29.06.2020, 10.40 Uhr

BBL Playoff-Finale 2020: Alba Berlin schnappt MHP Riesen Ludwigsburg den Titel weg

Alba Berlin ist zum neunten Mal deutscher Basketball-Meister. Der Hauptstadtclub gewann am Sonntag beim Finalturnier in München auch das zweite Endspiel gegen die MHP Riesen Ludwigsburg und holte sich erstmals seit 2008 wieder den Titel.

Die MHP Riesen Ludwigsburg werden sich ganz schön strecken müssen, wenn Sie Alba Berlin im BBL-Final-Hinspiel am Freitag schlagen wollen.  Bild: Ulf Duda / fotoduda.de / BBL / Pool / picture alliance / dpa

Alba Berlin hat in überlegener Manier zum neunten Mal die deutsche Basketball-Meisterschaft gewonnen. Der Hauptstadtclub setzte sich am Sonntag beim Finalturnier in München mit 75:74 (42:35) auch im zweiten Endspiel gegen die MHP Riesen Ludwigsburg durch und holte erstmals seit 2008 wieder den Titel. Bereits das Final-Hinspiel hatte Alba mit 88:65 für sich entschieden. Beste Werfer waren Niels Giffey und Martin Hermannsson mit je 14 Punkten.

Damit blieb das Pokalsieger-Team von Trainer Aito Garcia Reneses im kompletten Turnier ungeschlagen und feierte zum ersten Mal seit 17 Jahren das Double. Außenseiter Ludwigsburg war bei seiner ersten Finalteilnahme klar unterlegen. Die Bundesliga hatte ihre Saison nach der Corona-Pause mit einem Turnier und zehn Teams ohne Zuschauer fortgesetzt.

Basketball-Bundesliga Playoffs 2020: Finale MHP Riesen Ludwigsburg vs. Alba Berlin heute in TV und Live-Stream

Basketball-Fans, die das Finale der BBL komplett verfolgen wollten, blieb nur das Angebot von Telekom Magenta Sport. Der Streamingdienst übertrug beide Spiele - am Freitag, 26.06.2020 ab 20.30 Uhr und am Sonntag, 28.06.2020 ab 15 Uhr das Rückspiel. Auf das Rückspiel im BBL-Finale Alba Berlin gegen Ludwigsburg konnten sich Basketball-Fans besonders freuen, stand ihnen doch der kostenfreie Sport1-Live-Stream auf der Webseite des Kanals zur Verfügung. Wer mochte, konnte sich den Live-Stream auch in der Sport1-Appoder bei Joyn zu Gemüte führen. Das Match begann, ebenso wie die Live-Übertragung im deutschen Free-TV, um 15.00 Uhr.

MHP Riesen Ludwigsburg vs. Alba Berlin: Brennt in München die Hütte?

Vorzeitige Meisterstimmung wollte bei Alba Berlin noch nicht aufkommen. Die Spieler klatschten sich in der Kabine nach der Basketball-Demonstration im ersten Playoff-Finale gegen die MHP Riesen Ludwigsburg ohne große Freudenschreie ab. Trainer Aito Garcia Reneses im Teamhotel und Geschäftsführer Marco Baldi auf der Tribüne schalteten trotz des überlegenen 88:65-Siegs und eines 23-Punkte-Vorsprungs in den Warnmodus.

"Es kann immer etwas schief gehen gegen Ludwigsburg", sagte Alba-Macher Baldi am späten Freitagabend. "Gegen Göttingen und Oldenburg habe ich nicht gesagt: Oh, jetzt müssen wir aufpassen. Aber gegen Ludwigsburg. Sie kommen in die Köpfe rein, man kann sehr schnell die Kontrolle über das Spiel verlieren."

Trotz dieser Beteuerungen ist dem Hauptstadtclub sein neunter deutscher Meistertitel vor dem zweiten Duell am Sonntag (15 Uhr/Magentasport und Sport1) kaum noch zu nehmen. Schon im Viertelfinale gegen die BG Göttingen (+25 Punkte) und im Halbfinale gegen die EWE Baskets Oldenburg (+29) waren die Duelle nach einem Spiel entschieden gewesen. "In der Halbzeit zu gewinnen, bedeutet nichts. Du musst am Ende gewinnen", sagte allerdings Coach Aito, der nach dem Pokalsieg vor gut vier Monaten seinen zweiten Titel mit den Berlinern feiern will. Seit zwölf Jahren wartet Alba auf die Rückkehr des Meisterpokals in die Hauptstadt.

Dass Ludwigsburg bei seiner ersten Finalteilnahme weitgehend chancenlos blieb, lag auch am Ausfall von Leistungsträger Marcos Knight. Ob der US-Aufbauspieler, der durch die Halle humpelte, trotz seiner Fußverletzung im zweiten Endspiel dabei sein kann, ist offen. "Ich weiß es noch nicht. Er hat selbst gesagt, dass er zu viel Schmerzen hat. Ich kann es nicht forcieren", sagte Riesen-Coach John Patrick. "Ich respektiere es auch. Er fightet immer, er hat die ganze Saison mit kleinen Verletzungen gespielt. Ich glaube ihm, wenn er sagt, dass es zu viel ist. Natürlich ist es ein harter Schlag, wenn er nicht spielen kann."

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"Noch nicht vertretbar": Basketball-Finale in München ohne Fans

Das Finale der Basketball-Bundesliga in München wird nicht wie zuletzt diskutiert als erste Veranstaltung einer deutschen Profiliga seit der Coronavirus-Pause mit einigen Fans stattfinden. "Die Staatsregierung hält es gegenwärtig für noch nicht vertretbar, Zuschauer zu Sportevents zuzulassen", teilte das bayerische Innenministerium am Dienstag der Deutschen Presse-Agentur auf Anfrage mit. Das gelte auch für das Final-Rückspiel der BBL am Sonntag, "bei dem die Zulassung einer begrenzten Zuschauerzahl bis vor kurzem zumindest vorstellbar war."

Die Partien im Audi Dome finden wie die Spiele im Profifußball ohne zahlende Zuschauer statt. Zuletzt hatte unter anderem Uli Hoeneß, Ehrenpräsident des FC Bayern München, Hoffnungen auf eine Rückkehr einiger Zuschauer geäußert. "Das Land Bayern ist in dieser ganzen Corona-Krise sowieso Weltklasse", sagte der 68-Jährige in der vergangenen Woche bei Magentasport. "Und deswegen wäre es nur konsequent, wenn in München und in Bayern ein Test mit ein paar hundert Zuschauern gemacht würde, weil man hier sicher sein könnte, dass das hervorragend organisiert wäre." Nun ja, nach dem ruhmlosen Ausscheiden seiner Basketballer dürfte Hoeneß kein getseigertes Interesse mehr haben, Basketball-Fans in den Audidome zu bekommen. Bei einer Finalteilnahme der Bayern wäre das außerdem eine Wettbewerbsverzerrung gewesen.

Der Blick aufdas Corona-Infektionsgeschehen in Güterslohzeige, "drastisch, wie schnell und massiv die Infektionszahlen wieder nach oben schießen können", teilte das bayerische Innenministerium weiter mit. "Einen zweiten Lockdown wie in Gütersloh will die Staatsregierung nicht riskieren. Wir werden für den Herbst aber weiter an Konzepten arbeiten, wie wieder kleine Zuschauerzahlen im Sport zugelassen werden können." Nach dem Corona-Ausbruch beim Fleischverarbeiter Tönnies hatten die Behörden in Nordrhein-Westfalen das öffentliche Leben im Kreis Gütersloh massiv eingeschränkt.

Das Ministerium verwies auch auf das Pokalfinale der Fußballer in Berlin am 4. Juli, wo der FC Bayern und Bayer Leverkusen ein weiteres Geisterspiel austragen. Auch Berlin habe Zuschauer im Olympiastadion abgelehnt, hieß es vom Ministerium weiter.

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loc/hos/news.de/dpa

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