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26.07.2017, 15.05 Uhr

Strandbad "El Pedocin" in Triest: HIER müssen Männer und Frauen getrennt baden gehen

Wo in den meisten Ländern keine Mauern mehr stehen, so scheinen die Bewohner der italienischen Stadt weiterhin auf eine Trennung zu bestehen. In einem Strandbad in Triest herrscht nämlich noch immer strikte Geschlechtertrennung.

Seit 114 Jahren wird am "El Pedocin"-Strand in Triest geschlechtergetrennt gebadet. Bild: dpa

Wer bislang davon ausging, dass mit dem Ende des kalten Krieges sämtliche Mauern gefallen sind, der hat sich wohl gewaltig getäuscht. Denn in einem Strandbad in Triest steht noch immer eine riesige Mauer. Diese dient in erster Linie dazu, Frauen und Männer voneinander zu trennen.

Getrenntes Baden in Triest: Mauer trennt Männer und Frauen

Zu finden ist der riesige Betonklotz in dem norditalienischen Strandbad "Bagno marino La Lanterna", auch "El Pedocin" genannt. Wie "travelbook.de" berichtet, handelt es sich dabei um den letzten Strand in Europa, an dem die Geschlechter noch immer getrennt baden gehen. Die Triester scheint die ungewöhnliche Trennung jedenfalls nichts auszumachen: "Es ist vielleicht paradox, aber die Mauer macht uns frei", wird die Grundschullehrerin Sabrina Pecchiari zitiert.

Badegäste lieben ihr "El Pedocin"

Bereits seit 1903 gibt es die "Bagni comunali Lanterna" nun schon. Schon damals herrschte an dem Badestrand Geschlechtertrennung, die allerdings nicht immer mittels einer Mauer vollzogen wurde. Lediglich ein Zaun trennte Männlein und Weiblein voneinander. Erst später wurde die Grenze durch eine Mauer ersetzt, die bislang nur ein einziges Mal niedergerissen wurde. Laut "travelbook.de" hatten man im Jahr 1959 den Bereich der Frauen vergrößert.

Noch heute gilt der Strand als sehr beliebt: "Frauen lieben diesen Ort, weil er ihnen Privatsphäre bietet", sagt die Journalistin und Autorin Micol Brusaferro. Außerdem habe die Mauer noch einen entscheidenden Vorteil: "Wenn keine Männer da sind, dann sind ein paar Extra-Kilos oder nicht perfekt gewachste Beine kein Problem." In Triest kann eben auch eine 80-Jährige im Stringtanga ohne Bedenken baden gehen, sagt Brusaferro.

Darum schwören männliche Badegäste auf die Geschlechtertrennung

Und auch die männlichen Badegäste schwören offensichtlich auf die Geschlechtertrennung: Denn die haben endlich ihre Ruhe vor ihren nörgelnden Ehefrauen, erklärt ein unbekannter Badegast. Wenn auch Sie dem ungewöhnlichen Badestrand in Triest mal einen Besuch abstatten wollen, dann haben sie in diesem Sommer noch reichlich Gelegenheit dazu. Denn das Strandbad hat ganzjährig geöffnet und bietet Platz für rund 3.000 Badegäste. Kostenpunkt: nur ein Euro! Dennoch ist der getrennte Badestrand sicherlich nicht jedermanns Geschmack.

Sichtlich entspannt: Die männlichen Badegäste genießen ihre Ruhe. Bild: dpa

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sba/gea/news.de

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