28.09.2013, 08.00 Uhr

Porno sei dank: Die blitzblanke Scham kommt an

Opulente Schambehaarung ist nicht jedermanns Sache: So rasieren, waxen und epilieren Frauen, was das Zeug hält. Divise: Absoluter Kahlschlag! Dabei war noch in den 1970ern das Dreieck im Intimbereich angesagt. News.de klärt auf, warum unter jungen Menschen eine Enthaarungshysterie ausgebrochen ist.

Intimrasur bietet dem Träger zahlreiche kreative Möglichkeiten. Bild: dpa piture alliance

Sexualpädagogik wird auch an der Uni gelehrt: Bei der universitären Ausbildung werden die Studenten geradezu versext. Für Absolventen gibt es immer wieder Neues zu entdecken. So werden an Deutschen Hochschulen Studien gefördert, die sich mit dem Trend zur Intimrasur beschäftigen. Jüngstes Beispiel ist die 24-jährige Anna May, die an der Uni Wien ein Lehramtsstudium absolviert und eine Hausarbeit zum Schönheitsideal der haarlosen Bikinizone geschrieben hat.

Eigene Erfahrungen, wie mit den Haaren im Schambereich umgegangen wird, können die Studentinnen laut «Welt» da zur Genüge einbringen, denn erste Locken sprießen ja bereits mit Beginn der Pubertät.

Anfänge einer rasierten Bewegung

Noch während der Hippieära in den 1960er und 1970er-Jahren war eine Vollenthaarung nicht massentauglich. Eine natürliche Schambehaarung war die Normalität und Schönheitsideal, immerhin galt die prächtige Mähne in der Südsee, Afrika (Pygmäen) und Melanesien sowie Japan für Weiblichkeit und Fruchtbarkeit.

Freie Sicht auf freie Liebe

Mit dem Aufkommen der Videofilmchen aus der Pornoindustrie wurde es in den 1980er immer wichtiger, den Geschlechtsakt deutlicher erkennen zu können. Schließlich wollten die Konsumenten zu Hause ja was für ihr Geld haben.

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Süße Geheimnisse

Ähnlich stark wird der Einfluss orientalischer Einwanderinnen eingeschätzt. Sie haben in den vergangenen 25 Jahren Sugaring in Deutschland bekannt gemacht. Die Halawa genannte Enthaarungsmethode soll aufgrund der Klebeeigenschaften der verwendeten Zuckerpaste zu weniger Hautirritationen führen als Waxing.

Zusätzlich wächst der Druck, weil Medien immer wieder das Thema Schamhaarbeseitigung aufnehmen. Oft auch nur, weil Anbieter von Laserhaarentfernung und Waxing-Studios im TV Werbung platzieren wollen.

Spielerisch nahmen sich auch Hollywoodserien des Problems in den vergangenen Jahren an. In «Sex and the City» hatte die Hauptdarstellerin Carrie Bradshaw nicht nur einmal das haarige Thema aufgegriffen.

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Für den Einfluss der Serie und den allgemeinen Trend zur vollständigen Nacktheit spricht, dass der «Playboy» erst danach angefangen hat, Models komplett unten ohne zu präsentieren.

Studien zur Generation Porno

Wie viele Leute sich wirklich rasieren, ist nur schwer über Umfragen herauszubekommen. Laut Studien schwankt die Zahl zwischen 50 und 90 Prozent bei Frauen unter 30 Jahren. Junge Männer in diesem Alter sollen bis maximal 67 Prozent zum Rasierer greifen. Wie eine Studie der Universität Leipzig zeigt, ist es aber wahrscheinlich nur jeder Vierte.

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Enthaarung nur ein imaginärer Trend?

Die Journalistin Mithu Sanyla hat sich in ihrer Doktorarbeit mit dem Titel «Vulva. Die Enthüllung des unsichtbaren Geschlechts» mit der Norm zur Enthaarung auseinandergesetzt. Dabei kommt sie zu dem vernichtenden Schluss, dass sich nur scheinbar viele Frauen im Intimbereich rasieren. Aus dieser Norm heraus wird eine blitzeblanke Scham zum idealen Schönheitsbild. Doch eigentlich rasiert sich fast kaum eine Frau.

Folgen aus dem Druck der Gesellschaft

Vor allem Mädchen üben untereinander Druck aufeinander aus. Wer sich nicht der Norm zur Komplettrasur unterordnet, fühlt sich schnell ausgegrenzt. Damit steigt auch die Angst keinen Partner zu finden. Doch das ist nicht alles: Zum perfekten Äußeren gehört auch der atemberaubende Sex.

Mittlerweile hat diese Gedankenwelt auch die alle Männer erreicht. Medialer Druck vermittelt auch ihnen, sie müssten sich überall rasieren. Rücken, Beine, Po und Brust - Haare sind bei Männern im Überfluss vorhanden. Das ist auch der Grund, warum Männer nicht Waxen, sie bevorzugen das Stutzen mittels Langhaarschneider.

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rka/loc/news.de

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