02.02.2021, 13.52 Uhr

Biden will Atomabkommen wiederbeleben: Irans erfolgreicher Raketen-Test schürt die Angst vor einem Krieg

Am Montag vermeldete der Iran den erfolgreichen Test einer Trägerrakete. Doch prompt wächst die Angst, die Technologie könnte auch für Kriegszwecke genutzt werden. Unterdessen treibt US-Präsident Joe Biden die Wiederbelebung des Atomabkommens voran.

Joe Biden zeigte sich zuletzt bestrebt, zum Atomabkommen zurückzukehren. Bild: dpa

Der Iran hat am Montag den erfolgreichen Test eines neuen Satellitenträgers mit dem Namen "Suldschenah" vermeldet. Nach Angaben des Verteidigungsministeriums kann die neue Trägerrakete einen bis zu 220 Kilogramm schweren Satelliten in eine Umlaufbahn von 500 Kilometern Höhe bringen. Die Trägerrakete funktioniere in drei Stufen mit zunächst festem und dann auch flüssigem Treibstoff, so das Ministerium. Der Staatssender Irib zeigte auch Bilder von dem Test, gab aber keine Details zum Ort und genauen Datum an.

Erfolgreicher Raketen-Test im Iran schürt Angst vor einem Krieg

Im April 2020 hatte der Iran den Satelliten "Nur-1" (Licht-1) gestartet und in zwei Stufen erfolgreich in eine Umlaufbahn von 425 Kilometern Höhe gebracht. Nach Angaben Teherans sollen die iranischen Satelliten lediglich Daten zu Wetter, Naturkatastrophen und Landwirtschaft liefern und keine militärischen Ziele verfolgen. Die USA und Israel aber befürchten, dass der Iran die Raumfahrttechnik zum Bau militärischer Langstreckenraketen nutzen könnte.

US-Präsident Joe Biden bereit zur Rückkehr zum Atomabkommen

US-Präsident Joe Biden zeigt sich daher bestrebt, das Atomabkommen mit dem Iran schnellstmöglich wiederzubeleben. Dieses war 2015 unterzeichnet worden. Damals erklärte sich die Islamische Republik bereit, ihr Atomprogramm im Gegenzug zu Lockerungen der Wirtschaftssanktionen einzudämmen. Donald Trump war allerdings 2018 einseitig aus dem Abkommen zurückgetreten und hatte erneut Strafsanktionen gegen den Iran verhängt.

Iran bringt EU als Vermittler im Atomstreit mit USA ins Spiel

Zuletzt hatte Irans Außenminister Dschawad Sarif im Streit mit den USA um das Atomprogramm seines Landes eine Vermittlerrolle der Europäischen Union ins Spiel gebracht. Der EU-Außenbeauftragte Josep Borrell könnte nötige Handlungen für eine Rückkehr beider Seiten zum Atomabkommen koordinieren, sagte Sarif in einem am Montag veröffentlichten Interview mit dem US-Nachrichtensender CNN.

Annäherung zwischen den USA und dem Iran: Rückkehr zum Atomabkommen rückt näher

Auf die Frage, ob für eine Rückkehr zum Atomabkommen zunächst der Iran oder die USA Bedingungen erfüllen müssten, entgegnete Sarif, die nötigen Schritte könnten gleichzeitig oder koordiniert erfolgen. Dafür könne sich Borrell einsetzen, der von Amts wegen Koordinator eines gemeinsamen Gremiums des Atomabkommens sei, sagte Sarif. Er stellte in Aussicht, dass der Iran seine zuletzt stark vergrößerte Menge an hochangereichertem Uran "in weniger als einem Tag" abgeben könnte, falls die USA die unter dem damaligen Präsidenten Donald Trump verhängten Sanktionen zurücknähmen und zum internationalen Atomabkommen zurückkehrten.

Iran fordert von Biden ersten Schritt zur Beilegung des Atomstreits

US-Außenminister Blinken hatte gesagt, die USA würden zu der Vereinbarung zurückkehren, falls Teheran sich wieder an alle Bedingungen des Abkommens halten würde. Irans Präsident Hassan Ruhani wiederum forderte die USA auf, den ersten Schritt zur Beilegung des Streits zu machen, weil Washington das Abkommen verlassen habe. Sollten sich die USA weigern, will der Iran die Inspektionen der UN-Atombehörde IAEA im Land einschränken.

Die von Trump verhängten Sanktionen haben den eigentlich ölreichen Iran in die schlimmste Wirtschaftskrise seiner Geschichte gestürzt.

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fka/bua/news.de/dpa