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Joe Biden: US-Präsident nennt Putin in TV-Interview einen "Mörder"

Joe Biden hat in einem TV-Interview deutlich gemacht, dass der Kuschelkurs mit Russland unter seiner Führung ein Ende haben wird. Der US-Präsident bezeichnete Wladimir Putin als "Mörder" und erklärte, Russland für die Einmischung in die US-Wahl zur Rechenschaft zu ziehen. Auf Twitter sorgte Bidens Drohung für gemischte Reaktionen.

Joe Biden nahm kein Blatt vor den Mund und bezeichnete Putin als "Mörder". Bild: dpa

Anders als sein Vorgänger Donald Trump scheut der neue US-Präsident Joe Biden die Konfrontation mit Russland nicht. Der 78-Jährige hat Kremlchef Wladimir Putin nun sogar Konsequenzen für die angebliche Einmischung in die US-Wahl im vergangenen November angedroht. "Er wird einen Preis bezahlen", sagte Joe Biden in einem am Mittwochmorgen (Ortszeit) ausgestrahlten Interview des US-Senders ABC.

Joe Biden droht Russland: US-Präsident nennt Wladimir Putin einen "Mörder"

In einem Telefonat mit Putin Ende Januar habe er dem russischen Präsidenten mit Blick auf eine mögliche Einmischung Moskaus gesagt: "Ich kenne Sie und Sie kennen mich. Wenn ich feststelle, dass dies geschehen ist, dann seien Sie vorbereitet." Biden sagte auf die Frage von ABC-Moderator George Stephanopoulos, ob er denke, dass Putin ein "Mörder" bzw. "Killer" sei: "Das tue ich."

Wladimir Putin weist Vorwürfe von sich! Kreml dementiert versuchte Einflussnahme auf US-Wahl

Nach Ansicht der amerikanischen Geheimdienste hat sich Russland bei der US-Wahl im November für den damaligen Präsidenten Donald Trump eingesetzt und sich bemüht, Biden zu schaden. Moskau habe den Ausgang der Wahl beeinflussen und Unfrieden im Land säen wollen, hieß es in einem am Dienstag veröffentlichten Bericht aus dem Büro von Geheimdienstkoordinatorin Avril Haines. Putin und seine Regierung hätten die Maßnahmen "genehmigt und durchgeführt".

Joe Biden sieht dennoch Möglichkeit einer Zusammenarbeit mit Wladimir Putin

Biden machte keine Angaben dazu, was für Konsequenzen diese Erkenntnisse für Putin haben könnten. Der US-Präsident machte zugleich deutlich, dass eine Zusammenarbeit Washingtons mit Moskaus bei gemeinsamen Interessen dennoch möglich sei.

Russland reagiert auf Interview von Joe Biden

Moskau hatte nahezu umgehend auf das Interview von US-Präsident Joe Biden reagiert. Der Präsident des russischen Unterhauses, Wjatscheslaw Wolodin, schrieb beim Onlinedienst Telegram: "Putin ist unser Präsident und ein Angriff auf ihn ist ein Angriff auf unser Land."

Twitter-Beben nach Biden-Drohung gegen Wladimir Putin

Auf Twitter sorgte die Drohung Joe Bidens für gemischte Reaktionen. "Florian: 'Er wird den Preis bezahlen' – #Biden droht #Putin wegen Einmischung in US-Wahlen. Das ist sehr beruhigend, wenn das ein Mann mit 5.800 Atomsprengköpfen einem anderen Mann mit 6.370 Atomwaffen sagt", zeigt sich ein User besorgt. "Das fängt ja toll an. Genau das, was die Welt gerade braucht. Nicht. #biden #putin", twitterte dieser User.

"Biden betreibt Russlandpolitik für die heimische Bühne, wenn er Putin einem Interview einen "Mörder" nennt. Außenpolitisch ist das wenig sinnvoll. Auch die Personalisierung der russischen Außenpolitik auf Putin ist analytisch daneben", analysierte dieser Nutzer Bidens Drohung. "#Biden vs #Putin Oh oh, wenn das weiter eskaliert, dann ist Europa bald nur noch Staub ...", zeigte sich auch dieser Nutzer besorgt.

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fka/sig/news.de/dpa