Von news.de-Experte Christian Günther - Uhr

news.de-Expertenrat: Wenn das Gepäck verschollen bleibt

Taucht das Gepäck nicht auf, ist bei einer Flugbuchung das Flugunternehmen zu informieren. Hierfür gibt es Formulare am Schalter. Hier ist auch ein Vorschuss für den notwendigen Kauf von Ersatzkleidung anzusprechen. Hat die Fluggesellschaft den Verlust verschuldet, gibt es vollen Schadensersatz. Im Übrigen gibt es auch bei nicht nachgewiesener Schuld am Gepäckverlust eine Entschädigung. Die ist allerdings in ihrer Höhe beschränkt. Näheres regelt das sogenannte Montrealer Abkommen. Ansonsten sollte man bei der Buchung über einen Reiseveranstalter auch dessen Ansprechpartner unverzüglich informieren. Schließlich kann sich bei Gepäckverlust auch eine Reisepreisminderung ergeben.

Reiseveranstalter insolvent - Diese Rechte haben Urlauber

Das Tourismusgeschäft ist hart. So können Reiseveranstalter auf der Strecke bleiben. Hart treffen würde es dann vor allem die Reisenden, deren Veranstalter mitten im Urlaub pleitegeht. Aus diesem Grund ist jeder Reiseveranstalter gesetzlich verpflichtet, eine Versicherung für solche Fälle abzuschließen. Die Versicherung sichert dabei die Rückzahlung des Reisepreises und einen Rücktransport ab. Als Bestätigung darüber erhält jeder Reisende einen Sicherungsschein. Erst dann darf ein Reiseveranstalter den Reisepreis fordern.

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Schadensersatz für nutzlosen Urlaub

Schadensersatz für verlorene Freizeit sieht das Recht eigentlich nicht vor – mit einer Ausnahme: einen vereitelten oder erheblich beeinträchtigten Urlaub. Der liegt etwa vor, wenn der Veranstalter die Reise vorzeitig abbricht. Auch ein gehörig seinen Zweck verfehlender Urlaub gehört dazu, beispielsweise ein Tauchurlaub ohne Taucherlebnis. Der Schadensersatz hängt vom Reisepreis ab. Ob jemand erwerbstätig ist, spielt für die Entschädigung dagegen keine Rolle. Selbst Kinder können diese geltend machen. Ein Junge erhielt diese beispielsweise, weil das Hotel nicht über das angekündigte Planschbecken verfügte.

Mängel sofort vor Ort ansprechen und daheim in einem Monat reklamieren

Der letzte Tipp ist ganz wichtig: Damit Reisende ihre Ansprüche erfolgreich geltend machen können, ist jeder verpflichtet, sich bei Mängeln unverzüglich an die örtliche Reiseleitung zu wenden. Gibt es keinen Ansprechpartner vor Ort, dann muss ein Veranstalter zumindest für eine telefonische Beschwerdemöglichkeit sorgen und darauf hinweisen. Niemals sollte die Beschwerde allein gegenüber anderen Personen erfolgen, der Hotelrezeption etwa. Innerhalb eines Monats nach offiziellem Reiseende ist die Beschwerde nochmals schriftlich beim Reiseveranstalter anzubringen. Vorsorglich sollten zudem am Urlaubsort Notizen und Aufnahmen zu Ort, Zeit und konkreten Umständen des Reisemangels erfolgen, um diesen in einem eventuell notwendigen Gerichtsverfahren besser beweisen zu können.

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