06.07.2020, 20.46 Uhr

Ennio Morricone tot: "Spiel mir das Lied vom Tod" - Legendärer Filmkomponist (91) verstorben

Der für seine Filmmusiken berühmte italienische Komponist Ennio Morricone ist tot. Er starb im Alter von 91 Jahren an den Folgen eines Sturzes. Seine Musik zu "Spiel mir das Lied vom Tod" machte ihn weltweit berühmt.

Der Komponist Ennio Morricone ist im Alter von 91 Jahren gestorben. Bild: dpa

Die Filmwelt hat eine echte Legende verloren. Der italienische Filmkomponist Ennio Morricone ist im Alter von 91 Jahren gestorben. Der für seine unvergesslichen Filmmusiken bekannte italienische Komponist starb am frühen Montagmorgen in Rom, wie ein Anwalt der Familie am Montag der Deutschen Presse-Agentur bestätigte. Als Todesursache wird ein Sturz angegeben. Die Familie von Ennio Morricone kündigte in einer Mitteilung an, dass die Beerdigung unter Ausschluss der Öffentlichkeit stattfinden wird.

Ennio Morricone ist tot: Italienischer Film-Komponist stirbt mit 91 Jahren

Der im römischen Stadtteil Trastevere geborene Morricone, der auch gerne als Dirigent auf Tournee ging, war in den 1960er Jahren zu Weltruhm gelangt, als er seine Zusammenarbeit mit Sergio Leone begann. In den Folgejahren schrieb er den Soundtrack zu den großen Spaghetti-Western des Regisseurs - von "Spiel mir das Lied vom Tod" über "Eine Handvoll Dollar" bis hin zu "Zwei glorreiche Halunken". Ennio Morricone komponierte im Laufe seiner Karriere die Filmmusik von mehr als 500 Filmen.

Auch für Klassiker wie "The Mission" und "Es war einmal in Amerika" - mit Hollywoodstar Robert de Niro in der Hauptrolle - ersann der Mann mit der markanten Brille ebenso eindrucksvolle wie bewegende Melodien. Die zarten Oboen-Klänge, mit denen Jeremy Irons alias Pater Gabriel in "The Mission" Kontakt zu dem Volk der Guaraní aufnimmt, brachten dem vielfach ausgezeichneten Morricone eine seiner mehrfachen Oscar-Nominierungen und einen Golden Globe ein.

Ennio Morricone wurde als Filmkomponist mit dem Oscar und dem Golden Globe geehrt

Trotz aller Nominierungen erhielt der Komponist, der am römischen Konservatorium Santa Cecilia studiert hatte, erst im Alter von 87 Jahren die begehrte Oscar-Statue - für seinen Soundtrack zu Quentin Tarantinos Western "The Hateful 8", dessen verschneite Landschaften er stimmungsvoll in Szene gesetzt hatte. 2007 hielt er den Oscar bereits einmal in Händen, allerdings nicht für eine Filmmusik, sondern für sein Lebenswerk.

"Ich arbeite nur mit Regisseuren zusammen, für die ich Freundschaft und Achtung empfinde", hat Morricone einmal gesagt. Dazu gehörten auch Bernardo Bertolucci, Brian De Palma und Roman Polanski. Wichtig sei aber letztlich nur eins, meinte der Maestro, nämlich "dass der Komponist sich immer selbst treu bleibt".

Oscar-Preisträger Ennio Morricone gestorben: Familie war ihm wichtiger als Preise

Dem Mann, der mehr als 500 Filmscores komponiert hat, waren Preise eher egal. "Erfolg kann schon befriedigend sein, aber die Musik muss stets pur und korrekt sein, niemals bloß ein Vehikel, um anerkannt zu sein", schreibt er in seinem Erinnerungsbuch "Life Notes" ("La musica e oltre"). Und weiter: "Der beste Preis meines Lebens war die Feier der Goldenen Hochzeit mit meiner Frau Maria." Getroffen hat er sie mit 22 Jahren. Gemeinsam hat das Paar vier Kinder, drei Söhne und eine Tochter. Als Italiener bedeutet ihm die Familie mehr als seine Kunst, hatte er einmal erklärt.

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sba/fka/news.de/dpa

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