09.08.2020, 16.52 Uhr

Formel 1 70. Jubiläums-GP in Silverstone 2020: Erneutes Debakel für Vettel - scharfe Kritik via Boxenfunk

Zum fünften Rennen der aktuellen Formel-1-Saison macht der Motorsportzirkus vom 07. bis 09. August 2020 Station in Großbritannien. Alles, was F1-Fans zum Jubiläums-GP in Silverstone wissen müssen, gibt's hier inklusive Ergebnissen aus Training, Qualifying und Rennen nachzulesen.

Im vierten Rennen der aktuellen Formel-1-Saison wird am ersten August-Wochenende 2020 in Silverstone um den Großen Preis von Großbritannien gefahren. Bild: Martin Rickett / PA Wire / picture alliance / dpa

Das Rennen um die Formel-1-Krone der Saison 2020 geht munter weiter: Am zweiten August-Wochenende macht der Formel-1-Zirkus Station in Silverstone, denn der Jubiläums-Grand-Prix zum 70. Jahrestag der Formel 1 steht an. Der Große Preis von Großbritannien, der mit den ersten freien Trainings am Freitag, dem 07.08.2020 beginnt und seinen krönenden Abschluss beim Rennen am Sonntag, dem 09.08.2020 findet, ist das mittlerweile fünfte Rennen der aktuellen Saison.

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Formel 1 aktuell: Alle Ergebnisse der Saison 2020 im Überblick

Alles, was Motorsportfans zu den Rennen der Formel-1-Saison 2020 wissen müssen, erfahren Sie mit Grand-Prix-Informationen, Vorberichten und Ergebnissen hier im Überblick. Übrigens: Wie Sie das Formel-1-Spektakel beim 70. Jubiläums-Grand Prix in Silverstone in TV und Live-Stream erleben können, erfahren Sie hier.

Formel 1 in Silverstone: Großer Preis von Großbritannien mit Zeitplan

Datum Beginn (MESZ) Durchlauf
Freitag, 07.08.2020 12.00 Uhr 1. freies Training
Freitag, 07.08.2020 16.00 Uhr 2. freies Training
Samstag, 08.08.2020 12.00 Uhr 3. freies Training
Samstag, 08.08.2020 15.00 Uhr Qualifying
Sonntag, 09.08.2020 15.10 Uhr Rennen

Grand Prix zum 70. Jubiläum der Formel 1 in Silverstone: Alle Ergebnisse und Infos auf einen Blick

Wie sich die Formel-1-Piloten beim fünften Rennen der Saison zum Grand Prix anlässlich des 70. Jubiläums der Formel 1 in Silverstone (Großbritannien) schlugen, erfahren Sie im Folgenden in der Zusammenfassung zum Renngeschehen.

Heidfeld über Vettels Ferrari-Aus: Sollte "Segen für Sebastian sein"

Der frühere Formel-1-Pilot Nick Heidfeld (43) bewertet das Aus von Sebastian Vettel bei Ferrari zum Jahresende als Befreiung für den viermaligen Weltmeister. Auf die Frage, ob es am Ende ein Segen für Vettel sei, dass sein Vertrag nicht verlängert wurde, antwortete Heidfeld im Interview der "Bild am Sonntag": "Ich glaube schon. Zum einen könnte dies sportlich der Fall sein, wenn sein zukünftiges Team bessere Resultate einfährt als Ferrari. Zum anderen sollte es ein Segen für Sebastian sein, nicht den ganzen Druck und von den Medien eine große Mitschuld für die nicht ausreichende Performance von Ferrari aufgebürdet zu bekommen. Er wird wieder frei atmen und einen erfrischenden Neuanfang starten können."

Vettel (33) muss Ferrari zum Saisonende nach dann sechs gemeinsamen Jahren verlassen. Der Hesse wird für die kommende Saison mit Racing Point, dem künftigen Werksteam Aston Martin, in Verbindung gebracht. Heidfeld fuhr von 2000 bis 2011 selbst in der Formel 1, aktuell arbeitet er unter anderem als TV-Experte für Sky.

Darauf muss man beim Jubiläums-Grand-Prix der Formel 1 achten

Die Formel 1 gastiert erneut in Silverstone. Beim fünften Saisonrennen am Sonntag wäre alles andere als ein Erfolg für einen der beiden Mercedes-Piloten eine dicke Überraschung. Ein Deutscher könnte in England indes erneut verblüffen - dabei handelt es sich aber nicht um den viermaligen Weltmeister Sebastian Vettel.

NICO HÜLKENBERG: Zum zweiten Mal ersetzt der Rheinländer Corona-Fall Sergio Perez und startet plötzlich von Rang drei. Der Racing-Point-Pilot darf sich angetrieben vom starken Mercedes-Motor sogar Hoffnungen auf sein erstes Karriere-Podium nach 177 vergeblichen Anläufen machen. "Ich bin nur Gast, deshalb sind die Erwartungen andere", meinte der 32-Jährige zurückhaltend, der Ende vergangenen Jahres kein Cockpit bekommen hatte. "Für mich geht es darum, ein gutes Rennen abzuliefern und Punkte zu holen." Im Nacken hat Hülkenberg in der Startaufstellung aber gleich den aggressiven Red-Bull-Piloten Max Verstappen.

SEBASTIAN VETTEL: Der Verfall von Ferrari in dieser Saison ist erstaunlich. Dass Charles Leclerc in der Qualifikation nur Achter wurde und Vettel als Elfter in den Grand Prix startet, ist für die Scuderia eine Schmach. Der viermalige Weltmeister versucht in seiner Ferrari-Abschiedssaison und dem Sturz in die Formel-1-Bedeutungslosigkeit irgendwie Haltung zu bewahren. "Es wird schwer um Punkte zu kämpfen im Rennen, aber ich werde mein Bestes tun", beteuerte er und ergänzte: "Wir sind einfach nicht schnell genug." Immerhin darf Vettel frei über seine Reifen für den Rennstart entscheiden, nachdem er auf der weichsten Reifenmischung in der zweiten K.o.-Runde ausgeschieden war.

DAS MERCEDES-DUO: Valtteri Bottas schnappte sich kurz nach seiner Vertragsverlängerung bis 2021 die Pole Position, es ist die 13. seiner Karriere. Den Traum vom WM-Titel gibt der Finne nicht auf, allerdings rast sein Mercedes-Teamkollege Lewis Hamilton seinem siebten Championat entgegen. Aus der Startaufstellung fährt der Brite nur als Zweiter los, eine Woche nach seinem ersten Sieg-Streich in Silverstone will er aber den zweiten folgen lassen. Es würde Hamiltons Wochenende abrunden, an dem die Formel 1 auf 70 Jahre Grand-Prix-Geschichte zurückblickt.

DIE REIFEN: Am vergangenen Wochenende platzten gleich mehrere linke Vorderreifen. Exklusivausstatter Pirelli war alarmiert und untersuchte die Schäden. An diesem Wochenende kommen sogar weichere Reifenmischungen zum Einsatz, allerdings wurde zur Entlastung eine Erhöhung des Luftdrucks vorgeschrieben. Außerdem rät Pirelli von einer Ein-Stopp-Strategie und nicht zuletzt einem übertriebenen Einsatz der weichsten Gummis, die sehr schnell abbauen, ab. Stattdessen empfehlen die Italiener über die 52 Runden zwei Reifenwechsel und das Aufziehen der beiden härteren Mischungen.

+++ 09.08.2020:Verstappen feiert ersten Saisonsieg - Erneutes Debakel für Vettel +++

 

Max Verstappen hat die Siegesserie von Mercedes in der Formel-1-Notsaison vorerst beendet. Der 22 Jahre alte Niederländer gewann am Sonntag in Silverstone den Großen Preis zum 70. Jubiläum der Motorsport-Königsklasse. Verstappen verwies bei seinem neunten Grand-Prix-Erfolg im Red Bull Sechsfach-Weltmeister Lewis Hamilton und dessen Teamkollegen Valtteri Bottas im zweiten Silberpfeil auf die Plätze zwei und drei.

Nico Hülkenberg wurde bei seinem ersten Renneinsatz für Racing Point Siebter und verpasste damit von Startrang drei aus auch im 178. Versuch einen Podiumsplatz. Der 32-Jährige gebürtige Emmericher ersetzte Sergio Perez, der einen zweiten positiven Corona-Test gehabt hatte. Ein weiteres Desaster erlebte Sebastian Vettel. Der viermalige Weltmeister kam im Ferrari nicht mal unter die Top Ten und wurde lediglich Zwölfter. Während des Rennens kritisierte der 33-Jährige über Boxenfunk das italienische Team scharf für die Reifenstrategie. "Ihr wisst, dass ihr es verbockt habt", so Vettel zu Ferrari via Boxenfunk.

+++ 08.08.2020: Hamilton verpasst Pole - Hülkenberg rast auf Startplatz drei +++

Valtteri Bottas hat Sechsfach-Weltmeister Lewis Hamilton die Pole Position für das Formel-1-Rennen zum 70. Geburtstag der Rennserie in Silverstone weggeschnappt. Der Finne verwies den Briten im Mercedes-Teamduell am Samstag um 63 Tausendstelsekunden auf den zweiten Platz. Dritter wurde Nico Hülkenberg. Der 32-Jährige aus Emmerich ersetzt bei Racing Point den Mexikaner Sergio Perez, der zum zweiten Mal positiv auf das Coronavirus getestet worden war.

Sebastian Vettel erlebte den nächsten schweren Frustmoment in seiner Ferrari-Abschiedssaison. Der viermalige Weltmeister schied als Zwölfter bereits vor dem entscheidenden Durchgang um die besten zehn Startplätze für das Rennen an diesem Sonntag (15.10 Uhr/RTL und Sky) aus.

+++ 08.08.2020: Leidenstour geht weiter: Vettel in Silverstone vorzeitig raus +++

Sebastian Vettel ist in der Qualifikation zum zweiten Formel-1-Rennen in England vorzeitig ausgeschieden. Der viermalige Weltmeister scheiterte am Samstag in seinem Ferrari als Zwölfter schon in der zweiten K.o.-Runde. Vettel verpasste damit bereits zum zweiten Mal in dieser Saison die Top Ten bei der Startplatzjagd. Der 33-Jährige war tags zuvor durch einen Motorschaden gebremst worden. Vettels bittere Abschiedstour bei der Scuderia setzt sich damit fort. Am Sonntag (15.10 Uhr/RTL und Sky) trägt die Formel 1 ihr zweites Rennen in Silverstone innerhalb von einer Woche aus.

+++ 08.08.2020: Hamilton Schnellster im Formel-1-Abschlusstraining - Vettel nur 13. +++

Lewis Hamilton hat das Abschlusstraining zum zweiten Formel-1-Rennen in Silverstone bestimmt. Der Mercedes-Pilot verwies mit seiner schnellsten Runde in 1:26,621 Minuten seinen Teamkollegen Valtteri Bottas (+0,163 Sekunden) auf den zweiten Platz. Dritter auf der Hochgeschwindigkeitsstrecke in England wurde vor der Qualifikation am Samstagnachmittag McLaren-Fahrer Lando Norris. Direkt dahinter landete Nico Hülkenberg bei seinem zweiten Aufhilfseinsatz für Racing Point. Sebastian Vettel (+1,190 Sekunden) kam nach einem Motorenschaden an seinem Ferrari tags zuvor erneut nur abgeschlagen als 13. ins Ziel.

In der WM-Wertung liegt Hamilton (88 Punkte) vor Bottas (58). Die Formel 1 erinnert an diesem Wochenende an ihren ersten Grand Prix in Silverstone vor 70 Jahren.

+++ 08.08.2020: Vettels Pechsträhne hält an - Hülkenberg erwartet "spannenden Tag" +++

Unter Hochdruck muss Ferrari den Motorenschaden bei Sebastian Vettel untersuchen. "Ganz plötzlich" sei der Defekt aufgetreten, berichtete der viermalige Formel-1-Weltmeister nach einem erneut frustrierenden Training. In der zweiten Einheit zum zweiten Grand Prix in Silverstone musste Vettel seinen Wagen wegen des Schadens vorzeitig abstellen. "Wir müssen herausbekommen, was es genau ist. Es wird aber seine Zeit brauchen, weil der Motor zur Analyse nach Maranello geschickt werden muss", erläuterte Vettel.

Im Ferrari-Hauptquartier soll dem Problem auf den Grund gegangen werden. Egal, was es auch ist: Vettel dürfte in der Qualifikation am Samstag erneut nur eine Nebenrolle spielen. Platz 14 am Ende des Freitagstrainings war kein Mutmacher. Ein Platz unter den Top Ten für das Rennen am Sonntag wäre schon ein Erfolg.

Nico Hülkenberg kann da viel zuversichtlicher in seinen zweiten Qualifikationseinsatz als Vertreter für den am Coronavirus erkrankten Sergio Perez starten. Mit Platz sechs im Training durfte der 32-Jährige zufrieden sein. Nur seine Sitzschale machte ihm etwas Probleme. Aufgrund der hohen Fliehkräfte sei ein Teil abgebrochen und dadurch der Sitz lose geworden, berichtete er. "Es ist aber keine große Sache, das kriegen wir entspannt repariert."

Hülkenberg erwartet einen "spannenden Tag. Man sieht, das Mittelfeld ist echt eng beinander, hinter uns geht es eng zu", befand er. "Es wird wieder darauf ankommen alles rauszuquetschen."

Für Lewis Hamilton zählt nur die Pole. Der WM-Spitzenreiter fährt weiter in seiner eigenen Klasse. Das demonstrierte der Brite auf heimischem Kurs mit der Tagesbestzeit. "Es wäre unglaublich, hier zwei Siege zu holen, es wartet aber noch viel Arbeit", sagte der Mercedes-Pilot eine knappe Woche nach seinem Grand-Prix-Erfolg trotz heftiger Reifensorgen in Silverstone.

Gefährlich werden wird dem Meister der Qualifikation am ehesten Teamkollege Valtteri Bottas. Er werde "sicher stark" sein, meinte Hamilton, der sich in seiner Karriere 91 Mal die Pole Position sichern konnte.

 

+++ 07.08.2020: Ferrari und McLaren halten sich Beschwerde gegen Racing Point offen +++

Ferrari und McLaren halten sich nach der Bestrafung von Racing Point wegen angeblich illegaler Kopien von Formel-1-Bauteilen eine Beschwerde offen. Wie Sebastian Vettels Team am Freitagabend in Silverstone auf der Formel-1-Homepage zitiert wurde, hat der Rennstall eine entsprechende Absicht erklärt, gegen die Entscheidung der Rennkommissare vorzugehen. Auch McLaren, der Rennstall des deutschen Teamchefs Andreas Seidl, prüfe ein weiteres Vorgehen. Ferrari und McLaren haben nun 96 Stunden Zeit, eine Beschwerde inhaltlich zu unterfüttern und offiziell einzureichen.

Zuvor hatten die Rennkommissare des Motorsport-Weltverbandes FIA Racing Point, das Team von Aushilfspilot Nico Hülkenberg, zu einem Abzug von insgesamt 15 WM-Punkten und 400 000 Euro Geldbuße verurteilt. Renault hatte nach den Grand Prix in der Steiermark, Ungarn und Großbritannien Protest gegen die Bremsbelüftungen der Racing-Point-Autos eingelegt.

Der Rennstall bezieht die Motoren und weitere verschiedene Komponenten von Mercedes. Der RP20 ähnelt auch dem Silberpfeil aus dem vergangenen Jahr. Renault warf Racing Point vor, die Bremsbelüftungen illegal vom Mercedes der Saison 2019 kopiert zu haben. Bestimmte Bauteile müssen Eigenleistungen der Teams sein.

Die Rennkommissare bestätigten das französische Team in der Frage nach der Rechtmäßigkeit des Designs des RP20. Racing Point betonte stets, vom alten Mercedes nur inspiriert worden zu sein. Das Team darf die Bremsschächte aber weiter einsetzen.

Racing Point ließ zunächst offen, ob man innerhalb von 24 Stunden Einspruch einlegen wolle. Renault kündigte an, eventuell das Strafmaß anfechten zu wollen. Weitere Teams könnten sich dem Protest gegen Racing Point anschließen.

+++ 07.08.2020: Formel 1 testet vor Silverstone-Rennen 5.127 Menschen auf Corona +++

 

Die Corona-Testreihe in der Formel 1 vor dem zweiten Grand Prix in Großbritannien ist bis auf den Fall Sergio Perez ohne positiven Befund geblieben. Vor dem nächsten Rennen in Silverstone an diesem Wochenende wurden insgesamt 5.127 Fahrer, Teammitglieder und weitere Mitarbeiter auf Infektionen mit dem Coronavirus getestet. Wie die Motorsport-Königsklasse am Freitag mitteilte, gab es nur einen bereits bekannten positiven Befund.

Bereits im Vorfeld war mitgeteilt geworden, dass es sich um den Mexikaner Perez handelt, der an diesem Wochenende auch nicht für Racing Point starten wird. Die Testreihe erstreckte sich auf den Zeitraum zwischen dem 31. Juli und 6. August. In der Testreihe für den England-Auftakt waren zwischen dem 24. und 30. Juli 3909 Personen geprüft worden, ein positiver Befund lag bei Perez vor.

Die Formel 1 gibt wöchentlich die Ergebnisse der Corona-Tests bei allen Beteiligten bekannt. Für ihren Neustart hat sich die Serie ein strenges Hygienekonzept verordnet. Dies beinhaltet neben einer Maskenpflicht auch die strikte Unterteilung der Mitwirkenden in Gruppen, die untereinander keinen Kontakt haben dürfen. Alle Menschen mit Zugang zur Rennstrecke müssen sich mindestens alle fünf Tage einem Corona-Test unterziehen. Zuschauer sind bei den Rennen nicht zugelassen.

+++ 07.08.2020: Lewis Hamilton fährt in Silverstone zur Tagesbestzeit +++

Lewis Hamilton - wer sonst? Der Weltmeister fährt in Silverstone zur Tagesbestzeit. Nico Hülkenberg verblüfft bei seinem zweiten Einsatz für Racing Point. Ferrari-Mann Sebastian Vettel kommt vor dem 70. Formel-1-Jubiläum nicht hinterher.

Sebastian Vettel ging auf die Knie und prüfte die Unterseite seines Ferrari. Ein technischer Defekt hat den viermaligen Formel-1-Weltmeister im zweiten Training zum nächsten Grand-Prix-Wochenende in Silverstone brutal ausgebremst. Kurz vor dem Ende der Einheit musste der wieder einmal abgehängte 33-Jährige seinen lahmenden Wagen vorzeitig abstellen. Vettel schloss den Trainingstag nur als 14. (+1,592 Sekunden) ab - und suchte sofort nach dem Technik-K.o. noch auf dem Asphalt nach der Ursache. Ein Ölleck konnte er da erspähen.

Weltmeister Lewis Hamilton war hingegen wieder nicht einzufangen. Knapp eine Woche nach seinem spektakulären Grand-Prix-Sieg auf nur drei funktionsfähigen Reifen beendete der Mercedes-Pilot den ersten Trainingstag zum zweiten England-Rennen mit der Bestzeit. Nur sein Teamkollege Valtteri Bottas (+0,176 Sekunden) konnte dem Tempo des sechsmaligen WM-Champions folgen.

Daniel Ricciardo im Renault hatte als Dritter schon 0,815 Sekunden Rückstand auf Hamilton (1:25,606 Minuten). Nico Hülkenberg raste in seinem nächsten Vertretungseinsatz für den positiv auf Corona getesteten Sergio Perez auf einen vielversprechenden sechsten Platz. Und Vettel? Auch an dem Wochenende, an dem die Formel 1 an ihren ersten Grand Prix vor 70 Jahren in Silverstone erinnert, wird es für den Hessen wieder sehr schwierig.

Aus eigener Kraft kann er in dieser Saison nicht mal um einen Platz auf dem Podest mitfahren, Hamilton traut er hingegen einen Siegesdurchmarsch zu. "Mercedes liegt in diesem Jahr in einer großartigen Position. Der Wagen ist gut genug. Lewis ist in guter Form", befand Vettel, der in seiner letzten Weltmeister-Saison 2013 die letzten neun Grand Prix des Jahres gewinnen konnte.

Für den Heppenheimer sei "wahrscheinlich das größere Fragezeichen", wie viele Rennen noch in dieser Saison ausgetragen werden und nicht, "wer sie gewinnen wird". 13 Grand Prix für dieses Jahr sind aktuell bestätigt, mindestens 15 sollen es am Saisonende sein.

Hamilton blieb Lob für seinen früheren deutschen WM-Rivalen nicht schuldig. "Er bekommt einfach nicht die Bühne, auf der er sein Potenzial abrufen kann", meinte der Titelverteidiger, der sich am Sonntag nach einem Platten gerade noch ins Ziel rettete, über die Probleme bei Ferrari. "Ich hoffe sehr für ihn, dass er nächstes Jahr zu Racing Point gehen kann. Sie haben einen Plan und ein Auto mit Potenzial. Er hat die Chance, das Team anzuführen."

Vettel rechnet in den nächsten Wochen mit einer Entscheidung über seine mögliche Formel-1-Zukunft. "Ich sehe nicht, warum ich mich unter Druck setzen lassen muss. In gewisser Weise habe ich meine Entscheidung getroffen, jetzt wird sich zeigen, ob was Vernünftiges zusammenkommt oder nicht", sagte er in einem RTL-Interview.

Vettels Ferrari-Gegenwart bleibt trist. Sein auf den Namen "Lucilla" getaufter Wagen sei «nicht der Überbringer, wir sind deutlich hinter der Spitze", räumte er ein weiteres Mal ein. Für das zweite Wochenende am Stück auf der Powerstrecke Silverstone hoffe er wenigstens auf ein "besseres Gefühl für das Auto. Der Rest kommt dann von alleine." Derzeit sind das nur Rückschläge - und Pannen.

+++ 07.08.2020: Silberpfeile dominieren 1. Training - Hülkenberg überrascht +++

Aushilfspilot Nico Hülkenberg ist im Auftakttraining zum Formel-1-Rennen in Silverstone auf einen starken vierten Platz gerast. Der Racing-Point-Fahrer war am Freitag in der ersten Einheit des Wochenendes 0,776 Sekunden langsamer als der Führende Valtteri Bottas (1:26,166 Minuten). Der Finne verwies seinen Mercedes-Teamkollegen Lewis Hamilton auf Rang zwei. Dritter wurde Max Verstappen im Red Bull. Ferrari-Pilot Sebastian Vettel kam nicht über Position sieben hinaus. Hülkenberg vertritt wie schon vor einer Woche den positiv auf das Coronavirus getesteten Mexikaner Sergio Perez. In der WM-Wertung liegt Hamilton (88 Punkte) vor Bottas (58).

+++ 07.08.2020: Zahlen zu 70 Jahren Formel-1-Grand-Prix +++

Die Formel 1 blickt an diesem Wochenende auf 70 Jahre Grand-Prix-Geschichte zurück.

33 - verschiedene Weltmeister hat die Formel 1 hervorgebracht. Michael Schumacher (7) kann in diesem Jahr nach Titeln von Lewis Hamilton (6) eingeholt werden.

34 - Piloten starben in der Geschichte der Motorsport-Königsklasse. Auch Zuschauer wurden zu Opfern, zum Beispiel 1961, als Wolfgang Graf Berghe von Trips in Monza tödlich verunglückte.

78 - Mal hat die Formel 1 in Deutschland gastiert. 40 Rennen wurden bislang auf dem Nürburgring ausgetragen, 37 in Hockenheim und ein Gastspiel gab es auf der Avus.

108 - Piloten haben mindestens einen Grand Prix gewonnen. Michael Schumacher liegt mit 91 Siegen in der ewigen Bestenliste nur noch knapp vor Lewis Hamilton (87).

179 - Rennsiege aus Deutschland verteilen sich auf sieben Fahrer (Michael Schumacher, Sebastian Vettel, Nico Rosberg, Ralf Schumacher, Heinz-Harald Frentzen, Wolfgang Graf Berghe von Trips, Jochen Mass). In der Nationenwertung liegt das Vereinigte Königreich mit 291 Siegen vorne.

765 - Fahrer haben einen Grand Prix bestritten. Der Brasilianer Rubens Barrichello (322) hat die meisten Einsätze.

1022 - Grand Prix führt die Formel 1 in ihrer Statistik.

+++ 07.08.2020:Formel-1-Pilot Hülkenberg erneut für Racing Point im Einsatz +++

Nach dem Corona-Fall Sergio Perez darf Nico Hülkenberg erneut beim Formel-1-Team Racing Point aushelfen. Der Rennstall bestätigte am Freitagmorgen vor dem ersten Freien Training den Einsatz des 32-jährigen Rheinländers auch für das zweite Grand-Prix-Wochenende in Silverstone. Perez sei erneut positiv auf das Virus getestet worden, teilte Racing Point mit. Er werde sich weiter nach den Vorgaben der englischen Gesundheitsbehörden richten. "Ihm geht es körperlich gut, und er erholt sich."

Hülkenberg war nach einem positiven Test bei dem Mexikaner in der vergangenen Woche kurzfristig eingesprungen. Wegen eines Kupplungsschadens konnte er beim Grand Prix von Großbritannien aber nicht starten. An diesem Sonntag bekommt er also seine zweite Chance für einen Renneinsatz.

+++ 07.08.2020:Darüber wird auch noch gesprochen im Formel-1-Fahrerlager +++

Vor 70 Jahren veranstaltete die Formel 1 in Silverstone ihren ersten Grand Prix. Was bedeutet den Fahrern die geschichtsträchtige Motorsport-Königsklasse?

Sebastian Vettels Formel-1-Zukunft ist noch immer ungewiss. Falls er seine Karriere überhaupt fortsetzen will. Der Ferrari-Pilot wird aber hartnäckig mit einem Cockpit bei Racing Point für 2021 in Verbindung gebracht. Es gibt noch weitere Themen aus dem Formel-1-Fahrerlager vor dem zweiten Grand Prix in Silverstone an diesem Sonntag.

Zukunftsfrage: Sebastian Vettel (33) wurde am vergangenen Sonntag gesehen, wie er im Auto von Racing-Point-Teamchef Otmar Szafnauer den Silverstone Circuit verließ. Ob da auch über die Formel-1-Zukunft des Ferrari-Piloten diskutiert wurde? Vettel, der die Scuderia am Ende dieses Jahres verlassen muss, bestätigte die Mitfahrgelegenheit, fand es aber zugleich merkwürdig, dass darüber so ein Aufhebens gemacht wurde. Der Heppenheimer selbst hatte zu seiner Zukunft nichts Entscheidendes beizutragen: Es gebe weiter nichts Neues.

Traumfänger: Die Formel 1 feiert sich an diesem Wochenende für ihren ersten Grand Prix vor 70 Jahren in Silverstone ein bisschen selbst. Und die Fahrer wurden auch alle fleißig gefragt, was ihnen die Königsklasse des Motorsports bedeute. "Das ist ein großer Teil meines Lebens", sagte Ferrari-Pilot Sebastian Vettel, der sich an die Zeit als Junge an der Seite seines Vaters erinnerte, als dieser die Rennen im TV schaute. "Die Formel 1 ist mein ganzes Leben", befand Renault-Mann Esteban Ocon. "Sie ist wie eine Droge." Racing-Point-Aushilfe Nico Hülkenberg meinte: "Seitdem ich sieben war und die Formel 1 entdeckt hatte, war sie immer mein Traum."

Reifenwechsel: Reifenplatzer wie am vergangenen Rennwochenende sollen nicht mehr vorkommen. Ausstatter Pirelli setzt nun auf weichere Mischungen. Diese sollen allerdings mit höherem Luftdruck gefahren werden, um die Beanspruchung zu drosseln. Zudem empfiehlt der Exklusivhersteller, mindestens zweimal frische Gummis im Rennen aufzuziehen. "Wir müssen herausbekommen, wie sich die Reifen auf längerer und kürzerer Distanz verhalten", meinte Alpha-Tauri-Pilot Daniil Kwjat zu der Annäherungsphase an die veränderten Mischungen. "Wir müssen unsere Strategie ändern", sagte Williams-Pilot George Russell über den erwarteten Zuwachs an Stopps: "Es wird sicher spannend."

Trainingsknappheit: Bei der Rückkehr der Formel 1 nach Imola Ende Oktober wird es nur ein einziges eineinhalbstündiges Training am Samstag geben, bevor es in die Qualifikation geht. Sonst sind zwei 90-minütige Einheiten am Freitag und eine 60-minütige Einheit am Samstag Standard. Red-Bull-Mann Max Verstappen hält nichts von dieser Verknappung. "Es ist am Ende für alle gleich", meinte der Niederländer zwar, "ich denke aber, dass es ein bisschen blöd ist." Vor allem bei neuen Strecken solle man den Fahrern genügend Eingewöhnungszeit geben. Zuletzt fuhr die Formel 1 in Imola 2006. Der einzige Pilot aus dem aktuellen Fahrerlager, der auf der Strecke schon angetreten ist, ist Kimi Räikkönen von Alfa Romeo.

+++ 06.08.2020:Perez beendet Quarantäne: Formel-1-Pilot Hülkenberg muss warten +++

Nach dem Corona-Fall Sergio Perez ist Nico Hülkenberg wegen eines möglichen Einsatzes beim zweiten Formel-1-Wochenende in Silverstone auf die Geduldsprobe gestellt worden. Rennstall Racing Point teilte am Donnerstag mit, dass Perez den englischen Gesundheitsbehörden zufolge seine Quarantäne beendet hat. Für eine Rückkehr ins Fahrerlager muss der Mexikaner einen negativen Corona-Test vorweisen. Dieser war für Donnerstag geplant.

Der Rennstall will daher noch am selben Tag oder am Freitagmorgen über den Einsatz des zweiten Fahrers neben Lance Stroll entscheiden. Der TV-Sender RTL hatte zuvor berichtet, dass der Deutsche auch an diesem Wochenende fahren werde.

"Es wäre natürlich enttäuschend, nachdem ich zurück im Wagen war und einen Vorgeschmack bekommen habe", sagte Hülkenberg bei der obligatorischen Fahrer-Pressekonferenz am Donnerstag, sollte er wieder den Platz für Perez frei machen müssen. Es sei allerdings immer klar gewesen, dass er nur als Ersatz für den Stammpiloten eingeplant war. Perez war eine Woche in Quarantäne.

Hülkenberg war nach einem positiven Test auf das Coronavirus bei dem Mexikaner in der vergangenen Woche kurzfristig eingesprungen. Wegen eines Kupplungsschadens konnte der 32-jährige Rheinländer beim Grand Prix von Großbritannien aber nicht starten.

An diesem Sonntag fährt die Formel 1 erneut in England. Hülkenberg hat sich zwischen den beiden Rennen im Simulator des Rennstalls weiter vorbereitet, um seinen Wagen besser kennenzulernen. Er befindet sich nach eigenen Angaben in Gesprächen über ein Formel-1-Cockpit für die Zukunft. Es gebe aber "noch nichts Konkretes", sagte Hülkenberg. Es sei eine "Sache von ein paar Wochen".

+++ 06.08.2020: Das muss man zum Jubiläums-Grand-Prix der Formel 1 wissen +++ 

Die Formel 1 macht erneut Station in Silverstone. Nach seiner spektakulären Zieldurchfahrt auf drei Rädern will Lewis Hamilton im Mercedes seine WM-Führung am Sonntag weiter ausbauen. Im Jubiläums-Grand-Prix der Formel 1 hofft Nico Hülkenberg auf seinen Einsatz für Racing Point.

Was für ein Formel-1-Jubiläum gibt es denn?

Vor 70 Jahren trug die Formel 1 ihren ersten Grand Prix aus - genauer gesagt am 13. Mai 1950. Damals veranstaltete die Königsklasse des Motorsports auf dem ehemaligen Militärflugplatz im Nordwesten von London, also dort wo heute der Silverstone Circuit steht, ihren ersten WM-Lauf. Der Italiener Giuseppe Farina trug sich damals im Alfa Romeo als Premierensieger in die Geschichtsbücher ein. "Es ist fantastisch auf all die Erfolge und Misserfolge zurückzublicken, auf die knappen Siege und harten Duelle, die es in den vergangenen Jahrzehnten in unserem Sport gegeben hat", sagte Mercedes-Teamchef Toto Wolff zu der wechselhaften Historie der Formel 1.

Wird Nico Hülkenberg zum Einsatz kommen?

Zwei Faktoren sind dabei entscheidend. Entlassen die britischen Gesundheitsbehörden nach einem positiven Corona-Test Sergio Perez wieder aus der Quarantäne und kann er auch einen negativen Test auf das Virus vorweisen, dann ist das Mini-Comeback von Nico Hülkenberg schon wieder beendet und der mexikanische Stammfahrer kehrt ins Racing-Point-Cockpit zurück. Teamchef Otmar Szafnauer zufolge gibt es aber erst am Donnerstag Gewissheit. Bis dahin bereitet sich Hülkenberg so vor, als ob er am Wochenende auch starten würde. Dazu gehört auch die Arbeit im Simulator, um den Wagen besser kennenzulernen. Hülkenberg ist "heiß, wieder ins Auto zu steigen", sagte der Rheinländer RTL/ntv im Interview. Am vergangenen Wochenende ließ ein Kupplungsschaden seinen Start gar nicht erst zu.

Wird es wieder zu Reifenplatzern kommen?

Das will Exklusivhersteller Pirelli verhindern. Lewis Hamilton und Valtteri Bottas (beide Mercedes) sowie Carlos Sainz (McLaren) und Nicholas Latifi (Williams) hatten Plattfüße links vorne. Hamilton rettete seinen Sieg nach einem Reifenplatzer auf der letzten Runde meisterhaft auf nur noch drei Rädern aber noch ins Ziel. Pirelli sprach in der Analyse von maximal beanspruchten Reifen auf dem Hochgeschwindigkeitskurs. Die Pneus werden diesmal sogar noch eine Stufe weicher sein, im Gegenzug wird eine Erhöhung des Reifendrucks vorgeschrieben. Dadurch sollen die Reifen weniger belastet werden. Außerdem empfiehlt Pirelli den Teams und Fahrern für das Rennen, mindestens zweimal die Gummis zu wechseln.

+++ 05.08.2020: Coronavirus-Fall Perez: Hoffnung auf schnelles Formel-1-Comeback +++ 

Racing-Point-Pilot Sergio Perez hat nach seinem positiven Coronavirus-Befund weiter keine gesundheitlichen Probleme und hofft auf eine schnelle Formel-1-Rückkehr. "Mir geht's gut, ich danke Gott. Ich habe keine Symptome gehabt. So habe ich meine Tage verbracht: Training, iPad, Fernsehen, Telefonieren und Kochen", schrieb der Mexikaner in den Sozialen Medien und veröffentlichte Fotos von sich beim Training. "Ja, es waren lange Tage. Ich freue mich darauf, sehr bald wieder zurückzukommen".

Ein positiver Coronavirus-Test von Perez war am vergangenen Donnerstag öffentlich gemacht worden, anschließend musste der 30-Jährige in Quarantäne. Nico Hülkenberg nahm als Ersatzfahrer seinen Platz bei Racing Point ein. Eine Entscheidung über einen Einsatz der Fahrer soll spätestens am Donnerstag fallen. Perez muss für eine Rückkehr auf jeden Fall negativ getestet werden. Die Formel 1 fährt auch an diesem Wochenende in Silverstone.

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