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Armin Laschet privat: Was macht der Ex-Ministerpräsident von NRW heute?

Nach vier Jahren ist die Ära von Armin Laschet als Ministerpräsident von Nordrhein-Westfalen vorüber. Wie tickt der gebürtige Aachener eigentlich privat? Alles zu seiner Familie, Kindern und seinem Privatleben.

Familie, Kinder, Herkunft - so tickt der NRW-Ministerpräsident privat Bild: picture alliance/Federico Gambarini/dpa

Er war CDU-Chef, Ministerpräsident von Nordrhein-Westfalen und Kanzlerkandidat der Union bei der Bundestagswahl 2021 - Armin Laschet war viele Jahre aus der politischen Welt nicht wegzudenken. Doch wie tickt der gebürtige Aachener eigentlich privat? Alles zu Familie, Kindern und Privatem erfahren Sie hier.

Armin Laschet privat: Kindheit und Familie

Geboren wurde Armin Laschet am 18. Februar 1961 in Aachen. Er wuchs als ältester von insgesamt vier Jungen im Stadtteil Burtscheid auf. Seine Familie gehörte der Mittelschicht an und war römisch-katholischen Glaubens. Laschets Vater Heinrich "Heinz" arbeitete als Steiger im Bergbau der Grube Anna (Alsdorf). Er schulte jedoch um und wurde Grundschulleiter einer Schule in Aachen. Armin Laschets Mutter Marcella war Hausfrau.

Armin Laschet privat: Herkunft der Familie

Die Familie Laschet stammt ursprünglich aus Wallonien. Erst Armin Laschets Großvater Hubert Laschet (1899–1984) war vom belgischen Hergenrath nach Aachen gezogen.

Armin Laschet Karriere: Ausbildung und Werdegang

Nach seinem Abitur 1981 absolvierte Laschet ein Studium der Rechts- und Staatswissenschaften in Bonn und München, das er 1987 mit einem juristischen Staatsexamen abschloss. Nach dem Studium arbeitete er als journalistischer Volontär im Radio (95.5 Charivari). Bis 1994 arbeitete er fürs Bayerische Fernsehen sowie den Bayerischen Rundfunk und war wissenschaftlicher Berater von Rita Süssmuth, der damaligen Bundestagspräsidentin. Er war zugleich Chefredakteur einer vom Bistum Aachen herausgegebenen Kirchenzeitung. Von 1995 bis 1999 war er der Leiter des Einhard-Verlags.

Armin Laschet: So kam er zur Politik

Bereits mit 18 Jahren trat Laschet (1979) in die CDU ein. Von 2001 diente er in der CDU Aachen als Kreisvorsitzender und wurde 2008 in den Bundesvorstand der CDU gewählt. Am 27. Juni 2017 wurde Laschet mit einer absoluten Mehrheit von 100 Stimmen (von 199 Abgeordneten) im Landtag zum elften Ministerpräsidenten des von Nordrhein-Westfalen gewählt. Am 25. Februar 2020 gab er bekannt, dass er für den Vorsitz der CDU kandidieren werde. Am 16. Januar 2021 wurde er schließlich zum neuen Chef der CDU gewählt. Am 11. April 2021 wurde bekannt, dass er mit Markus Söder als Kanzlerkandidat kandidiert - bei der Bundestagswahl 2021 musste sich Armin Laschet jedoch mit seiner Partei geschlagen geben. Inzwischen ist Laschet auch seinen Posten als NRW-Ministerpräsident los: Sein Amtsnachfolger, der am 27. Oktober 2021 zum Ministerpräsidenten Nordrhein-Westfalens gewählt wurde, heißt Hendrik Wüst.

Armin Laschet mit Frau Susanne Laschet verheiratet

Seine heutige Ehefrau Susanne lernte Laschet bei seinem Jugendchor kennen. Susanne Malangrés (heute: Laschet) Familie kommt ursprünglich ebenfalls aus Wallonien. 1985 gaben sie einander das Jawort. Das Paar hat drei gemeinsame Kinder, davon eine Tochter und zwei Söhne, die heute mittlerweile erwachsen sind. Laschet und seine Frau wohnen in Aachen-Burtscheid.

Armin Laschets Sohn Johannes Laschet alias Joe Laschet ist Model und Blogger

Armin Laschets ältester Sohn, Johannes Laschet (geboren 1989), arbeitet als Model und Mode-Blogger. Auf Instagram und für seinen Blog postet er Fotos von sich in Designeranzügen und Texbeiträge über modische Accessoires wie Hüte.

Armin Laschets Tochter Eva und Sohn Julius Laschet

Auf seiner Webseite schreibt Armin Laschet über seine Kinder: "1989 kam unser ältester Sohn Johannes zur Welt, unsere Tochter Eva folgte und Julius machte das Trio komplett."

Armin Laschet privat: Religion und Glaube

Armin Laschet ist gläubiger und praktizierender Katholik. Getauft wurde er in der Aachener Pfarrei St. Michael, zu deren Mitgliedern er seit 1961 gehört. Bis 1977 war er Ministrant in St. Michael und ehelichte seine Susanne auch in der Pfarrei. Statt "römisch-katholisch" bezeichnet sich Laschet mit Augenzwinkern als "rheinisch-katholisch". Er hegt nach wie vor enge Kontakte zur katholischen Kirche in Nordrhein-Westfalen. Gegenüber dem "Spiegel" sagte Laschet 2018: „Christliche Werte spielen in meinem Leben bis heute eine große Rolle, auch wenn ich manchmal mit der katholischen Kirche hadere. Der Markenkern der Christlich Demokratischen Union sei, nicht das Konservative, sondern das christliche Menschenbild, das über allem steht."

Armin Laschet privat: Abstammung von Karl dem Großen

Die Familie von Armin Laschet meint, direkt von Karl dem Großen abzustammen. Laschets Bruder Patrick habe detailliert Stammbäume zusammengetragen und eine Auflistung erstellt, die von Karl dem Großen (747/748-814) in insgesamt 40 Schritten zu Laschet und seinen Brüdern führe. Das schreiben die Journalisten Tobias Blasius und Moritz Küpper in ihrer Laschet-Biografie "Der Machtmenschliche", die am Freitag erscheint. Karl der Große war der mächtigste Kaiser des Mittelalters - und Aachen seine Lieblingspfalz.

Der geborene Aachener Laschet bewundert Karl den Großen und hat in seinem Büro in der Düsseldorfer Staatskanzlei eine goldene Karl-Büste aufstellen lassen. "Als gebürtiger Öcher (Aachener) möchte man natürlich von Karl dem Großen abstammen, und die Wahrscheinlichkeit ist gegeben", zitieren die Autoren Laschets Bruder Patrick. Auch Laschet strebt wie einst der Frankenherrscher nach Höherem.

Armin Laschet privat: Skandale und Kontroversen

2014 sollte Laschet als Lehrbeauftragter an der RWTH Aachen Klausuren zu seinem Seminar korrigieren. Diese waren jedoch beim Verschicken durch die Post verloren gegangen. Als Konsequenz erfand Laschet die Noten, darunter auch Noten von Studenten, die die Prüfung nicht absolviert hatten. Der Skandal erschütterte seine Glaubwürdigkeit als Bildungsbeauftragter. Er musste von seiner Lehrtätigkeit zurücktreten.

Plagiatsvorwürfe um Laschets Buch "Die Aufsteigerrepublik. Zuwanderung als Chance"

Unions-Kanzlerkandidat Armin Laschet (CDU) hat Fehler in seinem Buch "Die Aufsteigerrepublik. Zuwanderung als Chance" aus dem Jahr 2009 eingeräumt und sich dafür entschuldigt. "Mindestens ein Urheber des im Buch verwendeten Materials wird weder im Fließtext noch im Quellenverzeichnis genannt", sagte Laschet auf Anfrage der Deutschen Presse-Agentur. "Um zu klären, ob es weitere Fehler gibt, werde ich unverzüglich die Prüfung des Buchs veranlassen." Es gebe in dem Buch offenkundig Fehler, die er verantworte, erklärte Laschet. "Dafür möchte ich ausdrücklich um Entschuldigung bitten, denn sorgfältiges Arbeiten beim Verfassen von Werken und die Achtung des Urheberrechts sind für mich auch eine Frage des Respekts vor anderen Autoren." Zuvor war auf Twitter ein Hinweis auf mögliche Parallelen zwischen einer Passage aus Laschets Buch und einer anderen Veröffentlichung publik gemacht worden.

In seinem Buch forderte Laschet eine "dritte deutsche Einheit": Nach der Eingliederung der Vertriebenen und der Wiedervereinigung stehe jetzt die Integration der Zuwanderer an.

Er habe das Werk in seiner damaligen Funktion als nordrhein-westfälischer Integrationsminister verfasst, sagte Laschet. "Es ist ein Debattenbeitrag und er diente dazu, die Arbeit des ersten Integrationsministeriums Deutschlands darzustellen und für eine neue Integrationspolitik bundesweit zu werben. Dementsprechend wurde für das Buch auch auf Ausarbeitungen des Ministeriums Rückgriff genommen." Dies gehe aus dem Literaturverzeichnis und der Danksagung hervor. Der Reinerlös des Buchs sei an das Integrationsprojekt "Coach e.V." gespendet worden, das eng mit der Arbeit des Ministeriums verbunden gewesen sei, was seit 2009 bekannt sei.

Armin Laschet privat im Steckbrief

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sig/news.de/dpa