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18.10.2019, 09.39 Uhr

Mesut Özil: Erdogan-Foto, Rassismus, Rücktritt! Arsenal-Star teilt gegen DFB aus

Mesut Özil hat sich erstmals öffentlich über seinen Rücktritt aus der Nationalmannschaft geäußert. In einem explosiven Interview tritt er erneut gegen den DFB und seine ehemaligen Mannschaftskollegen nach.

Mesut Özil hat seine Vorwürfe gegen den DFB noch einmal bekräftigt. Bild: dpa

Ex-Nationalspieler Mesut Özil hat knapp 15 Monate nach seinem Rücktritt aus der deutschen Nationalmannschaft seine Vorwürfe gegen den Deutschen Fußball-Bund bekräftigt und sein umstrittenes Foto mit dem türkischen Präsidenten Recep Tayyip Erdogan verteidigt.

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Mesut Özil hat sich nach Erdogan-Foto nicht mehr sicher gefühlt

"Nach dem Foto habe ich mich nicht mehr geschützt, nicht mehr respektiert gefühlt. Ich wurde rassistisch angegangen - sogar von Politikern und bekannten Persönlichkeiten", sagte Özil im Interview des Portals "The Athletic" am Donnerstag. "Dennoch hat sich zu dieser Zeit niemand von der Nationalmannschaft vor mich gestellt und gesagt: "Hey, das reicht. Das ist unser Spieler." Jeder hat einfach geschwiegen und es geschehen lassen."

Mesut Özil spricht erstmals öffentlich über Rücktritt aus Nationalmannschaft

Özil war nach der WM 2018, die für Deutschland bereits nach der Vorrunde beendet war, mit einem Knall zurückgetreten. In einer mehrteiligen Stellungnahme in den sozialen Medien hatte der Weltmeister von 2014 den DFBund dessen damaligen Präsidenten Reinhard Grindel scharf angegriffen. Auslöser der Krise war das Erdogan-Foto vor der WM, das in Deutschland zum Politikum und Anlass zu lautstarkenDiskussionen über Rassismus wurde.

So rechtfertigt Mesut Özil sein Erdogan-Foto

"Er ist der aktuelle Präsident der Türkei und ich würde dieser Person immer meinenRespekt erweisen - egal, wer es ist", sagte der einstige Bundesliga-Profi. "Auch wenn ich in Deutschland geboren und aufgewachsen bin, ist die Türkei Teil meines Erbes." Auch wenn Bundeskanzlerin Angela Merkel damals nach London gereist wäre "und nach einem Treffen, einem Gespräch gefragt hätte, hätte ich das natürlich auch getan. Es ging allein darum, Respekt vor dem höchsten Amt eines Landes zu zeigen."

Rücktritt sei für Özil die "richtige" Entscheidung gewesen

Seinen Rücktritt bezeichnete der Profi des englischen Erstligisten FCArsenal auch mit dem Abstand mehrerer Monate als "richtige" Entscheidung. "Es war eine sehr schwere Phase für mich, ich habe neun Jahre für Deutschland gespielt und war einer der erfolgreichsten Spieler.Ich habe die WM und mehr gewonnen, eine Menge Spiele gespielt - viele davon waren sehr gut - und habe alles gegeben."

Mesut Özil hat rassistische Anfeindungen von Politiker bekommen

Am Ende habe Özil die Rassismus-Attacken nicht mehr ausgehalten: "Ich habe rassistische Anfeindungen bekommen, sogar von Politikern und Figuren des öffentlichen Lebens", sagt Özil. Weiter erzählt er, dass er undGündogan nach dem Erdogan-Foto wüst beschimpft worden. "Ich habe sie schreien hören: "Ziegenf*****, Scheiß-Türke und noch mehr Beschimpfungen, die ich jetzt nicht wiederholen möchte." 

Ex-Nationalspieler über die schwere Zeit nach dem Überfall in London

In dem Interview mit "The Athletic" sprach der Arsenal-Star auch erstmals über den Raubüberfall auf ihn und Sead Kolasinac in London. Es seien schwere Wochen für ihn und seine Frau gewesen, sagt Özil rückblickend auf die Ereignisse. Während des Überfalls saß Özils Frau Amine Gülse ebenfalls im Auto. "Ich hatte Angst um meine Frau, hatte Angst um Sead. Ich dachte nicht an mich selbst. Wenn sie die Tür meiner Frau geöffnet hätten, wäre etwas Schlimmes mit ihr passiert.", so der 31-Jährige.

Um den Tätern zu entkommen sei Özil zunächst "ein Stück vor und wieder zurückgefahren". Dann habe er Sead zugerufen, dass er in den Wagen springen soll. Zum Glück tat er das auch. "Das Wichtigste ist, dass uns nichts passiert ist. Meine Frau wollte sofort hier weg, sie fühlte sich nicht mehr sicher. (...)" Trotz der schweren Zeit habe Özil nie daran gedacht, London zu verlassen. "Mittlerweile ist alles wieder okay, auch für meine Frau.", sagt Mesut Özil.

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sba/rut/news.de/dpa

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