Uhr

Wladimir Putin: Wer steckt hinter der russischen Söldnertruppe Wagner?

1.000 Söldner der "Gruppe Wagner" sollen von Afrika und Syrien in die Ukraine verlegt worden sein, vermeldet das britische Verteidigungsministerium. Das private Sicherheitsunternehmen soll eng mit dem Kreml und Wladimir Putin verbunden sein. Doch wer steckt eigentlich hinter der Söldner-Truppe?

Wer steckt hinter den mutmaßlichen Kreml-Söldnern der "Gruppe Wagner"? Bild: picture alliance/dpa | Michael Heitmann

Aufgrund schwerer Verluste und der weitgehend ins Stocken geratenen Invasion in die Ukraine sei Russland höchstwahrscheinlich gezwungen gewesen, Personal der privaten russischen Sicherheitsfirma "Wagner Gruppe" aus Afrika und Syrien in den Osten der Ukraine zu verlegen. Es werde erwartet, dass sie mehr als 1.000 Söldner, darunter hochrangige Führer der Organisation, einsetzen, um Kampfhandlungen durchzuführen, heißt es in einem Update des britischen Verteidigungsministeriums unter Berufung auf Geheimdienstinformationen. Doch wer steckt eigentlich hinter der sogenannten "Gruppe Wagner"?

Wladimir Putins angebliche Söldnertruppe: ER steckt hinter der "Gruppe Wagner"

Wie das Center for Strategic & International Studies (CSIS) schreibt, sei die "Gruppe Wagner" eng mit dem russischen Militär und den Geheimdiensten verflochten. Nach anderen offiziell unbestätigte Berichten soll die private Sicherheitsfirma mit der russischen Regierung um Präsident Wladimir Putin verstrickt sein und dem Kreml dienen.

Der Russe Dmitri Utkin gilt als Gründer der "Gruppe Wagner". Bis 2013 diente er in der russischen Armee, bevor er bei einerrussischen Sicherheitsfirma anheuerte. Anschließend soll er mit dem "Slawischen Korps" in Syrien für Assad gekämpft haben. 2014 gründete Utkin schließlich die "Gruppe Wagner", die er nach seinem eigenen Kampfnamen benannte. Der Name Wagner geht auf Richard Wagner, dem Lieblingskomponisten von Adolf Hitler zurück. Zunächst soll die Söldnertruppe aus nur zehn Kämpfern bestanden haben, mittlerweile sollen es mehrere Hunderte sein. Auf der angeblichen Webseite der "Gruppe Wagner" rühmen sich die Söldner, dass sie bereits 1.054 Terroristen getötet und sechs Diktatoren abgesetzt haben.

EU verhängte 2013 Sanktionen gegen Dmitri Utkin

Im vergangenen Dezember verhängte die EU Sanktionen gegen die "Gruppe Wagner" unddrei mit ihr verbundene Firmen und acht Personen. Darunter auch Utkin. Vorhandene Vermögenswerte wurden eingefroren und betroffene Personen dürfen nicht mehr in die EU einreisen, hieß es in dem Beschluss.Grund für den Schritt sind insbesondere die Aktivitäten von Wagner in Syrien, Libyen und der Ukraine - darunter "Folter und andere grausame, unmenschliche oder erniedrigende Behandlung oder Strafe, außergerichtliche, summarische oder willkürliche Hinrichtungen und Tötungen".

Russisches Militär und Söldner teilen sich angeblich Soldaten und Übungsplätze

2018 gingen "Bild"-Reporter auf Spurensuche auf einem Truppenübungsplatz in den Wäldern südöstlich der Stadt Krasnodar. Dort soll die Söldner-Kaserne direkt neben einem Militär-Stützpunkt liegen. Privat- und Staatsarmee sollen sich dort die Übungsplätze und sogar die Soldaten teilen. Nach einem einfachen Prinzip: Wie die "Bild" schreibt, können russische Soldaten ganz einfach zu Söldnern werden. Dafür müssen sie lediglich ihre Armeeabzeichen ablegen und einen Privat-Vertrag unterzeichnen. Mit einem neuen Abzeichen an der alten Uniform ist der Wechsel vollzogen. Nach einem Einsatz als staatenloser Kämpfer funktioniert die Prozedur auch umgekehrt. Sollte etwas schiefgehen, hatte der Kreml nichts mit den Söldnern zu tun.

Lesen Sie auch: Keine Soldaten mehr! Kreml-Chef heuert neue Killer-Kommandos an.

Folgen Sie News.de schon bei Facebook und YouTube? Hier finden Sie brandheiße News, aktuelle Videos, tolle Gewinnspiele und den direkten Draht zur Redaktion.

/sba/news.de/dpa