25.10.2019, 18.45 Uhr

Bayern München: Gibt es etwa eine Krise? Punktverluste und Trainersorgen

Eigentlich läuft es ja bei Bayern. Gut, Tabellenplatz 3 in der Liga ist jetzt nicht wirklich Münchner Anspruch. Wo ist also das Problem beim FC Bayern?

Was ist los bei den Bayern? Bild: picture alliance/Sven Hoppe/dpa

Eigentlich läuft es ja bei Bayern. Gut, Tabellenplatz 3 in der Liga ist jetzt nicht wirklich Münchner Anspruch. Aber mit einem Punkt Rückstand auf die punktgleichen Aufmucker aus Gladbach und Wolfsburg muss nach 8 Spieltagen ganz sicher noch kein Notstand an der Säbener Straße ausgerufen werden. Zumal die Kovac-Truppe ja ansonsten durchaus gut auf der Schiene liegt: Im Pokal wird normalerweise Ende Oktober bei Zweitligist VfL Bochum nicht viel anbrennen und in der Champions-League ist mit dem brillanten 7:2 in Tottenham sogar ein fettes Ausrufezeichen gelungen.

Wo ist also das Problem beim FC Bayern?

Der schwächste Saisonstart in der Liga seit 2010 wäre ja zu verschmerzen. Ein paar Siege in Folge und die Bayern hätten wieder alles gerade gerückt. Was an dieser Vorstellung aber stört, ist die Art und Weise, wie die Bayern bisher Fußball spielen. Der Motor stottert, es macht schlicht keinen rechten Spaß, den hochbezahlten, mit Titeln dekorierten und ambitionierten Stars beim Kicken zuzuschauen. Viel zu oft stottert der Motor, viel zu lahm und fehlerhaft läuft der Ball, ideenlos, uninspiriert, langweilig. Wirklich begeisternd waren die Bayern in dieser Saison bisher nur in der ersten Halbzeit in Leipzig (1:1) und eben in Tottenham. Für den Anspruch des FC Bayern und die Wünsche seiner Fans ist das viel zu wenig.

Den Gegner hatten sie im Griff. Oder nicht?

Trotzdem hatten die Münchner ihre Gegner auch bei den nicht gewonnenen Spielen eigentlich meistens im Griff. Das 2:2 gegen Hertha am 1. Spieltag war vollkommen unnötig, das 1:2 gegen Hoffenheim unmittelbar nach Tottenham dämlich, beim Unentschieden in Leipzig hätte Bayern zwingend schon vor der Pause alles klarmachen müssen und auch das 2:2 am vergangenen Wochenende in Augsburg war überflüssig.

Ist die Chancenverwertung Schuld?

Meistens sind die Punktverluste Folge der häufig rund um die Kovac-Ballspieler bemängelten Chancenverwertung. Nicht auszudenken, wo die Bayern ohne die Lewandowski-Rekordquote stehen würden - 12 von 22 Treffern gehen auf sein Konto. Was machen die eigentlich, wenn sich Lewandowski doch mal verletzen sollte? Der bayerische Fußballgott bewahre! Fakt ist, der Rest trifft viel zu selten. Egal, ob Coman, Gnabry, Coutinho oder Grummel-Müller - zu oft verballern sie klarste Möglichkeiten, der letzte Pass kommt nicht an, Flanken fliegen ins Nirwana und der Ertrag bei Standardsituationen ist meistens ausbaufähig.

KEIN Bayern-Standard

Auch die Defensive lässt zu viel zu. 10 Gegentore nach 8 Spielen sind nicht Bayern-Standard. Zumal die Jungs von Niko Kovac bisher mit Leipzig und Schalke nur zwei Top-Gegner hatten. Die Defensive wirkt nicht eingespielt und ist viel zu leicht auszuhebeln. Diese Schwächen kann auch ein Manuel Neuer in Top-Form nur selten ausgleichen. Der langfristige Ausfall von Niklas Süle macht diese Situation nicht wirklich besser. Und trotzdem sollte der Kader genug Qualität hergeben, um bei entsprechender Einstellung, den Laden hinten dichtzuhalten.

Es wird eng in der Tabelle

Der Liga kann das alles recht sein. Alles ist eng in der Tabelle, Bayern schwächelt ab und zu und bietet Diskussionsstoff. Das führt schon soweit, dass regelmäßig öffentlich spekuliert wird, ob ein Thomas Müller nun von Beginn an spielen darf oder nicht, und welche Konsequenzen die jeweilige Entscheidung wohl für Niko Kovac haben wird. Ein Wahnsinn!

Fazit: Eigentlich ist noch alles im Lot bei Bayern. Alle Ziele sind weiter greifbar und Piräus sollte heute kein Stolperstein sein. Aber wenn sie in München nicht langsam auf Dauer in die Puschen kommen, kracht es weiter im Gebälk. Dann werden die Bosse wieder lauter und spätestens dann müssen wir uns um Niko Kovac wieder Sorgen machen. Denn, wirklich "schuld" ist ja immer der Trainer...

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TH/add/news.de