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12.11.2019, 14.54 Uhr

Benjamin Piwko: Seit Arztfehler gehörlos! "Let's Dance"-Star schreibt Buch

Bei "Let's Dance" tanzte sich Benjamin Piwko auf den dritten Platz und das trotz seiner Gehörlosigkeit. Nun hat der 39-Jährige ein Buch geschrieben: "Ich möchte den Menschen zeigen, dass man als Gehörloser nicht behindert ist." Angela Merkel hätte er auch einiges zu sagen.

Benjamin Piwko bei einem Auftritt in Berlin. Bild: imago images/eventfoto54/spot on news

Benjamin Piwko (39) begeisterte in diesem Jahr bei "Let's Dance". Im Finale tanzte er sich mit Profitänzerin Isabel Edvardsson auf Platz 3. Derzeit ist er mit der RTL-Tanzshow sogar auf Live-Tour. Seit einem ärztlichen Behandlungsfehler in seiner Kindheit ist Benjamin Piwko gehörlos. Doch aufgeben ist für ihn keine Option. In seinem Buch"Man hört nur mit dem Herzen gut"(Mosaik) erzählt er seine Geschichte.

Gehörlos bei "Let's Dance": Benjamin Piwko veröffentlicht sein Buch

"Es heißt immer, ich habe ein Handicap, aber das stimmt nicht. Ich finde, ich habe eine Superpower", sagt der Kampfsportler und Schauspieler im Interview mit spot on news. "Denn ich kann Menschen anhand ihrer Körpersprache und kleinster Bewegungen und Regungen im Gesicht lesen." Eine Message ist dem 39-Jährigen mit seinem Buch besonders wichtig: "Ich möchte den Menschen ja immer zeigen, dass man als Gehörloser nicht behindert ist", erklärt er.

Benjamin Piwko will Menschen inspirieren

"Mein Buch soll inspirieren und den Menschen zeigen: Man kann alles schaffen, wenn man an sich glaubt. Menschen bauen immer Wände auf - ich möchte sie einreißen. Ich glaube daran, dass alle Menschen gleich sind. Wir haben unterschiedliche Stärken und Schwächen, die Verschiedenheiten sind eine Bereicherung, keine Bedrohung", sagt Piwko im Interview weiter.

In seinem Alltag erlebt Benjamin Piwko oft Vorurteile. "Man wird oft einfach abgestempelt: 'Der ist ja taub' und versucht dann gar nicht, mit mir zu kommunizieren. Da fühle ich mich manchmal doch ausgeschlossen", gesteht der Schauspieler. In den USA läuft es jedoch besser. Dort werde man nicht direkt in eine Schublade gesteckt, sagt Piwko. "Die sind neugieriger, haben weniger Hemmungen, mich einfach anzusprechen. Was soll auch passieren? Sie sehen Gebärdensprache als Fremdsprache, die man lernen kann und versuchen dann, wenn sie nicht gebärden können, sich mit Händen und Füßen Mühe zu geben." In Deutschland seien die Menschen gehemmter und würden es laut Piwko noch nicht einmal versuchen.

DAS würde Benjamin Piwko Angela Merkel sagen

Benjamin Piwko sagt von sich selbst, dass er ein großer Fan von Angela Merkel sei. Doch eines stört ihn an der Politikerin. "Ich würde mich freuen, wenn bei ihren großen Reden ein Dolmetscher an ihrer Seite ist, da ich gern direkt verstehen möchte, was sie sagt", sagt der 39-Jährige im spot on news-Interview. "Deutschland hinkt leider echt hinterher, was die Untertitelung von TV-Sendungen angeht. Das hilft ja nicht nur uns, sondern auch Ausländern, die Deutsch lernen wollen."

Das Buch "Man hört nur mit dem Herzen gut: Was man von Gehörlosen lernen kann" von Benjamin Piwko finden Sie hier.

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