04.02.2021, 08.14 Uhr

Olaf Scholz: Wutausbruch im Kanzleramt! Vize-Kanzler attackiert von der Leyen

Olaf Scholz kennt man normalerweise ruhig und besonnen. Doch durch das aktuelle Impf-Debakel und die anhaltende Kritik an der Regierung platzte dem Vize-Kanzler jetzt der Kragen. Er attackierte Kollegin Ursula von der Leyen und warf ihr und der EU-Kommission grobes Versagen vor.

Olaf Scholz explodierte im Kanzleramt. Bild: dpa

Die Nerven einiger Politiker scheinen durch das aktuelle Impf-Debakel regelrecht blank zu liegen. Nun sorgt ein Wutausbruch von Vize-Kanzler Olaf Scholz für Schlagzeilen. Wie die "Bild"-Zeitung aktuell berichtet, soll der SPD-Politiker am Montag im Corona-Kabinett auf die EU-Kommission und Chefin Ursula von der Leyen losgegangen sein.

Wutausbruch im Kanzleramt! Olaf Scholz attackiert von der Leyen nach Impf-Debakel

Aus internen Kreisen will das Boulevardblatt erfahren haben, dass Scholz regelrecht explodiert sei. Bei der Impfstoff-Bestellung sei es seiner Meinung nach "richtig scheiße gelaufen" und er habe keine Lust, "dass sich der Scheiß jetzt wiederholt" bei der Impfkampagne in Deutschland. Weiterhin warf er der EU-Kommission und explizit Ursula von der Leyen vor, dass man sich bei Kritik am Impf-Chaos ständig wegducke und die Verantwortung auf andere schiebe.

Angela Merkel verteidigt EU-Chefin Ursula von der Leyen trotz Impf-Chaos

An dieser Stelle habe schließlich Kanzlerin Angela Merkel eingegriffen und Ursula von der Leyen verteidigt. Wie die "Bild" aus hochrangigen Unionskreisen erfahren haben will, sei die Kanzlerin derzeit wohl die einzige CDU-Politikerin, die der EU-Kommission noch beistehe. Die Zahl ihrer öffentlichen Befürworter sei deutlich gesunken.

Olaf Scholzkritisiert Einkaufspolitik der EU bei Corona-Impfstoff

Bundesfinanzminister Olaf Scholz hatte die Strategie der Europäischen Union beim Einkauf von Corona-Impfstoffen beriets Ende Januar im Vorfeld des Impfgipfels öffentlich kritisiert. "Es wäre gut gewesen, Europa hätte mehr Impfstoff bestellt. Viel weiter über den eigenen Bedarf hinaus", erklärte der SPD-Kanzlerkandidat vor gut einer Woche gegenüber der "Süddeutschen Zeitung". Am Geld wäre ein solches Vorgehen aus seiner Sicht nicht gescheitert. "Über den Kauf der Impfstoffe hat die EU-Kommission verhandelt. Wenn die Kommission von uns weitere Finanzmittel erbeten hätte, hätten wir auch der EU zusätzliches Geld überwiesen."

Impfangebot für alle Bürger bis Ende des Sommers? Scholz zweifelt an Merkels Plan

"Impfen hat oberste Priorität", sagte er Ende Januar gegenüber der SZ. Dies müsse sich auch in einem Konzept niederschlagen. "Es reicht als Planung nicht, dafür neben den Impfzentren irgendwann die Hausärzte einbeziehen zu wollen. Das scheint mir als Konzept zu sehr aus dem Ärmel geschüttelt zu sein." Für ehrgeizig hielt Scholz das von der Kanzlerin und Gesundheitsminister Jens Spahn (CDU) ausgegebene Ziel, bis Ende des Sommers allen Bürgern ein Impfangebot zu unterbreiten. "Diese Zusage haben Kanzlerin und Gesundheitsminister gegeben. Wenn ich die aktuelle Debatte über Impfstofflieferungen verfolge und hochrechne, müssen wir uns sehr anstrengen", antwortete er auf die Frage, ob er Zweifel habe, dass das Ziel zu erreichen ist.

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fka/bua/news.de/dpa