Von news.de-Redakteur Daniel Forstner - 02.01.2014, 09.00 Uhr

Pfui Deibel!: Seite 2: Die Gardinen müssen zum Abtrocknen benutzt werden!

Die Plakate, mit denen das Hotel wirbt, müssten eigentlich als geniale Werbekampagne ausgezeichnet werden. In einer Plakataktion wird das Hotel als «versehentlich umweltfreundlich» bezeichnet: eine Treppe wird zum umweltfreundlichen Aufzug, ein offenes Fenster zur schadstoffarmen Klimaanlage, und die Gardinen können zum Abtrocknen verwendet werden, um das Handtuch zu sparen.

In einer anderen Kampagne nimmt sich das Hotel mit Vorher/Nachher-Bildern auf die Schippe, die beim Check-In einen gesunden, lebensbejahenden jungen Menschen zeigen, der beim Check-Out von diversen Krankheiten und Verletzungen gezeichnet ist. Über die Jahre hinweg sind zahlreiche ähnliche Kampagnen entstanden, die mit indirekter Werbe-Psychologie arbeiten. Im Buch «The Worst Hotel in the World» sind alle Werbeaktionen zusammengefasst.

Wie schlecht ist das Hans Brinker Hotel wirklich?

Doch ist das Hotel wirklich so schlecht? Van Vessem verneint: «Nein, das ist es nicht. Wir sind zwar ein einfaches Hotel, aber alle unsere Zimmer sind mit einem eigenen Bad und Hochbetten ausgerüstet, Bettwäsche und Handtücher werden auch gestellt. Luxus darf man aber nicht erwarten. Außerdem bieten wir eine tolle Bar mit einer täglichen Happy Hour, ein Restaurant, einen Club im Keller, einen sicheren und abschließbaren Eingangsbereich, eine 24-Stunden-Rezeption und ein im Preis inbegriffenes, kontinentales Frühstück. Ich würde auch hier wohnen wollen. Man lernt schnell Leute kennen, und jeden Tag haben wir in unserem Keller-Club eine Party. Nebenbei sind wir eines der günstigsten Hotels im Amsterdamer Zentrum, alle Sehenswürdigkeiten sind zu Fuß erreichbar. Mal ehrlich: Wer braucht in Amsterdam schon Luxus?»

FOTOS: Urlaub deluxe Die teuersten Hotelsuiten der Welt
zurück Weiter Corinthia Hotel in London (Foto) Foto: Corinthia Hotels Kamera

Der Mythos vom schlechtesten Hotel der Welt

Auf die Frage, was die schlimmste Geschichte sei, die im Hans Brinker Hotel je geschah, wird van Vessem wortkarg: «Was sich im Brinker abspielt, bleibt im Brinker. Am besten ist es, wenn sich jeder selbst ein Bild macht und seine eigene, schlimmste Brinker-Geschichte erlebt.» Fazit: In Zeiten der Luxus-Superlative und des ungezügelten Konsums macht das Hans Brinker Budget Hotel mit der angenehm ehrlich wirkenden und unprätentiösen Werbestrategie alles richtig – selbst wenn es in Wirklichkeit kein versiffter Schuppen ist.

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Dieser Artikel ist dem ab-in-den-urlaub Magazin entnommen. Mehr Informationen finden sie hier!

les/loc/news.de

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