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Von news.de-Redakteur Ullrich Kroemer - 15.01.2014, 11.47 Uhr

Homosexualität im Fußball: Gruppen-Coming-out! Verein plant Schwulen-Nationalteam

Nach dem Coming-out von Thomas Hitzlsperger redet Fußball-Deutschland über schwule Fußballer. Nur DFB, DFL und die Vereine bewegen sich zu träge, moniert der Experte Marcus Urban. Er will die besten schwulen Fußballer in einem Team versammeln - auch bislang nicht geoutete.

Getuschelt wurde schon immer, doch spätestens seit dem Coming-out von Ex-Nationalspieler Thomas Hitzlsperger spricht die gesamte Fußballnation über schwule Fußball-Profis. Was jahrelang ein Tabu war, wird jetzt in der deutschen Fußballszene vielerorts offen thematisiert.

«Thomas Hitzlsperger ist ein Eisbrecher. In den Vereinen und Verbänden entwickelt sich ein Bewusstsein dafür, bislang war das Thema Homosexualität im Fußball ja eher mit Scham und Peinlichkeit besetzt», sagt Marcus Urban, der sich als erster Fußballprofi zu seiner Homosexualität bekannte, im Gespräch mit news.de.

FOTOS: Schwule und Lesben Diese Sportler haben sich geoutet

DFB, DFL und Vereine bewegen sich zu träge

Doch über gut gemeinte Bekundungen hinaus geschieht derzeit noch zu wenig in DFB, DFL, den Landesverbänden und den Vereinen. Zwar veröffentlichte der DFB im vergangenen Jahr die Informationsbroschüre «Fußball und Homosexualität». Doch seither gibt es wenig greifbares Engagement gegen Homophobie im Fußball. «Mein Gefühl ist, dass man sich beim DFB auf der Broschüre ausruht», moniert etwa Sven Wolf, Ansprechpartner im Landesverband Baden.

Dabei hätten DFB und DFL eine gesellschaftliche Verantwortung, die über Reden und Broschüren hinaus gehe, sagt Urban. «Das Potenzial, das das Thema bietet, wird immer noch nicht verstanden.» Es gehe um die Vermittlung von Grundwerten und die Idee von Vielfalt, Kompetenz beim Umgang mit anderen Lebensformen, erklärt der Diversity Berater, der auch DFB und DOSB berät.

VIDEO: Interview mit Thomas Hitzlsperger
Video: YouTube/ dictum law

Urban kennt mehrere schwule Fußball-Weltstars

Urban weiß aus seinem Informantenkreis von mehreren schwulen Weltstars im Fußball. Ein Coming-out könne eine gesellschaftliche Veränderung bewirken, die weit über die Dimension Fußball hinausgehe. «Die Einführung einer Frauenquote, das Coming-Out von Klaus Wowereit, die Homo-Ehe sind nichts dagegen. Deutschland könnte ein Modell für Geschlechtergerechtigkeit werden», sagt Urban.

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