14.04.2020, 20.56 Uhr

Coronavirus aktuell: Umbuchung, Stornierung und Co.! DAS sollten Reisende wissen

Die Corona-Krise bereitet vielen Urlaubern Sorgen. Viele Reisende fragen sich: Kann ich im Sommer in den Urlaub fliegen? Alles was Sie über Stornierungen oder Umbuchungen wissen müssen, erfahren Sie hier.

Urlaub absagen oder nicht? Das gilt jetzt während der Corona-Krise. Bild: dpa

Die Corona-Krise hat vielen über Ostern den Urlaub vermiest. Wegen der anhaltenden Pandemie konnten Verbraucher ihre geplanten Reisen nicht antreten. In der "Bild am Sonntag" riet jetzt EU-Kommissionschefin Ursula von der Leyen dazu, mit der Buchung des Sommerurlaubs noch zu warten. Die Angst wächst: Fällt die Reise nun flach? Wir verraten Ihnen, was sie zu diesem Thema wissen müssen.

Werden die Reisen jetzt storniert?

Das Auswärtige Amt warnt eindrücklich vor Reisen in das Ausland bis Ende April. Rechtlich gesehen stellt die Reisewarnung "unvermeidbare und außergewöhnliche Umstände" dar. Deshalb müssen Sie anstehende Reisen und Flüge, die in diesen Zeitraum fallen, nicht antreten und können diese kostenlos stornieren. Das gilt auch für Pauschalreiseveranstalter wie Tui, FTI, Alltours, Studiosus oder Schauinsland Reisen. Sie haben alle Reisen bis zum 30. April vorläufig abgesagt. Der Reisepreis wird erstattet.

Da aber viele Veranstalter selbst aktuell finanzielle Einbußen verzeichnen, sollen sie Gutscheine an Kunden vergeben, teilte die Bundesriegierung mit. Diese Maßnahme muss aber noch von der EU-Komission gebilligt werden. Diese Lösung soll für alle Reisen und Flüge gelten, die vor dem 8. März gebucht wurden. Diese Gutscheine müssen Kunden aber nicht hinnehmen. "Europaweit haben die Menschen rein rechtlich die Wahl, ob sie das Geld oder einen Gutschein wollen", sagte von der Leyen im Interview mit "Bild am Sonntag".

Und wenn ich den Gutschein nicht einlösen möchte?

Wer nach der Krise nicht mehr reisen möchte, etwa, weil sich der Grund für den geplanten Trip erledigt hat, kann einfach abwarten. Anfang 2022 sollen die Veranstalter die Erstattungen für alle nicht genutzten Gutscheine auszahlen müssen. Sie können aber auch schriftlich widersprechen. So haben Sie einen Nachweis in der Hand, um später Ihr Geld zurück zu bekommen. Das ist auch bei Zahlungen mit der Kreditkarte wichtig. Stellt sich der Veranstalter quer, "reklamieren Sie den Kreditkarten-Umsatz bei Ihrer Bank. Das funktioniert bei Mastercard, Visa und sogar American Express", schreibt "Bild".

Alle aktuellen Entwicklungen zur Coronakrise finden Sie in unserem Schlagzeilen-Ticker

Was ist mit Bürgern, die in der Coronakrise dringend Geld brauchen?

Für solche Fälle ist eine Härtefallregelung vorgesehen. Wenn ein Kunde glaubhaft versichern kann, dass er sonst etwa seine Miete oder dringende Einkäufe nicht mehr zahlen kann, soll er das Geld schon jetzt zurückgekommen. Verbraucherschützer fordern auch, dass Restzahlungen für solche Reisen jetzt nicht mehr verlangt werden, die ohnehin wahrscheinlich abgesagt werden. "Gerade bei Pauschalreisen geht es oft um hohe Beträge, auf die die Menschen lange gespart haben", sagte der Chef der Verbraucherzentralen, Klaus Müller. "Da ist der Frust groß. Kommen dann noch krisenbedingte Sorgen um den Arbeitsplatz hinzu, wird daraus schnell Verzweiflung."

Coronavirus-News aktuell: Welche Rechte haben Individualreisende?

In den meisten Fällen gilt für Individualreisende die Reisewarnung des Auswärtigen Amtes und die Grenzschließung. Wer deswegen nicht in seinem gebuchten Hotelzimmer wohnen kann oder das Mietauto nicht nutzen kann, muss dafür nicht bezahlen, zeigt das deutsche Recht. "Das ist zum Beispiel dann der Fall, wenn die Unterkunft in einem Sperrgebiet liegt und nicht erreichbar ist", schreiben die Verbraucherzentralen. "Das gelte auch für Buchungen auf einem deutschsprachigen Hotelportal", erzählt Reiserechtsexperte Ernst Führich in der "Süddeutschen Zeitung". Wenn Sie direkt bei einem Vermieter ihre Unterkunft vor Ort gebucht haben, sieht die Lage etwas anders aus. Hier gilt das Recht des Urlaubslandes. Hier entscheidet es sich im Einzelfall. Vielleicht ist der Vertrag wegen der Einreisestopps hinfällig und der Vermieter zeigt sich kulant und verschiebt den Aufenthalt. So bleiben Sie nicht auf den Stornogebühren sitzen.

Sollte ich meinen Sommerurlaub vorsorglich stornieren?

Die derzeitigen Regeln gelten nur bis Ende April. Ob diese verlängert werden, ist noch unklar. Dennoch gibt es für alle Reisen, die später stattfinden werden, oft keine kostenlosen Rücktrittsmöglichkeiten mehr. "Daher ist es ratsam, bereits gebuchte Reisen, die erst in einigen Wochen oder Monaten angetreten werden sollen, nicht schon jetzt zu stornieren. Ansonsten fallen Stornogebühren an", sagt Reiserechtsexpertin Sabine Fischer-Volk von der Kanzlei Karimi in Berlin im Gespräch mit der "Süddeutschen Zeitung". Pauschalreisende, die bis kurz vor dem Reiseantritt warten, dürfen hoffen: Wenn im Urlaubsland weiterhin Ausgangssperrungen gelten, können sie kostenlos absagen.

Muss ich trotz Coronavirus-Pandemie den Sommerurlaub bezahlen?

Ja, sagen Experten. Alle Zahlungen für den gebuchten Trip müssen trotzdem an den Reiseveranstalter überwiesen werden.

Kann ich meine Reise umbuchen?

Viele Veranstalter kommen Reisenden entgegen. Kunden können ihren Urlaub umbuchen. So bietet Tui gilt dieses Angebot für alle Reisen bis Ende Mai. Das tolle: Nicht nur das Datum, sondern auch das Reiseziel kann geändert werden. Dann gilt nur der "aktuelle Tagespreis", schreibt der Reise-Gigant auf seiner Webseite. Auch bei FTI können Urlauber alle Reisen, die bis zum 30. Juni stattfinden sollen, kostenlos umbuchen.

Coronavirus aktuell: Lassen sich Flüge umbuchen?

Bei der Lufthansa Group bleiben Tickets für geplante oder stornierte Flüge gültig. Bis Ende August haben Sie dort Zeit, Ihr Ticket bis einschließlich 31. Dezember 2020 kostenlos umzubuchen. Sie können auch den Urlaubsort ändern, dabei müssen Sie aber vielleicht einen Aufpreis bezahlen, weil der Flug dorthin teurer ist. Auch nach dem Abflugdatum lässt sich die geplante Reise noch umbuchen. Das gilt für alle Tickets, diebis 31. März 2020 gekauft wurden und ein gültiges Reisedatum bis 31. Dezember 2020 aufweisen.

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bos/loc/news.de/dpa

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