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Hendrik Wüst privat: So lebt der NRW-Ministerpräsident abseits der Politikbühne

Nach dem Abgang von Armin Laschet heißt der neue Ministerpräsident von Nordrhein-Westfalen Hendrik Wüst. Was muss man über den CDU-Politiker wissen? Wie lebt er privat? Und wie sieht seine bisherige Laufbahn aus?

CDU-Politiker Hendrik Wüst ist seit dem 27. Oktober 2021 Ministerpräsident von Nordrhein-Westfalen und Amtsnachfolger von Armin Laschet. Bild: picture alliance/dpa | Oliver Berg

Vier Jahre lang war Armin Laschet als Ministerpräsident Nordrhein-Westfalens im Amt - seit dem 27. Oktober 2021 steht sein Nachfolger fest. Der bisherige NRW-Verkehrsminister Hendrik Wüst ist der neue Landesvater in Nordrhein-Westfalen.Der bisherige Landesverkehrsminister wurde in einer Sondersitzung des Landtags im ersten Wahlgang mit 103 Ja-Stimmen zum Nachfolger von Armin Laschet gewählt. Wüst übertraf damit bei der geheimen Abstimmung die notwendige Mehrheit von 100 Stimmen. Doch was muss man über Privatleben und politische Laufbahn des CDU-Politikers wissen?

Hendrik Wüst ist neuer Ministerpräsident von Nordrhein-Westfalen und Nachfolger von Armin Laschet

Bevor Hendrik Wüst Ministerpräsident von Nordrhein-Westfalen wurde, glich die politische Laufbahn des CDU-Mannes einer Achterbahnfahrt mit Höhen und Tiefen. Obwohl Hendrik Wüst, der am 19. Juli 1975 im westfälischen Rhede geboren wurde, bereits viele Jahre politisch in NRW tätig ist, kennt längst nicht jeder in Nordrhein-Westfalen seinen Namen. Eine Umfrage, die kurz vor Hendrik Wüsts Amtsantritt als NRW-Ministerpräsident durchgeführt wurde, belegte dies - nun ist es an dem Ex-Verkehrsminister, seine Popularität bis zur Landtagswahl, die im Mai 2022 in Nordrhein-Westfalen stattfindet, auszubauen.

Dieses Image hat sich NRW-Landesvater Hendrik Wüst in der CDU aufgebaut

Seine meist etwas abgehackt vorgetragenen Reden haben den Wirtschaftsliberalen bislang nicht zum großen Publikumsmagneten gemacht. Der passionierte Jäger und Krimi-Fan hatte sich in den Anfängen seiner Karriere als CDU-Generalsekretär (2006-2010) des damaligen Landespartei- und Regierungschefs Jürgen Rüttgers mit robustem Ton und Wahlkampfstil das Image eines "Hau-Draufs" erarbeitet. Mit seiner raubeinig-forschen Art polarisierte er auch innerhalb der eigenen Partei.

Hendrik Wüst musste wegen Finanz-Affäre als CD-Generalsekretär zurücktreten

Wüst provozierte damals Negativ-Schlagzeilen wegen seines allzu kaltschnäuzigen Umgangs mit Oppositionspolitikern - vor allem mit Breitseiten gegen Hannelore Kraft (SPD). Von seinem Amt als Generalsekretär trat er dann im Februar 2010 zurück, weil er überhöhte Versicherungszuschüsse vom Landtag zurückzahlen musste.

Er übernahm damit die Verantwortung für eine Affäre, die bundesweit unter dem Titel "Rent-a-Rüttgers" bekannt geworden war und die Regierungspartei dem Vorwurf der Käuflichkeit ausgesetzt hatte. Beim CDU-Landesparteitag im Oktober 2021, der ihn mit über 98 Prozent Zustimmung zu seinem Vorsitzenden wählte, deutete Wüst seine wilden Jahre an: "Viele haben mich groß werden, ja, auch straucheln sehen."

So hat sich Hendrik Wüst im Laufe seiner Politik-Karriere verändert

Der inzwischen eher bieder daherkommende, gereifte Wüst präsentiert sich inzwischen versöhnlich, geschmeidig, sachbezogen, als Politiker der Mitte. Seit Laschet ihn im Juni 2017 als Verkehrsminister in sein schwarz-gelbes Kabinett berief, ist Wüst in keine Fettnäpfchen getreten. Der heutige Koalitionspartner FDP hat mit dem Wirtschaftsliberalen keine Probleme.

Sollte im Mai 2021 Schwarz-Grün eine Option in NRW werden, zeigt der überzeugte Radfahrer aber auch in diese Richtung Anknüpfungspunkte: Die Bewahrung der Schöpfung und die Transformation des Industrielands NRW zum klimaneutralen Wirtschaftsstandort - ohne Verlust von Industrie, Arbeitsplätzen und Wohlstand - gibt Wüst fest gebetsmühlenartig als wichtigstes Ziel vor.

Seit Jugendjahren in der CDU: Was denkt Armin Laschet über seinen Nachfolger Hendrik Wüst?

Auch, wenn der hoch gewachsene Politiker, der schon als Teenager in die CDU eingetreten war, in der breiten Öffentlichkeit kaum bekannt und vor allem bundespolitisch noch blass ist, hat er zumindest kommunalpolitisch unter Beweis gestellt, dass er Menschen überzeugen kann: In seinem Heimat-Wahlkreis Borken wurde er seit 2005 schon vier Mal direkt in den Düsseldorfer Landtag gewählt - damals als jüngster Landtagsabgeordneter der CDU.

"Das ist ein Macher", lobte Armin Laschet seinen Nachfolger im Ministerpräsidentenamt. In den vergangenen Monaten hatte es aber durchaus auch Stimmen für andere Nachfolge-Optionen gegeben. Im Gegensatz etwa zu den wesentlich bekannteren und in Umfragen deutlich positiver bewerteten Landesministern für Inneres und Soziales, Herbert Reul (69) und Karl-Josef Laumann (64), brachten Wüst zwei entscheidende Argumente ganz nach vorne: Der 46-Jährige steht noch für einen Generationswechsel, und er verfügt über das verfassungsrechtlich erforderliche Landtagsmandat, mit dem er direkt zum 12. Ministerpräsidenten Nordrhein-Westfalens gewählt werden konnte.

CDU-Politiker Hendrik Wüst, seit Oktober 2021 Ministerpräsident von Nordrhein-Westfalen, schwelgt mit Ehefrau Katharina und Tochter Philippa im Familienglück. Bild: picture alliance/dpa | Rolf Vennenbernd

Hendrik Wüst privat: So lebt der CDU-Mann mit Ehefrau und Tochter

Der als bodenständig, gut vernetzt, aber auch als machtbewusst geltende einstige Landesvorsitzende der Jungen Union (2000-2006) hat bereits vor seiner Wahl zum Ministerpräsidenten Nordrhein-Westfalens deutlich gemacht, dass er sich nicht als Übergangskandidaten sieht, sondern auch Kurs auf eine neue Regierung unter seiner Führung nach der Landtagswahl nimmt. Dabei dürfte Hendrik Wüst die Unterstützung zwei ganz besonderer Damen gewiss sein: Der CDU-Politiker genießt abseits des NRW-Landtags das Familienleben mit seiner Ehefrau Katharina und seiner kleinen Tochter Philippa.

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loc/news.de/dpa