09.03.2017, 15.01 Uhr

Jochen Busse privat: Das sagt er heute über den dunklen Fleck in seiner Karriere

Nach langer Pause kehrt der Kabarettist und Schauspieler Jochen Busse noch mal mit einer neuen Sitcom ins Fernsehen zurück. Im TV sei er "immer das Arschloch" gewesen, sagt er im Interview. Doch wie tickt der heute 76-Jährige privat eigentlich so?

Der Schauspieler Jochen Busse will's noch mal wissen - und kehrt ins deutsche TV zurück. Bild: Henning Kaiser/dpa

Der Kabarettist und Schauspieler Jochen Busse (76) weiß um die Wirkung seines Äußeren: "Ich war immer das Arschloch im Fernsehen", sagte er der Deutschen Presse-Agentur in Köln. Man müsse wissen, wie man wirke: "Wenn jemand adipös ist, kann er keinen Schlanken spielen. Und wenn einer aussieht wie ich, ist es leichter, er spielt einen Miesen", sagte Busse. Er verwies auf den Erfolg, den man damit haben kann: "Es gibt einen Schauspieler in Amerika, er heißt Jack Nicholson, der hat damit eine große Karriere gemacht. Ich habe damit eine kleine Karriere gemacht. Da bin ich sehr mit zufrieden."

Jochen Busse machte Karriere mit "7 Tage, 7 Köpfe" und "Das Amt"

Busse dürfte vielen Menschen aus "7 Tage, 7 Köpfe" oder "Das Amt" (beides RTL) bekannt sein. Eigentlich hat er aber noch viel mehr in seiner Kabarett- und Schauspiel-Karriere gemacht. Oft war er dabei auf irgendeine Weise der Bösewicht. RTL trat damals einen kleinen Comedy-Boom los. Einer der einprägsamsten Köpfe: Jochen Busse. Nun ist er tatsächlich wieder da - mit einer neuen Sitcom: In "Nicht tot zu kriegen" (RTL, ab Donnerstag, 09.03.2017, 21.15 Uhr) spielt er abermals einen fiesen alten Mann.

Man kann das als kleine Überraschung ansehen, weil der 76-Jährige seit rund zehn Jahren keine große Rolle mehr im Fernsehen gespielt hat. Man erinnert sich vor allem noch daran, wie er bei "7 Tage, 7 Köpfe" mit seiner "bekannt liebenswürdigen Art" Witze von Rudi Carrell und Mike Krüger anbahnte. Und wie er bei "Das Amt" den fleischgewordenen Beamten-Witz verkörperte. Es waren andere Zeiten, es waren die 90er.

Biografie und Lebenslauf: Jochen Busse will das Leben als Komödie verstehen

Busse wurde in Iserlohn im Sauerland geboren. Seine Heimat Iserlohn hatte Busse noch vor dem Abitur gegen München eingetauscht, um sein Ziel, Schauspieler zu werden, zu verwirklichen, wie er in seinem Buch "Wo wir gerade von belegten Brötchen reden: Die Komödie meines Lebens" (Ullstein, 304 Seiten, 19,99 Euro) erzählt. Ohne finanzielle Unterstützung von zuhause - sein Vater war mit einem Metall verarbeitenden Betrieb pleite gegangen - schlug er sich dort mit Gelegenheitsjobs durch und sammelte Bühnenerfahrung, als Statist an den Kammerspielen oder bei den "Knallfröschen". Später spielte er dann im Münchner "Rationaltheater" und im Düsseldorfer "Kom(m)ödchen", von 1976 bis 1991 gehörte Busse zum Ensemble und Autorenteam der Münchner Lach- und Schießgesellschaft. Bis heute steht er auf der Bühne.

Sex-Filme? Jochen Busse über seine Anfänge

Auch über seine filmischen Anfänge schreibt Busse in seinem Buch: "Die waren gepflastert von kleinen Rollen in belanglosen sogenannten 'Sexfilmen'." Diese Filme wie "Die Jungfrauen von Bumshausen" oder "Hausfrauenreports" hätten ihm "weder genutzt, noch haben sie mir geschadet", so Busse. "Sie waren ja auch gänzlich harmlos und äußerst mäßig." Busses Leinwand-Präsenz endete Anfang der 90er. Bis dahin war er auch mit Thomas Gottschalk und Mike Krüger in "Die Supernasen" zu sehen und in "Hochwürden erbt das Paradies" oder "Kehraus".

Jochen Busse privat aktuell mit Ehefrau Constanze Volkne verheiratet

Aber nicht nur über seine Karriere, auch über die wichtigsten Frauen in seinem Leben berichtet Busse in seinem Buch: "Dass ich inzwischen zum vierten Mal verheiratet bin, also drei immer teurer werdende Scheidungen hinter mir habe, war nicht von mir beabsichtigt. Es ist halt passiert. Ich habe bei jeder meiner Partnerinnen wirklich geglaubt, sie sei die richtige Frau fürs ganze Leben."

Seit 2007 ist er mit Constanze Volkne, seiner inzwischen vierten Ehefrau verheiratet. Von dem Versuch, eine langweilig gewordene Ehe mit einem Seitensprung zu retten, hält Busse nichts, wie er einmal der Deutschen Presse-Agentur sagte: "Irgendwie fragt sich dann doch jeder 'Was hat der oder die andere, was ich nicht habe?'. Und das schwelt immer weiter. Zuviel Freiheit in der Ehe ist dann doch beleidigend", so Busse. "Eine Ehe läuft, wie sie läuft. Und man kann alles für sie tun, solange sie funktioniert - doch man kann nichts für sie tun, wenn die Luft raus ist."+

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