Von news.de-Volontärin Juliane Ziegengeist - 17.08.2011, 10.04 Uhr

Maximilian Brückner: «Tatort»-Kommissar flitzt nackt durch Buenos Aires

Als Pitschi Greulich geht er in der Komödie Resturlaub gerade auf Selbstfindungstrip. Sonst jagt er als Tatort-Kommissar im Saarland Verbrecher. Im news.de-Interview spricht Schauspieler Maximilian Brückner über seine aktuelle Kinorolle und erklärt, was für ihn Heimat ist.

Maximilian Brückner als Tatort-Kommissar Franz Kappl. Bild: dpa

Herr Brückner, Sie sind seit einigen Wochen auf Promo-Tour für Resturlaub. Wie oft haben Sie den Film mittlerweile schon gesehen?

Maximilian Brückner: Das kann ich gar nicht mehr sagen. Den Schluss schon gefühlte Tausendmal, weil ich dann immer in den Saal komme. Ich schaue meistens ohnehin nicht den ganzen Film. Ich gehe ab und zu mal rein, einfach um zu gucken, wie die Leute auf den Film reagieren, ob sie Spaß haben und lachen können. Und bis jetzt läuft das ziemlich gut.

Können Sie noch lachen, wenn Sie einen der Gags schon zig Mal gesehen haben?

Brückner: Komischerweise schon. Sogar manchmal an Stellen, an denen ich vorher nicht gelacht habe. Das ist ja das Lustige: Wenn man einen Film öfter sieht, fallen einem Dinge auf, die man vorher überhaupt nicht gesehen hat. Genauso ist es mit manchen Pointen.

Wie würden Sie denn den Humor des Films beschreiben?

Brückner: Das ist Tommy Jaud (lacht). Wer die Bücher gelesen hat, der weiß, was das für eine Art von Humor ist. Ich finde ihn sehr gut. Er kann super Situationen schreiben - das ist wichtig, sonst hätte ich den Film auch nicht gemacht. Der Unterschied ist nur: Wenn man einen solchen Film dreht, also das Medium wechselt von Schrift in bewegte Bilder, kann es sein, dass etwas, das vorher lustig war, auf einmal ganz ernst wird.

Wieso?

Brückner: Wenn man Resturlaub liest, hat man einfach nur diese Stereotypen im Kopf und kann drüber lachen. Zum Beispiel die Hochzeitsrede: Gespielt kann die so knallhart werden, da ist es die Herausforderung, am Ende den Bogen zu schaffen, so dass die Hauptfigur Pitschi ein Sympathieträger bleibt. Das, was er macht, ist eigentlich unter aller Kanone. Wenn du das Buch liest, lachst du dich kaputt. Aber im Film hast du echte Menschen und da verändert sich eben auch die Komik.

Ihre Figur, Pitschi Greulich, ist Mitte 30 und haut ab nach Buenos Aires, um noch einmal etwas zu erleben. Sie hingegen haben sich in Ihrer Heimat Bayern niedergelassen. Trotz der Unterschiede: Wie haben Sie sich der Figur genähert?

Brückner: Grundsätzlich ist Pitschi jemand, mit dem sich jeder identifizieren kann. Gerade unsere Generation kennt die Angst vor Veränderung, vor Verantwortung, Familie, Kindern, Heiraten. Da kriegen viele Panik, weil sie denken, sie verpassen etwas. Das gilt für Männer wie für Frauen. Ich bin da schon etwas weiter, hatte diese Angst vielleicht mit Anfang 20. Mittlerweile heiraten viele meiner Freunde und kriegen Kinder. Und das ist ganz was Schönes. Ein Abenteuer.

Im Film gibt es einige sehr explizite Szenen. Sie rennen zum Beispiel nackt durch Buenos Aires - und dann gibt es noch diesen Vorfall mit der Chillisoße. Wie groß war die Überwindung?

Brückner: Schon groß. Ich bin normalerweise kein Mensch, der sich die Klamotten vom Leib reißt. Im Gegenteil. Ich bin eher sehr zurückhaltend. Und noch dazu waren das ja keine Statisten in Buenos Aires, sondern ganz normale Leute, die zur Arbeit gingen. Ich habe mich sowieso schon immer gefragt: Wieso flitzt ein Mensch? Ich habe das nie verstanden. Aber jetzt weiß ich, dass das einfach ein totaler Kick ist. Es hätte natürlich auch passieren können, dass einer ausrastet und sich wahnsinnig aufregt. Aber die Südamerikaner sind da sehr gelassen. Irgendwann haben die Damen in den Läden gemerkt, dass wir einen Film drehen, haben sich mit einer Tasse Kaffee draußen hingesetzt und es genossen, dass ich an ihnen vorbeigeflitzt bin.

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