leider nicht geben.

"45 Min" im TV: Darum geht es in der Dokureihe

Mehr als 1,5 Millionen Flüchtlinge aus Kriegs- und Krisengebieten sind seit 2015 nach Deutschland gekommen. Wie werden die Flüchtlinge beraten, geschult und ausgebildet? Möglichst viele Flüchtlinge in die Lebens- und Arbeitswelt zu integrieren, ist eine große Herausforderung für die Politik und die Behörden. Wie erfolgreich ist die Vermittlung in den Arbeitsmarkt? Wie viele Milliarden Steuergeld kostet das? Und werden diese riesigen Summen sinnvoll eingesetzt? Im Zentrum all dieser Fragen steht die Bundesagentur für Arbeit mit ihren regionalen Jobcentern. An den Fortbildungsmaßnahmen sind aber auch die vielen, meist privaten Bildungsträger beteiligt, die zahlreiche Kurse für Flüchtlinge entwickeln und anbieten - und dafür jährlich Milliarden Euro von der Bundesagentur für Arbeit kassieren. Doch die Recherchen zu all diesen Fragen sind schwierig. So verweigerten fast alle Jobcenter und Bildungsträger, die für diese Dokumentation angefragt wurden, die Dreharbeiten. Auch Fragen zu Kosten, zu Inhalten der Kurse oder zu den eventuellen Erfolgen der Maßnahmen wurden zumeist nicht beantwortet. Häufige Begründung: Das Thema sei zu "sensibel", könne zu "polarisierend" sein. Gesprächsbereit waren einige Teilnehmerinnen und Teilnehmer dieser Angebote: So schildert eine eigentlich dringend benötigte Hebamme, wie sie in Kursen für 10 000 Euro zu einer sogenannten Integrationsmanagerin umgeschult wurde. Ein 64-jähriger Flüchtling musste für viel Geld einen Kurs für "Bewerbungstraining" absolvieren. Ehemalige Ärzte werden gemeinsam mit Analphabeten in "Logistikkurse" geschickt. Jeder Bildungsträger bietet eigene Kurse an und benötigt für sein lukratives Geschäft ein Zertifikat. Dies wird erteilt durch Dekra, TÜV & Co.Doch die prüfen häufig lediglich Papiere, Raumgröße und Brandschutz der Einrichtungen, aber nur sehr selten die Seriosität der Anbieter oder die Sinnhaftigkeit all dieser Angebote. Die irritierende Folge: Es werden Berufsfelder angeboten, für die es auf dem Arbeitsmarkt keinen Bedarf gibt. Ein Experte dieser Branche kommt zu der vernichtenden Erkenntnis: "Berufe wie Integrationsmanager sind Eigenentwicklungen der Bildungsträger. Sie können das Ganze auch Kaiser von China nennen." Doch das Geschäftsmodell funktioniert. Jährlich vergibt die Bundesagentur für Arbeit mehrere Milliarden - auch an solche Bildungsträger mit fragwürdigen Angeboten. Die Dokumentation zeigt aber auch sinnvolle Maßnahmen. So werden beispielsweise im Universitätskrankenhaus in Hamburg-Eppendorf Qualifizierungskurse für dringend benötigte Krankenschwestern angeboten. Der Erfolg ist messbar. Doch Geld vom Jobcenter erhält das UKE nicht. Denn diese Kurse sind nicht zertifiziert. Die Bilanz fünf Jahre nach dem berühmten Merkel-Satz "Wir schaffen das" ist nicht eindeutig. Denn neben den zweifellos vielen Erfolgsgeschichten gibt es auch viele Maßnahmen, deren Sinnhaftigkeit zu Recht kritisiert werden müssen. (Quelle: 3sat, übermittelt durch FUNKE Programmzeitschriften)

"45 Min" im TV: Alle Infos auf einen Blick

Folge: 342

Bei: 3sat

Produktionsjahr: 2020

Länge: 45 Minuten

In HD: Ja

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roj/news.de

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