29.05.2019, 17.05 Uhr

Niki Lauda († 70) gestorben: "Goodbye, great Champion" - Verstorbener Niki Lauda von Fans und Weggefährten verabschiedet

Ein Helm der verstorbenen Motorsport-Legende Niki Lauda liegt während der öffentlichen Aufbahrung im Wiener Stephansdom auf dem geschlossenen Sarg. Bild: Georg Hochmuth / picture alliance / dpa

Die ersten Fans standen schon um 7 Uhr im strömenden Regen am Wiener Stephansdom. Wenig später war die Schlange der Menschen, die Niki Lauda die letzte Ehre erweisen wollten, mehr als 200 Meter lang. Lauda war in Österreich ein Nationalheld, wurde "Niki Nazionale" genannt - und erhielt nun wenige Tage nach seinem Tod eine ganz besondere Ehre: Als erster Sportler überhaupt wurde der ehemalige Rennfahrer und Luftfahrtunternehmer im Wiener Stephansdom für die Fans im geschlossenen Sarg öffentlich aufgebahrt.

Der Sarg von Niki Lauda wurde im Wiener Stephansdom öffentlich aufgebahrt. Bild: Georg Hochmuth / picture alliance / dpa

Auf der gefühlvoll gestalteten Trauerfeier gedachten viele Prominente der Formel-1-Legende: Formel-1-Weltmeister Lewis Hamilton, die Ex-Rennfahrer Nico Rosberg, Alain Prost, Gerhard Berger, Marc Webber und David Coulthard, Motorsport-Weltverbandschef Jean Todt, Ferrari-Grande Luca di Montezemolo, Mercedes-Motorsportchef Toto Wolff, die Schauspieler Arnold Schwarzenegger und Daniel Brühl sowie Ex-Kanzler Sebastian Kurz waren unter den Trauergästen. "Er hat uns gezeigt, wie weit ein Mensch es bringen kann", sagte Österreichs Bundespräsident Alexander Van der Bellen dabei über Lauda. "Goodbye, great Champion."

Österreichs Altkanzler Sebastian Kurz hält Trauerrede für verstorbenen Niki Lauda

Kurz erzählte in seiner Rede von der ersten Begegnung mit Lauda, der er aufgeregt entgegengefiebert habe. "Niki Lauda war einfach in allen Lebensbereichen einer, der früher da ist und gleichzeitig schneller am Ziel", sagte der 32-Jährige. Besonders emotional war die Rede des österreichischen Rennfahrer-Kollegen Gerhard Berger, der sichtlich ergriffen Anekdoten über die aus seiner Sicht uneitle, geradlinige und auch sehr direkte Motorsport-Legende erzählte: "Niki, ich würde lieber mit Dir persönlich sprechen, als über Dich."

Dompfarrer Toni Faber, der die Trauerzeremonie leitete und Lauda als Freund bezeichnete, lobte den Toten als "unprätentiösen, bescheidenen, strahlenden Stern am Rennfahrer-Himmel". "Wie ich selbst einmal persönlich krank war und er mich gesehen hat, mit etwas gelbem Gesicht, da war er liebevoll, empathisch, fast wie ein Seelsorger zu mir. Das werde ich ihm immer danken", sagte Faber am Morgen vor der Trauerfeier, bei der unter anderem "Amazing Grace" und der Tracy-Chapman-Song "Fast Car" gespielt wurden.

Niki Laudas Formel-1-Karriere begann 1971, vier Jahre später wurde er zum ersten Mal Weltmeister. Am 1. August 1976 passierte der Horrorunfall auf dem Nürburgring, den Lauda trotz schwerer Verbrennungen und einer verätzten Lunge überlebte. Im Krankenhaus gab dem Weltmeister ein Priester damals sogar schon die letzte Ölung. Doch Lauda wollte nicht sterben - und wurde 1977 und 1984 noch zwei Mal Formel-1-Champion. Sein Markenzeichen wurde die rote Kappe, die stets seinen schwer vernarbten Kopf bedeckte.

Parallel zur Rennfahrerkarriere engagierte sich Lauda auch als Luftfahrtunternehmer, bis zuletzt war er in führender Position bei der nach ihm benannten Airline Laudamotion im Dienst. Auch der Formel 1 blieb er treu und wurde eines der Gesichter des andauernden Erfolgs von Mercedes.

Im Sommer 2018 verschlechterte sich sein Gesundheitszustand so sehr, dass eine Lungen-Transplantation nötig war. Lauda erholte sich laut seinen Ärzten zunächst gut, an die Rennstrecken dieser Welt schaffte er es aber nicht mehr zurück. Am 20. Mai starb er mit 70 Jahren in Zürich.

Mathias Lauda (r) und Lukas Lauda (l), Kinder der verstorbenen Motorsport-Legende Niki Lauda, stehen zusammen neben Witwe Birgit Lauda (M) während der öffentlichen Aufbahrung im Wiener Stephansdom. Bild: Georg Hochmuth / picture alliance / dpa

Fans und Wegbegleiter trauern in Wien um Niki Lauda

Auch die Fans fanden am Mittwoch viele lobende Worte über den 1949 geborenen Österreicher, der als Rennfahrer für seine Akribie bekannt war. "Er war ein Stehaufmanderl. Den hat nichts umgebracht. Er war Mister 120 Prozent", sagte Michael, ein ehemaliger Mitarbeiter von Laudas erster Fluglinie Lauda Air. "Lauda war wohl der Erste, der wusste, dass man erst einmal das Auto richtig herrichten muss, um zu gewinnen", meinte Stephan Hurka, der um 7.15 Uhr als einer der ersten seinen Platz vor dem Eingangstor zum Dom bezog, um an Laudas Sarg vorbeigehen zu dürfen. "Niki war Österreicher und Wiener. Natürlich ist er da bei seinen Erfolgen ein Nationalheld."

Nach der Trauerfeier im Stephansdom geleiteten unter anderen die Rennfahrer Rosberg, Hamilton, Prost und Valtteri Bottas Laudas Sarg nach draußen, ehe "Niki Nazionale" seine letzte Reise antrat. Das Ziel blieb dabei bis zuletzt geheim, das Angebot für ein Ehrengrab am Wiener Zentralfriedhof lehnte die Familie ab. In einer der Fürbitten gab es bereits einen guten Tipp: "Lieber Gott, pass gut auf Niki auf. Aber gib acht, er war immer schon der Schnellste."

+++ 29.05.2019: Dompfarrer über Niki Lauda: "Wie ein Seelsorger zu mir" +++

Der Dompfarrer des Wiener Stephansdoms hat Niki Lauda wenige Stunden vor der Trauerfeier für die Motorsport-Legende als empathischen und hilfsbereiten Menschen gelobt. "Wie ich selbst einmal persönlich krank war und er mich gesehen hat, mit etwas gelbem Gesicht, da war er liebevoll, empathisch, fast wie ein Seelsorger zu mir. Das werde ich ihm immer danken", sagte Toni Faber am Mittwoch in Wien. Faber und Lauda kannten sich persönlich, der Dompfarrer bezeichnete ihn als Freund, die Liebe zum Stephansdom habe sie verbunden. "Er war ein unprätentiöser, bescheidener, strahlender Stern am Rennfahrer-Himmel", sagte Faber. "Humorvoll, äußerst lebensnah, zielgerichtet und geradlinig." Jede Begegnung mit ihm sei ein Geschenk gewesen.

Der dreimalige Formel-1-Weltmeister Lauda war am 20. Mai gestorben. Am Mittwoch erhielten Fans und Freunde des 70-Jährigen die Möglichkeit, sich von ihm zu verabschieden. Dazu wurde Laudas geschlossener Sarg im Wiener Stephansdom öffentlich aufgebahrt und mit einem Lorbeerkranz sowie Laudas Helm geschmückt.

Lesen Sie auch:Daniel Brühl und Co. nehmen Abschied von Niki Lauda

+++ 29.05.2019: Hunderte Fans verabschieden sich in Wien von Niki Lauda +++

Hunderte Fans haben sich in Wien von Motorsport-Legende Niki Lauda verabschiedet. Der geschlossene Sarg sollte am Mittwoch vier Stunden lang im Wiener Stephansdom öffentlich aufgebahrt werden. Zahlreiche Menschen nutzten bereits am Morgen die Möglichkeit, dem österreichischen Nationalhelden die letzte Ehre zu erweisen. Zuvor hatten die Familie vor dem Sarg, auf dem Laudas Helm lag, eine kleine Andacht gehalten.

Nach der öffentlichen Aufbahrung - die erste für einen Sportler im Stephansdom überhaupt - sollte ab 13 Uhr ein Requiem für den in Österreich als "Niki Nazionale" bekannten ehemaligen Sportler und Luftfahrtunternehmer stattfinden.

Der dreimalige Formel-1-Weltmeister Lauda war am 20. Mai gestorben. Der 70-Jährige mit der roten Kappe als Markenzeichen hatte seit seinem schweren Unfall auf dem Nürburgring 1976 immer wieder mit gesundheitlichen Problemen zu kämpfen. Im August 2018 erhielt er eine Spender-Lunge, nachdem sich sein Zustand wegen einer Entzündung der Lungenbläschen dramatisch verschlechtert hatte.

Schon gelesen? So bewegend trauern die Promis um die Formel-1-Legende

Folgen Sie News.de schon bei Facebook? Hier finden Sie brandheiße News und den direkten Draht zur Redaktion.

loc/news.de/dpa

  • Seite:
  • 1
  • 2
Themen: