09.10.2020, 07.24 Uhr

Günter de Bruyn ist tot: Deutscher Schriftsteller mit 93 verstorben

Der preisgekrönte Schriftsteller Günter de Bruyn ist tot. Der Autor, der zurückgezogen in Brandenburg lebte, starb am Sonntag im Alter von 93 Jahren. Bundestagspräsident Wolfgang Schäuble würdigte ihn nun als bedeutenden literarischen Chronisten.

Günter de Bruyn starb im Alter von 93 Jahren. Bild: picture alliance/Patrick Pleul/dpa-Zentralbild/dpa

Der Schriftsteller Günter de Bruyn ist tot. Er starb am Sonntag im Alter von 93 Jahren, wie der Landkreis Oder-Spree unter Berufung auf seine Familie am Donnerstag mitteilte. Der Autor lebte im brandenburgischen Görsdorf. Er galt bereits in DDR-Zeiten als einer der bedeutendsten Autoren. Zuvor hatten die "Märkische Oderzeitung" und die "Märkische Allgemeine" berichtet.

Werke von Günter de Bruyn: "Buridans Esel"

Zu seinen Werken gehört der Roman "Buridans Esel" (1968), in der sich ein wehleidiger Bibliothekar nicht zwischen zwei Frauen entscheiden kann. Die Defa verfilmte die Geschichte unter dem Titel "Glück im Hinterhaus" nach einem Drehbuch von Ulrich Plenzdorf.

De Bruyn lehnte DDR-Nationalpreis ab

Geboren wurde de Bruyn am 1. November 1926 in Berlin. Nach dem Krieg arbeitete er zunächst als Bibliothekar, ehe er sich als freier Schriftsteller niederließ. 1976 gehörte er zu den Unterzeichnern des Briefs gegen die Ausbürgerung des Liedermachers Wolf Biermann.

Einige Jahre danach sorgte er für Aufsehen, als er auf einem deutsch-deutschen Schriftstellerkongress die Aufhebung der Zensur in der DDR forderte. 1989 lehnte er den DDR-Nationalpreis ab.

Gehörte zu "bedeutendsten Autoren der deutschen Kulturnation"

Zu seinem 90. Geburtstag hatte Kulturstaatsministerin Monika Grütters (CDU) de Bruyn als einen der "bedeutendsten Autoren der deutschen Kulturnation" gewürdigt. De Bruyn gewann zahlreiche Preise, darunter den Thomas-Mann-Preis und den Deutschen Nationalpreis. Er habe sich seinen Lesern und Leserinnen stets mit großem menschlichen Einfühlungsvermögen genähert, erinnerte der Landkreis.

Schäuble: De Bruyn bedeutender literarischer Chronist

Bundestagspräsident Wolfgang Schäuble hat den Schriftsteller Günter de Bruyn als bedeutenden literarischen Chronisten gewürdigt. Als feinsinniger Romancier habe er die Abgründe der Zeitgeschichte, des Alltags in der DDR und der preußischen Monarchie beschrieben, schrieb Schäuble am Donnerstag in einer Mitteilung. De Bruyn ist im Alter von 93 Jahren gestorben.

"Er hinterlässt ein eindrucksvolles Werk, das viele Facetten der deutschen, besonders der brandenburgischen Geschichte in all ihrer Widersprüchlichkeit spiegelt", so Schäuble. Selbst als es in der DDR politisch nicht opportun gewesen sei, habe er an der Idee der Unteilbarkeit der deutschen Kulturnation festgehalten. Immer wieder habe er sich aus seiner zutiefst humanistischen Grundhaltung zu Wort gemeldet.

Schon gelesen?Alzheimer! Enkel des 10. US-Präsidenten verstorben

Folgen Sie News.de schon bei Facebook und YouTube? Hier finden Sie brandheiße News, aktuelle Videos, tolle Gewinnspiele und den direkten Draht zur Redaktion.

sig/news.de/dpa

Empfehlungen für den news.de-Leser