24.07.2020, 15.09 Uhr

Vormundschaft: Raus aus der Vormundschaft? Unterstützung für Britney Spears wächst

Seit mehr als zwölf Jahren steht Britney Spears unter einer Vormundschaft. Im August entscheidet sich, ob sie die Kontrolle über ihr eigenes Leben zurückerlangt.

Britney Spears während eines Events in Los Angeles. Bild: Kathy Hutchins / Shutterstock.com/spot on news

Anfang 1999 erschien ihr Debütalbum "... Baby One More Time", seither ist Britney Spears (38) einer der größten Popstars des Planeten. Seit 2008 befindet sich die Sängerin allerdings unter einer Vormundschaft. Nach mehr als zwölf Jahren könnte Spears Ende August womöglich endlich wieder komplett frei sein - und selbst über ihr Leben und Vermögen entscheiden.

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Wie alles begann

Zu Beginn der 2000er Jahre gab es nur wenige Popstars, die Spears in Sachen Beliebtheit das Wasser reichen konnten. Doch schon bald schienen ihr der Rummel um ihre Person, eine schier unmenschliche Arbeitslast, gescheiterte Beziehungen und ein Sorgerechtsstreit zuzusetzen. Ihre erste "Scherz"-Ehe zu ihrem Jugendfreund Jason Alexander wurde 2004 nach nur 55 Stunden annulliert, ihre zweite Ehe mit dem Tänzer Kevin Federline (42), mit dem sie die gemeinsamen Söhne Jayden (geb. 2006) und Sean (14) hat, wurde 2007 geschieden. Mit einem angeblichen Nervenzusammenbruch und einer kompletten Kahlrasur sorgte sie nach der Scheidung für Schlagzeilen, ein kurzer Aufenthalt in einer Klinik folgte. Die Welt sorgte sich um einen Pop-Engel, der abgestürzt war und offenbar mit psychischen Problemen zu kämpfen hatte.

Die Wogen glätteten sich jedoch allmählich und die Geldmaschinerie Spears lief wieder an. Ein beachtliches Vermögen, Medienberichte sprechen von bis zu 250 Millionen US-Dollar, hat die heute 38-Jährige in den vergangenen mehr als 20 Jahren unter anderem mit ihrer Musik, mehreren großen Tourneen sowie Film- und Fernsehauftritten angehäuft. Herrin über sich selbst und über ihr Vermögen ist sie jedoch schon lange nicht mehr. Nach einem Eilantrag wurde die Sängerin im Februar 2008 entmündigt und ihr Vater Jamie (68) von einem Gericht als Vormund eingesetzt. Über ein Jahrzehnt lang verwaltete er das Vermögen seiner Tochter, die angeblich nur ein für ihre Verhältnisse geringes wöchentliches Taschengeld bekommen soll. Ende 2019 gab Jamie Spears schließlich die Vormundschaft ab, die daraufhin von Jodi Montgomery, einer langjährigen Mitarbeiterin der Sängerin, vorübergehend übernommen wurde.

Im Mai 2020 hatte das Klatschportal "Page Six" der "New York Post" schließlich berichtet, dass Spears' Vormundschaft laut entsprechenden Gerichtsunterlagen bis zum 22. August 2020 verlängert werde. Eine Anhörung sei für den 06. August anberaumt. Kann die Sängerin den Richter davon überzeugen, dass sie nicht mehr mit ihrer geistigen Gesundheit zu kämpfen hat, könnte sie Ende August womöglich wieder über ihr Vermögen selbst entscheiden dürfen.

Wie geht es ihr heute wirklich?

Nachdem Britney Spears zwischenzeitlich nicht mehr durch öffentliche Eskapaden für Aufsehen sorgte, schien es in den vergangenen Monaten allerdings wieder bergab zu gehen. Im April 2019 ließ sie sich in eine psychiatrische Einrichtung einweisen, laut US-Medienberichten auf eigenen Wunsch. In einem Fan-Podcast wurden damals Vorwürfe laut, dass sie jedoch gegen ihren Willen dort festgehalten werde. Erstmalig begann das Hashtag #FreeBritney in den sozialen Medien zu trenden. Menschen gingen sogar auf die Straße, um für eine Freilassung der Sängerin zu protestieren.

Seither stellen Anhänger und Medien sich wiederholt die Frage, wie es Spears mittlerweile tatsächlich geht. In den letzten Wochen gewann das Hashtag dann erneut an Beliebtheit, eine regelrechte Bewegung, die ein selbstbestimmtes Leben und die Aufhebung der Vormundschaft fordert, entstand. Viele Fans fragen in den Kommentaren zu den Social-Media-Posts der Pop-Prinzessin immer wieder nach dem Zustand der Sängerin. Reagiert hat Spears darauf bisher nicht.

In einem aktuellen Clip bei Instagram beantwortet sie zwar Fragen ihrer Follower, sie beschränkt sich aber unter anderem darauf, von ihrem Lieblings-Disneyfilm zu erzählen. Ein Nutzer kommentiert etwa: "Wer hat dir diese Fragen gestellt? Ich lese die Kommentare jeden Tag und niemand hat jemals diese Fragen vorgebracht. Die Frage, die wir dir stellen, ist: Geht es dir gut? Und wir bekommen nie eine direkte Antwort von dir, Britney."

Zahlreiche Fans scheinen mittlerweile an regelrechte Verschwörungstheorien zu glauben. Vermehrt wird unter anderem gefragt: Hat Spears überhaupt die Kontrolle über ihre eigenen Social-Media-Kanäle? Sogar geheime Botschaften, in denen sie versteckt um Hilfe ruft, habe sie gesendet - sind sich manche sicher. Vor knapp drei Wochen hatte ein Fan in einem Kommentar geschrieben, dass sie in ihrem nächsten Post ein gelbes Kleidungsstück tragen solle, falls sie Hilfe benötige. Am 2. Juli veröffentlichte die 38-Jährige daraufhin tatsächlich einen Clip bei Instagram, in dem sie lächelnd ein gelbes Top trägt. Dazu schrieb sie nur, dass sie von einer Blumenlieferung so entzückt gewesen sei, "dass ich mein liebstes gelbes Shirt angezogen habe und dass ich einfach mit euch teilen musste".

Das sind ihre Unterstützer

Zur Seite stehen Britney Spears aber nicht nur ihre Anhänger, sondern auch ihre Geschwister. Ihre Schwester Jamie Lynn (29) erklärte Medienberichten zufolge auf eine forsche Nachfrage eines Fans, der von einer "offensichtlichen psychischen Erkrankung" der Sängerin sprach, dass er kein Recht dazu habe, auch nur "irgendetwas über meine Schwester anzunehmen - und ich habe kein Recht dazu, über ihre Gesundheit und persönliche Angelegenheiten zu sprechen." Ihre Schwester Britney sei "eine starke, knallharte, unaufhaltbare Frau". Dies sei das einzige Offensichtliche für sie.

Spears' Bruder Bryan (43) erklärte unterdessen in dem Podcast "As NOT Seen on TV". Seine Schwester habe "schon immer" einen Ausweg aus der Vormundschaft gesucht, die sehr "frustrierend" für Britney sei. "Egal ob jemand in Frieden kommt oder mit einer gewissen Attitüde, muss es frustrierend sein, wenn dir jemand durchgängig sagt, was du zu tun hast. Sie will jetzt schon seit einiger Zeit [aus der Vormundschaft] raus."

Auch prominente Unterstützer hat Spears. Bereits 2019 sang Miley Cyrus (27) während eines Auftritts "Free Britney" ins Mikrofon. Zuletzt meldete sich unter anderem die Schauspielerin Taryn Manning (41, "Orange Is the New Black") zu Wort, an deren Seite Spears im Film "Not a Girl" zu sehen ist. Mit einem Screenshot erinnert sich Manning an eine "wundervolle Zeit" zurück. "Britney, ich weiß, dass du verdammt stark bist und dein eigenes Gehirn und deine eigenen Denkprozesse hast", schreibt sie weiter. Für Manning sehe Spears glücklich aus. Gleichzeitig forderte sie jedoch, dieser "wundervollen Frau die Würde zu geben", die sie sich verdient habe. "Wir alle wissen, dass sie unter einer unfairen Art von Kontrolle" stehe. Von den ganzen Spekulationen sollten ihre Fans aber absehen. "Verliert nicht den Glauben, wünscht ihr alles Gute."

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