20.01.2021, 15.14 Uhr

Coronavirus-Lockdown-Wirrwarr: Schul-Chaos! DIESE Bundesländer sträuben sich gegen Merkels Shutdown

Die Lockdown-Verschärfungen von Kanzlerin Angela Merkel sorgen auch nach dem Corona-Gipfel für Zündstoff. Erste Bundesländer scheren bereits aus und machen ihre eigenen Corona-Regeln. Chaos herrscht vor allem beim Thema Schule. Hier ein Überblick!

Nicht alle Klassenzimmer in Deutschland bleiben bis zum 14. Februar leer. Bild: dpa

Kitas und Schulen bleiben bis zum 14. Februar grundsätzlich geschlossen beziehungsweise die Präsenzpflicht wird ausgesetzt. Darauf haben sich Bundeskanzlerin Merkel und die Länderchefs beim Corona-Gipfel am Mittwoch geeinigt. Doch schon jetzt ist klar: Nicht jedes Bundesland wird den Empfehlungen der Kanzlerin Folge leisten. Nur einen Tag nach der erneuten Corona-Verschärfung scheren erste Bundesländer bereits aus. Trotz des eindringlichen Appells der Kanzlerin öffnen einige Bundesländer ihre Schule bereits vor dem Ende des bis zum 14. Februar anberaumten Lockdowns.

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Corona-Lockdown-Chaos in Deutschlands Schulen: Diese Bundesländer scheren aus

Welche Bundesländer die von Angela Merkel geforderten Schulschließungen umsetzen und welche Länderchefs sich gegen den Merkel-Shutdown zur Wehr setzen, das erfahren Sie im nachfolgenden Überblick:

Baden-Württemberg

Baden-Württembergs Ministerpräsident Winfried Kretschmann will Grundschulen und Kitas im Land voraussichtlich vom 1. Februar an schrittweise wieder öffnen. Er strebe an, Kitas und Grundschulen vorsichtig wieder aufzumachen, "wenn die Infektionslage das zulässt", sagte der Grünen-Politiker bereits nach dem Bund-Länder-Treffen zur Corona-Krise. Die endgültige Entscheidung werde man in der kommenden Woche treffen. Damit fährt Baden-Württemberg beim Thema Schulen einen eigenen Kurs.

Hessen

Wer keine Betreuungsmöglichkeiten hat, kann sein Kind bringen. So war etwa in Hessen nach Behördenangaben nach den Weihnachtsferien zuletzt rund jeder fünfte Grundschüler in der Schule. Und das soll auch künftig so bleiben, wie Hessens Ministerpräsident Volker Bouffier (69, CDU) unmittelbar nach der Schaltkonferenz mit seinen Länderkollegen und der Bundeskanzlerin klarstellte. Demnach sollen die Eltern gebeten werden, ihre Kinder wenn irgend möglich zu Hause zu betreuen. Wo dies nicht möglich ist, können sie aber weiter in die Kitas und Schulen geschickt werden. Eine konkrete Verordnung zum Thema Schule für sein Bundesland werde am Mittwoch vom Corona-Kabinett in Wiesbaden beschlossen, sagte Bouffier.

Niedersachsen

Bislang unklar ist, wie Niedersachsen künftig beim Thema Schulen vorgehen wird. Ministerpräsident Stephan Weil (62, SPD) wollte sich zunächst nicht zu etwaigen Schulschließungen äußern. "Was die Situation in den Grundschulen anbelangt, sind Änderungen zu erwarten, über deren Inhalt die Landesregierung im Laufe des Tages entscheiden wird", teilte Weil am Dienstagabend lediglich mit.

Mecklenburg-Vorpommern

In Mecklenburg-Vorpommern wird aktuell fast die Hälfte aller Kita- und Hortkinder betreut, und fast 30 Prozent der Grundschüler werden in die Schule geschickt. Allerdings werden die Maßnahmen auf in Mecklenburg-Vorpommern weiter verschärft. Mehr Kitas und Schulen sollen nur mit Notbetreuung arbeiten. Dies solle zunächst bis zum 14. Februar gelten, wie Ministerpräsidentin Manuela Schwesig (46, SPD) am Dienstagabend in Schwerin nach den Bund-Länder-Beratungen mitteilte.

Nordrhein-Westfalen

In Nordrhein-Westfalen werde bis 14. Februar weiterhin kein Präsenzunterricht in den Schulen angeboten. Das machte der neue CDU-Parteivorsitzende und NRW-Ministerpräsident jüngst deutlich. Allerdings wies er dabei auch daraufhin: Wenn plötzlich etwas Anderes möglich wäre, werde neu entschieden, so Laschet. Man werde die Corona-Infektionslage ständig beobachten, heißt es. Bis wolle man auf die bekannte Strategie setzen, Kitas im "eingeschränkten Pandemiebetrieb" weiter offenzuhalten.

Schleswig-Holstein

In Schleswig-Holstein werden die meisten Schüler bis zum 14. Februar erstmal ebenfalls weiterhin nur per Fernunterricht unterrichtet. Der Präsenzunterricht in den Schulen sei weiter ausgesetzt, teilte Ministerpräsident Daniel Günther (47, CDU) am Dienstagabend in Kiel mit. Die bisherigen Regelungen für Schulen und Kitas würden verlängert. Sollte man jedoch einen extremen Rückgang der Infektionszahlen erreichen, könnte man möglicherweise eine frühere Schulöffnung anstreben.

Saarland

Saarlands Ministerpräsident Tobias Hans (42,CDU) stellte noch am Dienstagabend klar, dass er den Corona-Beschlüssen umfassend folgen werde. Das bedeutet: Kitas und Schulen bleiben auch weiterhin geschlossen. Weiter stellte Hans klar: "Lockerungen kommen angesichts der Virusvariante nicht infrage."

Thüringen

Auch Thüringens Ministerpräsident Bodo Ramelow (64, Linke) werde die neuen Corona-Maßnahmen umsetzen. An den Thüringer Schulen wird es auch nach dem Ende der vorgezogenen Winterferien keinen Präsenzunterricht geben. Entsprechend dem Beschluss der Bund-Länder-Konferenz zur Verlängerung des Corona-Lockdowns bis zum 14. Februar werde der Unterricht in den Schulen nicht wie ursprünglich geplant am 1. Februar beginnen, sagte Thüringens Ministerpräsident Bodo Ramelow (Die Linke) am Dienstagabend in einer Video-Pressekonferenz. Ausnahmen gelten nur für Klassen, die sich auf Abschlussprüfungen vorbereiten müssen. Für die betroffenen Schülerinnen und Schüler werde es Möglichkeiten für PCR-Tests geben.

Sachsen-Anhalt

Die Sachsen-Anhalter müssen sich in dieser Woche ebenfalls auf strengere Corona-Regeln einstellen. Neben dem Tragen einer FFP2-Maske oder einer OP-Maske, die laut Ministerpräsident Reiner Haseloff (66, CDU) beriet ab Freitagin Geschäften und öffentlichen Verkehrsmitteln getragen werden muss, bleiben auch Schulen und Kitas im Notbetrieb. Am Mittwoch will Sachsen-Anhalt die neuen Regeln beschließen.

Bayern

In Bayern bleibt, abgesehen von der zeitlichen Lockdown-Verlängerung, alles beim Alten. Die ohnehin verschärften Regeln bleiben demnach weiterhin bestehen. Die seit vergangenen Montag geltende FFP-2-Maskenpflicht bleibt weiterhin bestehen, genauso wie auch die nächtliche Ausgangssperre und die 15-Kilometer-Regel in Corona-Hotspots. Auch Schulen und Kitas bleiben Bayern weiterhin geschlossen. Lediglich Abschlussklassen dürfen bereits vom 1. Februar an im Wechselunterricht wieder in die Schule. Das habe das bayerische Kabinett beschlossen, teilte Ministerpräsident Markus Söder (CSU) nach der Sitzung mit.

Sachsen

Auch in Sachsen bleibt trotz der Verschärfung des Corona-Lockdowns alles gleich. Demnach wolle man bei den bisherigen Anti-Corona-Maßnahmen wie dem 15-Kilometer-Radius und der nächtlichen Ausgangsbeschränkung festhalten. Ab wann das Tragen der FFP2-Maske zur Pflicht wird, darüber entscheidet Sachsens Regierung am Mittwoch. Ministerpräsident Michael Kretschmer stellte am Mittwoch noch einmal klar, dass es Lockerungen erst ab einem Inzidenzwert von etwa 50 Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner in sieben Tage geben soll. Mitte Februar werde man sich die Situation anschauen und neu entscheiden. Aktuell bedeutet das: Auch Sachsens Schulen und Kitas bleiben vorerst geschlossen. Ausnahmen gelten lediglich für die Notbetreuung oder für Abschlussklassen.

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sba/bua/news.de/dpa