20.09.2017, 22.34 Uhr

1. Bundesliga via Live-Stream, Ticker + Ergebnisse: Ergebnisse am 5. Spieltag - BVB schlägt HSV mit Clubrekord, Freiburg vs Hannover Remis

Englische Woche in der 1. Fußball-Bundesliga: Am Dienstag und Mittwoch müssen unter anderem der FC Bayern München, RB Leipzig, Borussia Dortmund und Hannover 96 ran, bevor der Spielbetrieb am Freitag munter weitergeht. Alle Infos zu den Ansetzungen und wie Sie die Partien in TV, Live-Stream und Ticker verfolgen können, gibt's hier.

Mahmoud Dahoud (l) uns Pierre-Emerick Aubameyang stehen am Mittwoch mit Borussia Dortmund gegen den Hamburger SV auf dem Platz. Bild: Ina Fassbender / picture alliance / dpa

Den Clubs in der 1. Fußball-Bundesliga wird am 5. Spieltag alles abverlangt. Nach den Partien am Wochenende müssen die Top-Teams am Dienstag und Mittwoch erneut ran und sich in der englischen Woche behaupten. Insgesamt neun Partien, darunter das Match FC Schalke 04 gegen den FC Bayern München am Dienstag oder die Partie Hamburger SV gegen Borussia Dortmund am Mittwochabend sind am 5. Spieltag angesetzt.

Bundesliga heute: Englische Woche im Live-Stream und TV erleben

Fußballfans, die auf eine Übertragung der Top-Spiele am 5. Spieltag der laufenden Saison hoffen, werden bitter enttäuscht: Leider hat nur der Pay-TV-Sender Sky die Übertragungsrechte ergattern können. Demzufolge müssen Fußballfans in die Tasche greifen und ein paar Euro springen lassen, um die Live-Übertragungen der 1. Liga zu sehen. Der zahlenden Sky-Kundschaft wird zudem auch die 1. Bundesliga im Live-Stream geboten: Wer im Besitz eines Sky-Abos ist, kann auf dem mobilen Endgerät seiner Wahl das Angebot von Sky Go nutzen und die Matches der 1. Bundesliga in Echtzeit miterleben.

Highlights der Bundesliga mit Schalke - Bayern, Augsburg - RB Leipzig kostenlos in der ARD sehen

Ein Trost bleibt Ihnen, wenn Sie für den Fußballgenuss in der Saison 2017/18 nichts bezahlen möchten: In der ARD sehen Sie die Höhepunkte des 5. Spieltag am Dienstag, dem 19.09.2017, und am Mittwoch, dem 20.09.2017, jeweils ab 22.45 Uhr, wenn Alexander Bommes im Ersten die Partien der englischen Woche zusammenfasst. So sind Sie zwar nicht live dabei, doch die Sahnestücke der Partien werden Ihnen mundgerecht serviert.

Bundesliga heute ohne Sky-Abo kostenlos im Live-Stream und Ticker

Zudem gibt es noch eine andere Möglichkeit, die Bundesliga-Spiele der laufenden Saison im Live-Stream auch ohne Sky-Abo und Fernseher zu erleben. Alternative Live-Stream-Portale wie "bundesliga-streams.net" zeigen die aktuellen Begegnungen in der Fußball-Bundesliga. Beachten Sie dabei jedoch: Die Rechtslage bezüglich von Online-Streaming-Angeboten ist alles andere als eindeutig.

Fußball-Bundesliga am Dienstag (19.09.2017) und Mittwoch (20.09.2017) mit allen Ansetzungen im Überblick

Datum Anpfiff Ansetzung TV-Übertragung / Live-Stream Ergebnis
Dienstag, 19.09.2017 18.30 Uhr Borussia Mönchengladbach - VfB Stuttgart Sky Sport Bundesliga 2:0
Dienstag, 19.09.2017 20.30 Uhr VfL Wolfsburg - SV Werder Bremen Sky Sport Bundesliga 1:1
Dienstag, 19.09.2017 20.30 Uhr FC Augsburg - RB Leipzig Sky Sport Bundesliga 1:0
Dienstag, 19.09.2017 20.30 Uhr FC Schalke 04 - FC Bayern München Sky Sport Bundesliga 0:3
Mittwoch, 20.09.2017 18.30 Uhr 1. FC Köln - Eintracht Frankfurt Sky Sport Bundesliga 0:1
Mittwoch, 20.09.2017 20.30 Uhr Hamburger SV - Borussia Dortmund Sky Sport Bundesliga 0:3
Mittwoch, 20.09.2017 20.30 Uhr 1. FSV Mainz 05 - TSG 1899 Hoffenheim Sky Sport Bundesliga 2:3
Mittwoch, 20.09.2017 20.30 Uhr BSC Hertha Berlin - Bayer 04 Leverkusen Sky Sport Bundesliga 2:1
Mittwoch, 20.09.2017 20.30 Uhr SC Freiburg - Hannover 96 Sky Sport Bundesliga 1:1

BVB mit Clubrekord und 750. Sieg spitze - Dritte Pleite für Hamburg

Borussia Dortmund ließ sich bei der Jagd nach Rekorden in der Fußball-Bundesliga auch nicht vom Hamburger SV stoppen. Der achtmalige deutsche Meister feierte mit dem 3:0 (1:0) beim HSV am Mittwochabend nicht nur den 750. Sieg in der Bundesliga und den Verbleib an der Tabellenspitze, sondern stellte auch eine Clubbestmarke auf: Noch nie blieb der BVB zu Beginn einer Saison so lange ohne Gegentor - fünf Spiele oder 450 Minuten. Der bisherige Rekord lag 16 Jahre zurück, als Bayern Münchens Hasan Salihamidzic im fünften Spiel in der 22. Minute gegen den BVB traf.

Shinji Kagawa (24. Minute) Pierre-Emerick Aubameyang (63.) und Christian Pulisic (79.) trafen vor 52.962 Zuschauern für die klar besseren Gäste. 13 Punkte hat Dortmund nun auf dem Konto. Borussia Mönchengladbach ist am Samstagabendder nächste Gegner - und ein anderes Kaliber als Hamburg. Die Hanseaten kassierten nach den zwei Auftakterfolgen die dritte Pleite in Folge und finden sich vor dem Spiel in Leverkusen am Sonntag nun in den Gefilden wieder, die man an der Elbe fürchtet und der zahlungsmüde Gönner Klaus-Michael Kühne immer wieder kritisiert.

Dortmunds Trainer Bosz hatte Kagawa beim 5:0 gegen Köln noch komplett draußen gelassen und brachte ihn in in Hamburg für Mahmoud Dahoud. Jungstar Christian Pulisic rückte für Maximilian Philipp, Doppeltorschütze gegen Köln, in die Startelf. Geschont wurde weiter Weltmeister Mario Götze, der nicht im Kader war. Beim HSV gab der vor Wochenfrist verpflichtete Sejad Salihovic sein Startelf-Debüt, und Kapitän Gotoku Sakai spielte ebenfalls von Beginn an.

Von Beginn an entwickelte sich ein lebhaftes Spiel, das die Gastgeber engagiert begannen. Durch frühes Stören unterband der Außenseiter zunächst das Kombinationsspiel der Dortmunder. Doch der Champions-League-Teilnehmer nutze jede kleine Unsicherheit und jeden Fehler des HSV - vor allem durch den erneut agilen Neuzugang Andrej Jarmolenko. Dessen präzise Flanke setzte Aubameyang am knapp Tor vorbei (16.).

Die Schnelligkeit der Gäste bereitete den HSV-Profis große Schwierigkeiten, die sich in brenzligen Situationen zum Teil grenzwertige Foulspiele leisteten wie Kyriakos Papadopoulos gegen Pulisic und Sakai gegen Jarmolenko. Das Führungstor fiel dann auch nach einer Freistoßflanke von Jarmolenko auf Ömer Toprak, dessen Kopfball vor die Füße Kagawas fiel, der dann aus kurzer Distanz vollendete. Jarmolenko hätte die Führung zweimal ausbauen können (33. und 35.). Der HSV blieb immerhin mutig, was sich bei André Hahns Kopfball (31.) hätte auszahlen können.

Im zweiten Durchgang ließen die Dortmunder die Hanseaten die ersten 15. Minuten ein wenig gewähren, Verteidiger Mergim Mavraj traf das Außennetz (54.). Dann zogen die Gäste wieder ein wenig an - und sorgten durch Aubameyangs fünftes Saisontor auf Vorarbeit von Jarmolenko für die Vorentscheidung. Trainer Bosz konnte es sich leisten, in der 66. Minute in Jarmolenko den besten Mann vom Platz zu nehmen. Trotzdem traf noch Pulisic.

Süßes Dardai-Jubiläum bei Hertha BSC Berlin: 2:1 im 100. Spiel - Bayer Leverkusenverteidigt naiv

Hertha BSC hat Trainer Pal Dardai ein süßes Jubiläum beschert. Bayer 04 droht dagegen nach der dritten Auswärtspleite nacheinander schon früh in der Saison eine unruhige Zeit. Im 100. Pflichtspiel von Chefcoach Dardai besiegte der Berliner Fußball- Bundesligist am Mittwochabend eine vor allem in der Defensive naive Leverkusener Mannschaft mit 2:1 (2:0) und kletterte in der Tabelle mit acht Punkten auf Rang acht. Mathew Leckie mit seinem bereits vierten Saisontor (16. Minute) und Salomon Kalou (24.) belohnten mit ihren Treffern vor 32.825 Zuschauern im Olympiastadion Hertha für den bisher besten Saisonauftritt. Für die Gäste konnte der emsige Julian Brandt nur noch verkürzen (84.).

Herthas langjähriger Angstgegner Leverkusen, der mit derselben startelf antrat wie beim jüngsten 4:0-Heimsieg gegen Freiburg, setzten durch Julian Brandt das erste Achtungszeichen. Den Schuss des Nationalspielers nach 58 Sekunden Spielzeit wehrte Hertha-Keeper Rune Jarstein aber ab. Für die Gäste blieb die Aktion allerdings für Lange Zeit nur ein Strohfeuer: Zu wenig Tempo, verlorene Zweikämpfe und ein amateurhaftes Abwehrverhalten - erneut blieb Bayer auswärts weit hinter den eigenen Ansprüchen zurück. Im zweiten Abschnitt bestimmt Bayer zwar das Spiel, Zählbares aber sprang nicht heraus. Mit weiter vier Zählern bleibt Bayer auf Rang 14 in der unteren Tabellenregion.

Dardai hatte am Mittwoch wie angekündigt sein Personal nach dem 1:1 in Hoffenheim wieder kräftig durchgemischt. Kapitän Vedad Ibisevic, der in der 7. Minute zum ersten Kopfball kam, Routinier Salomon Kalou, Spielmacher Vladimir Darida und U21-Europameister Niklas Stark rotierten in die Startelf. Und sie brachten den erhofften neuen Schwung. Die erste Chance hatte aber Herthas neuer Torjäger Leckie, der nach langem Pass von Karim Rekik zu lange zögerte. Panagiotis Retsos klärte in höchster Not (9.).

Wenig später machte es Leckie, der im Sommer für drei Millionen Euro aus Ingolstadt gekommen war, besser. Mit Tempo ging der Australier in den Strafraum und schlenzte den Ball mit den linken Fuß über Torhüter Bernd Leno hinweg ins lange, obere Eck. Der Abwehrversuch von Dominik Kohr war naiv und kraftlos zugleich.

Hertha konnte jetzt die Stärken ausspielen, die den Hauptstadtclub erstmals seit acht Jahren wieder die Teilnahme an der Gruppenphase in der Europa League gesichert hatten. Die Berliner standen gut organisiert und defensiv kompakt, schalteten mit großer Geschwindigkeit um. Mitchell Weiser führte einen Einwurf schnell aus. Ibisevic vernaschte an der Grundlage den schläfrigen Leno, die Flanke des Kapitäns köpfte Kalou freistehend zu seinem ersten Saisontor ins leere Bayer-Gehäuse.

"Die Heimspiele sind die Schlüsselspiele", hatte Dardai betont. Entsprechend konzentriert agierten seine Profis. Die Gäste drängten zwar im zweiten Spielabschnitt auf einen eigenen Torerfolg, vor allem Brandt versuchte viel. Der 21-Jährige schürte mit seinem Weitschusstor noch einmal die Leverkusener Hoffnung. Doch an der Niederlage änderte es nichts mehr. Zuvor hatte Leverkusen nur eines der jüngsten zwölf Duelle mit den Berlinern verloren und zum Abschluss der Vorsaison im Olympiastadion sogar mit 6:2 gewonnen.

Fünfte Saisonniederlage für Köln - Bitteres 0:1 gegen Frankfurt

Schlusslicht 1. FC Köln hat auch das fünfte Saisonspiel der Fußball-Bundesliga verloren. Die Mannschaft von Trainer Peter Stöger musste sich am Mittwochabend vor 49.000 Zuschauern Eintracht Frankfurt mit 0:1 (0:1) geschlagen geben und wartet weiter auf den ersten Punkt. Der Franzose Sebastien Haller verwandelte in der 22. Minute einen umstrittenen Foulelfmeter; zuvor war Mijat Gacinovic bei einer Aktion von FC-Torhüter Timo Horn zu Fall gekommen. Die Gäste aus Hessen festigten durch den zweiten Saisonsieg mit nunmehr sieben Punkten ihre Position im Tabellen-Mittelfeld.

FC Bayern München trotzt dem Neuer-Ausfall: Souveränes 3:0 auf Schalke

Der FC Bayern ist zurück an die Tabellenspitze spaziert - zumindest für 24 Stunden. Unbeeindruckt vom Ausfall von Torhüter Manuel Neuer boten die Münchner beim 3:0 (2:0) über den bisher punktgleichen FC Schalke eine meisterliche Vorstellung. Anders als beim 0:2 im vergangenen Auswärtsspiel in Hoffenheim dominierte das Team von Carlo Ancelotti die Partie und kam durch die Tore von Robert Lewandowski (25. Minute/Handelfmeter), James Rodríguez (29.) und Arturo Vidal (75.) zu einem verdienten Sieg. Allerdings können Borussia Dortmund und Hannover 96 am Mittwoch noch vorbeiziehen.

Dagegen blieb die Elf von Domenico Tedesco vor 62.271 Zuschauern in der ausverkauften Veltins-Arena den Nachweis einer Spitzenmannschaft schuldig. Bei allem Mut im Spiel nach vorn mangelte es an Präzision, Tempo und Ideen. Die erste Heimniederlage seit Januar sorgte nach dem guten Saisonstart für Ernüchterung. Schalke muss zudem weiter auf den ersten Sieg gegen die Bayern seit Dezember 2010 warten.

Ohne Neuer, der mit einer Fußverletzung erneut lange pausieren muss, waren die Münchner von Beginn an die dominante Mannschaft. Ancelotti veränderte seine Startelf im Vergleich zum 4:0-Sieg gegen Mainz gleich auf sechs Positionen. Neben Neuer fehlte auch der grippekranke Arjen Robben, Franck Ribéry saß erneut nur auf der Bank.

Bereits in den ersten Minuten bewahrte Schalke-Keeper Ralf Fährmann die Gastgeber vor einem Rückstand. Gegen einen satten Distanzschuss von Sebastian Rudy (8.) und zwei Minuten später gegen Thomas Müller parierte er zweimal stark. Der Rekordmeister war klar am Drücker. Die Schalker leisteten sich zu viele Fehlpässe im Aufbau, die den Bayern natürlich in die Karten spielten. Der Revierclub agierte zwar mutig nach vorne, war aber oft zu unpräzise. Einen Treffer von Amine Harit gab Schiedsrichter Marco Fritz wegen Abseits zurecht nicht (22.).

Nur drei Minuten später fiel dann die hochverdiente Führung für die Gäste: Nach einem Handspiel von Naldo im Strafraum entschied Fritz mit Hilfe des Videoassistenten auf Handelfmeter. Robert Lewandowski blieb cool, verlud Fährmann und erzielte sein sechstes Saisontor.

Die Bayern agierten ballsicherer, organisierter und reifer als die Gastgeber und ließen in ihren Offensivbemühungen auch nach dem Führungstor nicht nach. Real-Leihgabe James stand beim Startelf-Debüt in der Liga völlig frei vor Fährmann und schoss zum 2:0 ein. Kurz darauf wären die Schalker um den angeblich vom FC Bayern umworbenen Leon Goretzka für ihr mutiges Spiel fast mit dem Anschluss belohnt worden, Javi Martínez klärte aber kurz vor der Linie (31.).

Müller hatte kurz nach der Pause die große Chance auf das 3:0, traf aber nur den Pfosten (52.). Die Gastgeber gaben sich trotz des Rückstandes nicht auf. Caligiuri setzte den Ball nach einem Dribbling ans Außennetz, ein Schuss des eingewechselten Jewgeni Konopljanka strich am langen Pfosten vorbei (57.). Neuer-Ersatz Sven Ulreich rettete zudem gleich mehrmals stark. Die Münchner schalteten einen Gang zurück, dennoch rundete Vidal nach einen Zauberpass von James mit dem schönsten Tor des Tages die gelungene Vorstellung ab.

Augsburger Überraschungsteam schlägt auch Vizemeister RB Leipzig

Das Überraschungsteam des FC Augsburg hat in der Fußball-Bundesliga auch RB Leipzig niedergerungen und dem Vizemeister das dritte sieglose Pflichtspiel in Serie eingebrockt. Die Schwaben setzten sich am Dienstagabend dank eines Tores von Michael Gregoritsch schon in der 4. Minute mit 1:0 (1:0) durch und festigten damit sensationell ihren Platz in der Spitzengruppe. Die Gastgeber verdienten sich den Sieg gegen den Champions-League-Teilnehmer vor 26 113 Zuschauern durch eine beherzte Defensive und feierten erstmals unter Trainer Manuel Baum drei Siege in Serie. RB blieb trotz individueller Klasse ideenlos und kassierte die zweite Niederlage.

Leipzigs Trainer Ralph Hasenhüttl hatte für die Partie in der Englischen Bundesliga-Woche Veränderungen in der Startelf angekündigt und sich für eine extreme Rotation entschieden: Nicht weniger als neun Spieler holte der Österreicher neu in die Anfangsformation - einzig Mittelfeldspieler Kevin Kampl und Nationalstürmer Timo Werner waren zuletzt beim 2:2 gegen Mönchengladbach schon von Beginn an dabei.

Neben den Verteidigern Marvin Compper und Benno Schmitz gab auch Torhüter Yvon Mvogo sein Saisondebüt und musste früh den Ball aus dem Netz holen: Nach einem Konter über Caiuby legte Alfred Finnbogason im Strafraum zurück zum herangesprinteten Gregoritsch, der vollendete. Der ehemalige HSV-Profi war neben Jan Moravek und Caiuby neu in die Startelf gekommen - FCA-Trainer Baum hatte im Vergleich zum 2:1 bei Eintracht Frankfurt sein offensives Mittelfeld komplett ausgetauscht.

Kurz darauf hatte Gregoritsch die Chance zum 2:0, schoss nach einem abermaligen schnellen Angriff und erneuter Vorlage von Finnbogason aber am Tor vorbei (12.). Die Taktik der Schwaben wurde schnell deutlich: Schnelle Konter über die Außenbahnen und lange Flanken auf Finnbogason, der den Ball gegen die neu zusammengestellte Abwehrkette der Sachsen zumeist gekonnt abschirmte, sollten zum Erfolg führen.

Die Leipziger setzten auf ihre technische Überlegenheit und suchten mit kurzen Pässen den Weg vor das Tor von Marwin Hitz. Das Fehlen von Naby Keita, ohne den die Hasenhüttl-Truppe noch kein Spiel gewinnen konnte, machte sich bemerkbar. Der 22-Jährige ist nach seiner Roten Karte aus dem Gladbach-Spiel für drei Partien gesperrt. Gegen dicht gestaffelte Gastgeber war für Leipzig kaum ein Durchkommen, Augsburg stand oft mit acht bis neun Mann diszipliniert am eigenen Strafraum.

Gefährlich wurde es bei RB vor der Pause nur selten: Torjäger Werner scheiterte zunächst aus kurzer Distanz und spitzem Winkel an Torwart Marwin Hitz (15.). Marcel Sabitzers Weitschuss ging knapp am Tor vorbei (20.). Nach der Pause stand Augsburg vor einem erneuten Blitzstart und dem 2:0, als der Ball beim schnellen Gegenstoß über Caiuby bei Philipp Max landete, der aus kurzer Distanz aber an Mvogo scheiterte (50.). Danach ähnelte das Bild jenem der ersten 45 Minuten: Die Leipziger, bei denen Emil Forsberg nach einer Stunde für Yussuf Poulsen kam, blieben in ihren Bemühungen immer wieder an einem Augsburger hängen.

Wolfsburg mit Neu-Trainer Schmidt nur mit Remis gegen Bremen

Auch Martin Schmidt ist für den VfL Wolfsburg noch nicht der erhoffte Heilsbringer. Unter dem neuen Trainer kam der VfL im Krisenduell gegen das stark ersatzgeschwächte Werder Bremen nicht über ein 1:1 (1:0) hinaus und offenbarte in der zweiten Halbzeit altbekannte Schwächen. Nach der verdienten Führung durch Divock Origi (28. Minute) und starker ersten Halbzeit wirkte der VfL auch unter dem erst am Montag für den glücklosen Andries Jonker verpflichteten Schmidt seltsam orientierungslos. Fin Bartels (55.) traf für die nach der Halbzeit dominierenden Gäste zum Ausgleich. Allerdings bleibt Werder trotz des Punktes nach fünf Spieltagen weiter sieglos und droht am Mittwoch auf den letzten Tabellenplatz zurückzufallen.

30 Stunden nach seiner Verpflichtung saß Schmidt bereits für Jonker auf der Bank. Der Niederländer Jonker rettete Wolfsburg in der vergangenen Saison in der Relegation zwar denkbar knapp vor dem Abstieg, doch in den vergangenen Wochen war kein Aufwärtstrend zu erkennen. Der VfL holte in den ersten vier Spiele nur vier Punkte. Der Schweizer Schmidt ist nun bereits der dritte Wolfsburger Trainer im laufenden Kalenderjahr und der vierte binnen zwölf Monaten. Manager Olaf Rebbe bewies bislang kein gutes Händchen bei seinen Trainer-Verpflichtungen und steht langsam selbst unter Druck.

Schmidt hatte vor dem Anpfiff vor allem Zug zum Tor gefordert. "Wir wollen schon richtig in die Box rein", sagte der 50-Jährige bei Sky. Tatsächlich begann Wolfsburg vor 26 174 Zuschauern bemüht, das Spiel zu dominieren und Druck aufzubauen. Die erste echte Torchance erspielte sich der VfL aber erst nach knapp einer halben Stunde - und die führte auch sogleich zur Führung. Nach einer scharfen Hereingabe von Paul-Georges Ntep ließ die Bremer Innenverteidigung die Liverpool-Leihgabe Origi bereitwillig zum 1:0 abstauben.

Immer wieder animierte der engagierte Schmidt seine Spieler am Spielfeldrand zur Offensive und Leidenschaft. Tatsächlich war Wolfsburg gegen die ersatzgeschwächten Bremer spätestens nach der Führung klar spielbestimmend und deutlich überlegen. In der Defensive hatte Schmidt im Vergleich zu Jonker wieder auf eine Viererkette umgestellt und setzte im Mittelfeld zudem auf seinen alten Mainzer Schützling Yunus Malli. Die Bremer mussten nach dem kurzfristigen Ausfall von Innenverteidiger Lamine Sané (Knieprobleme) auf insgesamt vier Stammspieler verzichten. Auch Max Kruse, Zlatko Junuzovic und Niklas Moisander fehlten.

Nach einer ganz schwachen ersten Halbzeit wechselte Werder-Coach Alexander Nouri doppelt und gab Neuzugang Ishak Belfodil sowie Philipp Bargfrede eine Chance. Bremen steigerte sich danach offensiv deutlich und wurde belohnt. Fin Bartels köpfte nach Flanke von Thomas Delaney zum Ausgleich. Wolfsburg verfiel in alte Verhaltensmuster, wirkte in der zweiten Hälfte vollkommen orientierungslos und verlor jegliche Stabilität. Bremen dominierte auch in der Folge und hätte kurz vor Schluss durch eine gute Chance von Theodor Gebre Selassie (80.) noch gewinnen können.

Raffael führt Gladbach mit Doppelpack zum Sieg gegen Stuttgart

Angeführt von Stürmer Raffael hat Borussia Mönchengladbach seinen Aufwärtstrend in der Fußball-Bundesliga fortgesetzt. Der Brasilianer schoss die Mannschaft von Trainer Dieter Hecking mit seinen beiden Treffern (57. Minute/74./Foulelfmeter) zum verdienten 2:0 (1:0) gegen Aufsteiger VfB Stuttgart. Nach dem zweiten Saisonsieg haben die Gladbacher nun acht Punkte auf ihrem Konto. Drei Tage nach dem Verletzungs-Schock um Kapitän Christian Gentner kassierte der VfB im dritten Auswärtsspiel die dritte Niederlage und hat weiterhin sechs Zähler.

Vor 44.063 Zuschauern im Borussia-Park kontrollierten die Gastgeber zwar zunächst das Spiel, erarbeiteten sich trotz klarer Vorteile beim Ballbesitz jedoch keine zwingenden Chancen. Der zu Beginn gut organisierte Aufsteiger Stuttgart verteidigte mit einer Fünferkette tief in der eigenen Hälfte. Allerdings taten die Gäste von Trainer Hannes Wolf, der am Mittwoch genau ein Jahr im Amt ist, in der zähen ersten Halbzeit viel zu wenig für das Spiel nach vorne.

Vor dem Anpfiff hatten die VfB-Spieler eine Gruß-Botschaft an ihren schwer im Gesicht verletzten Kapitän Christian Gentner gesendet. Auf den Trainingsjacken der Schwaben waren Gentners Name und seine Rückennummer 20 zu sehen. Der 32-Jährige hatte am Samstag gegen den VfL Wolfsburg (1:0) das Knie von VfL-Torwart Koen Casteels mit voller Wucht ins Gesicht bekommen. Dabei erlitt er eine schwere Gehirnerschütterung sowie Frakturen des Augenhöhlenbodens, der Nase und des Oberkiefers. Am Dienstag wurde Gentner operiert, für ihn rückte Orel Mangala ins defensive Mittelfeld.

Auch Dieter Hecking musste umbauen, nachdem sich Stammkeeper Yann Sommer gegen RB Leipzig (2:2) eine Innenbanddehnung zugezogen hatte. Für den Schweizer stand Tobias Sippel im Tor. Außerdem fehlte Jonas Hofmann (muskuläre Probleme), der im rechten offensiven Mittelfeld von Patrick Herrmann vertreten wurde. Weltmeister Christoph Kramer zog sich nach einem Zusammenprall in der 23. Minute eine blutende Wunde im Gesicht zu und musste zur Halbzeit ausgewechselt werden.

Erstmals kam der Gladbacher Lars Stindl in der 33. Minute gefährlich vor das Tor, doch Weltmeister Ron-Robert Zieler hielt im Nachfassen. Insgesamt mangelte es bei den Borussen lange am Zusammenspiel. Auch deswegen gab es beim Gang in die Kabine vereinzelte Pfiffe der Fans.

Stuttgart hatte in den bisherigen beiden Auswärtsspielen noch keinen Punkt geholt - und wollte das nach der Pause ändern. Der zweimalige Zweitliga-Torschützenkönig Simon Terodde verfehlte nach gut 20 Sekunden nur knapp und zeigte insgesamt ein starkes Spiel. Besser machte es Raffael, der nach Vorarbeit von Nico Elvedi aus Mittelstürmerposition sein erstes Saisontor erzielte.

Anschließend wurde das Spiel in der 60. Minute von Schiedsrichter Sören Storks (Velen) für drei Minuten unterbrochen, da im Stuttgarter Fanblock wiederholt Pyrotechnik gezündet worden war. In der Drangphase der Gladbacher machte Raffael schließlich per Foulelfmeter alles klar. Zuvor hatte Stuttgarts Dennis Aogo seinen Gegenspieler Thorgan Hazard kurz an der Schulter gezogen. Stuttgart drängte in den letzten Minuten energisch auf den Anschluss, blieb aber glücklos.

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