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Angela Merkel: Das klingt schon nach Ende! Hat die Bundeskanzlerin keine Kraft mehr?

Angela Merkel machte in der Corona-Krise zuletzt nicht den besten Eindruck. Schleichende Impfungen, keine Lösungen außer Dauer-Lockdown und anhaltendes Werben um Verständnis. Da kann man doch fragen, ob die Bundeskanzlerin noch genug Kraft hat, diese Krise zu überstehen.

Ist Angela Merkel die Kraft ausgegangen? Bild: dpa

Es ist eine höchst persönliche Frage, die die "Bild"-Zeitung da aktuell in Richtung von Bundeskanzlerin Angela Merkel stellt: Das Blatt fragt in gewohnt provokativer Art und Weise, ob die 66-Jährige in der aktuellen Situation überhaupt noch die Kraft habe, die Corona-Krise zu meistern. Klingt doch irgendwie nach Machtwechsel. Oder? Bezug nimmt der Artikel dabei auf Merkels Regierungserklärung im Bundestag, die sie einen Tag nach ihrem Osterruhe-Wirrwarr samt folgender Entschuldigung abgibt.

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Angela Merkel: Hat sie die Kraft, die Corona-Krise zu überstehen?

Was dort zu sehen und hören war, war der übliche Merkel-Trott und schließlich ihr bekannter Satz: "Wir werden dieses Virus besiegen. Und deshalb bin ich ganz sicher, dass wir das schaffen werden." Nur so ganz überzeugt scheinen vom Tempo der Bundeskanzlerin in Sachen Corona-Krise weder Teile der Opposition noch Wissenschaft zu sein. An dieser Stelle kommt wieder die "Bild" ins Spiel, die aus der geäußerten Kritik ableitet, dass es eine Kraft-Frage bei Merkel sein müsse. Wer sich allerdings eine Antwort auf die Frage erhofft hatte, wird ernüchtert. Die gibt es natürlich nicht.

Angela Merkel attackiert nach Oster-Chaos im Bundestag

Als Anhaltspunkte, an denen sich der Leser orientieren und dann selbst sein Urteil bilden kann, ob Merkel noch die Power hat, werden unter anderem die Ausführungen von FDP-Chef Christian Lindner herangezogen. Lindner bemerkte im Bundestag süffisant in Richtung Regierungsbank, es sei "fraglich, ob die erfahrene Weltpolitikerin Merkel in den vergangenen Jahren nicht zu viel von der internationalen Gipfeldiplomatie in unsere nationalen Kontexte gebracht hat, als der Sache hier hilft". Er hatte zuvor einen "Neustart" der Pandemie-Politik gefordert und sah sich enttäuscht.

Impfdebakel verursacht, Verantwortung abschieben: Was Merkel vorgeworfen wird

Daneben darf der Grünen-Abgeordnete Janosch Dahmen (39) gegenüber "Bild" bemerken: "Merkel darf sich nicht aus der Verantwortung stehlen." Er ist der Meinung, man könne "Führung und Krisenmanagement in einer nationalen Pandemie nicht an die Kommunen wegschieben." Das kann man so sehen, doch ist das ein Zeichen von Kraftlosigkeit? Abgerundet wird der "Bild"-Text von Epidemiologe Klaus Stöhr, der sich darüber echauffiert, dass limitierte Produktionskapazitäten "als Ausrede" dienen würden, "dass Deutschland bei der Impfstoffbeschaffung und der Verimpfung in Testzentren und Arztpraxen nicht schneller wird."

Vertreter der Regierungsparteien oder die Kanzlerin selbst kommen nicht zu Wort. Der Hauch von Wachablösung an der Regierungsspitze, der bei der "Bild"-Überschrift mitschwingt, ist so nichts mehr als ein laues Lüftchen.

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rut/fka/news.de/dpa

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