Erstellt von - Uhr

David Crosby ist tot: Musikwelt in Trauer! Woodstock-Legende mit 81 Jahren gestorben

Mit zwei verschiedenen Bands wurde David Crosby in die prestigeträchtige "Rock and Roll Hall of Fame" aufgenommen - nun ist der US-amerikanische Singer-Songwriter im Alter von 81 Jahren nach langer Krankheit gestorben.

Der US-Musiker David Crosby ist im Alter von 81 Jahren gestorben. (Foto) Suche
Der US-Musiker David Crosby ist im Alter von 81 Jahren gestorben. Bild: picture alliance/dpa/Another Dimension PR | Anna Webber

Ob als Mitglied von Supergroups wie Crosby, Stills & Nash, als Solokünstler oder durch Auftritte bei legendären Musik-Events wie dem Woodstock-Festival 1969: Die Karriere von David Crosby war gespickt von Meilensteinen, die die Musikwelt verändern sollten. Jetzt ist der einflussreiche amerikanische Singer-Songwriter tot.

David Crosby ist tot: Ehefrau bestätigt Todesfall mit 81 Jahren

Der Musiker starb im Alter von 81 Jahren "nach langer Krankheit", wie seine Ehefrau dem Magazin "Variety" mitteilte. Auch der TV-Sender NBC bestätigte am 19. Januar 2023 (Ortszeit) den Tod unter Berufung auf eine Quelle nahe der Familie. "Obwohl er nicht mehr hier bei uns ist, wird uns seine Menschlichkeit und freundliche Seele weiterhin leiten und inspirieren. Sein Vermächtnis wird durch seine legendäre Musik weiterleben", hieß es in der Stellungnahme.

So schrieb David Crosby mit den Byrds und Crosby, Stills & Nash Musikgeschichte

Der Sänger und Gitarrist mit dem Walrossbart wurde 1941 als David Van Cortlandt Crosby in Los Angeles geboren und für seine beiden Bands The Byrds und Crosby, Stills & Nash gleich zwei Mal in die "Rock and Roll Hall of Fame" berufen.Seine Anfänge als Rockmusiker führten ihn gleich in höchste Höhen mit den Byrds, die er zusammen mit Roger McGuinn und Gene Clark gegründet hatte. Von 1964 bis 1967 spielte er fünf Schlüsselalben des US-Folkrocks ein und hatte mehrere Hits (Neben den Alben "Mr. Tambourine Man", "Turn! Turn! Turn!" und "So You Want To Be A Rock 'n' Roll Star").

Streitereien führten zu Crosbys Entlassung bei den Byrds. Doch er fiel weich und bildete mit Stephen Stills (Buffalo Springfield) und Graham Nash (The Hollies) alsbald die "Supergroup" Crosby, Stills & Nash (CSN). Zeitweise kam der Kanadier Neil Young als viertes Studio- und Live-Mitglied hinzu, so auch 1969 beim berühmten Woodstock-Festival als CSNY.

David Crosby bleibt als begnadeter Solo-Künstler in Erinnerung

Anfang der 70er konzentrierte sich der mit einer wunderbar klaren, hellen Stimme gesegnete Musiker auf sein herausragendes Solo-Debüt "If I Could Only Remember My Name...". Weitere Platten mit den ihm teilweise in Hassliebe verbundenen Weggefährten Stills, Nash und Young folgten eher sporadisch.

Häufig kamen Crosby Rauschgift-Eskapaden und sein ausschweifendes Privatleben in die Quere. Mit wirklich bemerkenswerten Alben trat der Amerikaner erst im gehobenen Alter wieder in Erscheinung. Die fünf zuletzt vorgelegten Solowerke zählen zum Schönsten, Berührendsten und Vornehmsten, was David Crosby in seiner langen Laufbahn gemacht hat - von "Croz" (2014) bis "For Free" (2021) ein beeindruckendes Spätwerk. Im Jahr 2022 hatte Crosby schließlich verkündet, dass er für Konzerte mittlerweile zu alt sei und ihm die Kraft fehle.

Rock-Legende David Crosby hinterlässt Ehefrau und sechs Kinder

David Crosby hinterlässt seine Ehefrau Jan Dance, mit der er seit 1987 verheiratet war, sowie sechs Kinder. Sein erster Sohn James Raymond erblickte 1962 das Licht der Welt, Tochter Erika, Tochter Donovan und Sohn Django folgten. Zudem ist David Crosby der biologische Vater von Bailey Jean und Beckett, den beiden Kindern von Crosbys Musikerkollegin Melissa Etheridge und deren damaliger Ehefrau Julie Cypher, die per Samenspende gezeugt wurden.

Die letzten Jahrzehnte seines Lebens waren geprägt von einer gesundheitlichen Achterbahnfahrt: Infolge einer Hepatitis-C-Erkrankung litt Crosby an Leberproblemen und bekam 1994 ein Spenderorgan, zudem litt der Musiker an Diabetes und Herzproblemen.

Abschied von David Crosby: Musikalische Weggefährten Graham Nash und Stephen Stills verneigen sich vor Singer-Songwriter

Der Tod von David Crosby ließ die Musikwelt erschüttert und trauernd zurück. zu den ersten, die nach Bekanntwerden der Todesnachricht Nachrufe auf David Crosby veröffentlichten, gehörten Graham Nash und Stephen Stills, Crosbys langjährige musikalische Weggefährten.

"Mit tiefer Traurigkeit habe ich vom Tod meines Freundes David Crosby erfahren", schrieb Graham Nash bei Instagram. So mancher Meinungsverschiedenheit zum Trotz habe die Musiker stets "die pure Freude an der Musik, die wir gemeinsam erschaffen haben, der Klang, den wir miteinander entdeckt haben, und Freundschaft, die wir in all den Jahren geteilt haben" verbunden. "David war furchtlos im Leben und in der Musik. Er hinterlässt eine enorme Leere und ein unglaubliches Vermächtnis", so Graham Nash weiter.

Er habe am Morgen ein Zitat des Komponisten Gustav Mahler gelesen, schrieb Bandkollege Stephen Stills bei Social Media: "Der Tod hat auf sanften Katzenpfoten den Raum betreten". Dies habe ihn stutzen lassen. "Ich hätte wissen müssen, dass etwas geschehen war", schrieb er. Crosby und er seien im Lauf der Zeit häufig aneinandergeraten. Der Kitt, der sie zusammengehalten habe, sei die Musik gewesen."Er war zweifelsohne ein musikalischer Riese, seinen harmonisches Feingespür war genial. Ich bin tief betrübt von seinem Tod und werde ihn über alle Maßen vermissen", schrieb Bandkollege Stephen Stills weiter.

"Ich weiß nicht, was ich sagen soll, außer, dass es mir das Herz bricht", schrieb Beach-Boys-Musiker Brian Wilson auf Twitter. "David war ein unglaubliches Talent - so ein großartiger Sänger und Songwriter und ein wunderbarer Mensch." Sängerin Carole King schrieb in einem Facebook-Post: "Mein alter Freund David ist gegangen, aber er hat uns seine Worte, seine Musik und seine wunderschöne Stimme hinterlassen."

Folgen Sie News.de schon bei Facebook, Twitter, Pinterest und YouTube? Hier finden Sie brandheiße News, aktuelle Videos und den direkten Draht zur Redaktion.

/news.de/dpa

Themen: