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14.12.2020, 07.43 Uhr

John le Carré ist tot: Todesschock! Bestsellerautor mit 89 Jahren gestorben

John le Carré wurde aufgrund seiner Spionageromane rund um den Agenten George Smiley zum Weltbestsellerautor. Jetzt ist der britische Schriftsteller nach einer schweren Erkrankung gestorben. Der Schriftsteller ist im Alter von 89 Jahren verstorben. 

Der news.de-Nachrichtenüberblick Bild: Istockphoto

Mit seinen Spionageromanen hat John le Carré das Krimi Genre verändert. Immer noch zieht er mit seinen Werken Leser in den Bann. Doch nunist der britische Bestsellerautor John le Carré im Alter von 89 Jahren verstorben. Das teilte am Sonntagabend sein Verlag Penguin Books in einem Statement mit. Demnach starb er bereits am Samstag an einer Lungenentzündung. Le Carré hinterlässt seine Frau Jane, mit der er 45 Jahre verheiratet war, vier Söhne, vierzehn Enkelkinder und drei Urenkel.

John le Carré ist tot: Stephen King und Fans trauern bei Twitter

Der US-Autor Stephen King würdigte le Carré auf Twitter als "literarischen Giganten und humanitären Geist". Als "einen der großen britischen Schriftsteller der Nachkriegszeit" bezeichnete ihn Roman-Autor Robert Harris im Gespräch mit dem Nachrichtensender Sky News. Bei Twitter ist die Anteilnahme groß. Minütlich nehmen Fans Abschied von dem britischen Schriftsteller. "Britischer Bestsellerautor John le Carré ist tot Möge er in Frieden ruh´n, und den Engerln einen spanndenden Roman schreiben", schreibt ein Nutzer.

"Der Meister des Spionageromans John le Carre, der den Thriller des Kalten Krieges definierte, stirbt mit 89 Jahren | The Times of Israel. Sehr traurig . Le Carre ist der beste Spionageromanautor, aber viel mehr als das - eine Stimme der Komplexität der menschlichen Natur und unserer Zeit", verabschiedet sich ein anderer User vonJohn le Carré.

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John le Carré verarbeitete seine Erfahrungen in seinen Romanen

Geboren wurde le Carré am 19. Oktober 1931 in der südenglischen Grafschaft Dorset. Geheimnisse, Verrat und Lügen durchzogen sein familiäres Umfeld. Das waren auch die Themen, die er in seinem literarischen Werk verarbeiten sollte. Seine Mutter verließ die Familie, als er fünf Jahre alt war. Sein Vater war ein Hochstapler, der zwischen erschwindeltem Reichtum und dem Gefängnis pendelte. Mit ihm setzte sich le Carré in vielen Büchern auseinander, wie zum Beispiel in "Ein blendender Spion" (1986). David Cornwell, so sein bürgerlicher Name, wurde ab den 60er-Jahren wegen seiner zahlreichen Spionageromane zum gefeierten Schriftsteller.

Le Carré studierte Germanistik in der Schweiz und arbeitete schließlich als Agent für den britischen Geheimdienst MI5 und MI6 - allerdings nicht besonders erfolgreich. Währenddessen fing er an zu schreiben; mit seinem dritten Roman - «Der Spion, der aus der Kälte kam» - schaffte er den Durchbruch. Er wurde 1965 verfilmt. Er wurde bekannt für seine intelligenten und spannungsgeladenen Spionageromane, die sich vor allem um den Kalten Krieg drehten.

John le Carrés Karriere: Agent George Smiley wurde Kult

Gut und Böse verschmolzen miteinander, die Agenten waren keine Helden, sondern Menschen mit Stärken und Schwächen. Immer wieder ließ er seinen erdachten Charakter George Smiley, der von seiner Frau betrogen wurde und an der skrupellosen Realität seiner Branche litt, als Agenten in seinen Büchern als Protagonisten auftauchen.  Seinen bekanntesten Auftritt hatte Smiley im Bestseller "Dame, König, As, Spion" (1974), der 2011 mit Gary Oldman 2011 neu verfilmt wurde. Auch die Vorlage zum gefeierten Thriller "A Most Wanted Man" mit Philip Seymour Hoffman (1967-2014), Rachel McAdams (42) und Herbert Grönemeyer (64) aus der Feder von le Carré.

Der Fall des Eisernen Vorhangs veränderte le Carrés Blickwinkel: Seine Bücher handelten nun von Waffenhandel, Machenschaften von Pharma-Konzernen, dem Krieg gegen den Terror oder der russischen Mafia.

John le Carré positionierte sich klar als Brexit-Gegner

Seinen letzten Roman "Federball" (Agent Running in the Field), der 2019 erschien, schrieb er unter dem Eindruck des Votums der Briten zum EU-Austritt. Er handelt von jungen Menschen, die sich in ihrem Land nicht mehr vertreten fühlen. Ein Gefühl, das der entschiedene Brexit-Gegner le Carré selbst empfand. "Ich glaube meine eigenen Verbindungen zu England haben sich in den letzten paar Jahren sehr stark gelöst", sagte er dem "Guardian".

Noch Anfang dieses Jahres wurde le Carré mit dem schwedischen Olof-Palme-Preis ausgezeichnet. Er werde "für seine engagierte und humanistische Meinungsbildung in literarischer Form in Bezug auf die Freiheit des Einzelnen und die Schicksalsfragen der Menschheit" geehrt, hieß es damals in der Begründung der Jury.

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