12.12.2020, 13.28 Uhr

Donald Trump: Hinrichtungs-Marathon! Kurz vor Amtsende sorgt er nochmal für Zündstoff

Eine erschreckende Serie von Hinrichtungen begleitet das ausklingende Ende der Amtszeit von US-Präsident Donald Trump. Die Trump-Regierung hat den zweiten Häftling in zwei Tagen hinrichten lassen. Twitter-User sind entsetzt.

Donald Trump, Präsident der USA Bild: dpa

Trump kann es einfach nicht lassen. Auch kurz vor dem Ende seiner Amtszeit sorgt der scheidende US-Präsident noch immer mit Vorliebe für Negativ-Schlagzeilen. Die Regierung des abgewählten US-Präsidenten Donald Trump hat kurz vor dessen Ablösung zum zweiten Mal in zwei Tagen einen wegen Mordes verurteilten Schwarzen hinrichten lassen.

Trump lässt zweiten Häftling in zwei Tagen hinrichten

Alfred Bourgeois (56) wurde am Freitagabend (Ortszeit) im Gefängnis in Terre Haute im US-Bundesstaat Indiana mit einer Giftspritze getötet, wie US-Medien übereinstimmend berichteten. Der Lkw-Fahrer war im Jahr 2004 schuldig gesprochen worden, seine zweieinhalb Jahre alte Tochter missbraucht, gefoltert und getötet zu haben. Erst am Donnerstag war im Gefängnis in Terre Haute Brandon Bernard (40) hingerichtet worden, obwohl sich zahlreiche prominente Unterstützer dagegen ausgesprochen hatten. Bernard war als 18-jähriges Gangmitglied wegen Mordes festgenommen und danach von einer Jury zum Tode verurteilt worden war.

Noch drei weitere Todesurteile stehen aus! Joe Biden für Abschaffung der Todesstrafe

Bis zur Amtsübernahme des siegreichen Trump-Herausforderers Joe Biden am 20. Januar will die US-Regierung nach Angaben des Death Penalty Information Centers noch drei weitere Todesurteile vollstrecken. Der künftige Präsident Biden - ein Demokrat - hat sich für die Abschaffung der Todesstrafe auf Bundesebene ausgesprochen. Der Republikaner Trump ist ein Befürworter der Todesstrafe.

Schon zehn Menschen starben 2020 in den USA durch Hinrichtungen

US-Justizminister William Barr hatte 2019 eine Wiederaufnahme von Hinrichtungen auf Bundesebene angekündigt. Nach einem juristischen Tauziehen wurde im Juli vergangenen Jahres das erste Mal seit mehr als 17 Jahren wieder eine Todesstrafe auf dieser Basis vollstreckt. Seitdem wurden insgesamt zehn Menschen auf Veranlassung der Bundesregierung hingerichtet, unabhängig von der Vollstreckung von Todesstrafen in US-Bundesstaaten.

Erste Frau seit mehr als 60 Jahren soll im Januar hingerichtet werden

Nach Angaben des Death Penalty Information Centers (DPIC) waren unter den seit Juli Hingerichteten fünf Weiße, vier Schwarze und ein amerikanischer Ureinwohner. Unter den drei weiteren Todeskandidaten, die bis zur Amtseinführung Bidens hingerichtet werden sollen, sind nach US-Medienberichten zwei Schwarze und eine weiße Frau. Sie wäre die erste Frau seit mehr als 60 Jahren, die auf Bundesebene hingerichtet würde. Ihre Hinrichtung ist für den 12. Januar geplant.

22 der 50 US-Bundesstaaten haben die Todesstrafe inzwischen abgeschafft

Nach Angaben des Death Penalty Information Centers (DPIC) haben inzwischen 22 der 50 US-Bundesstaaten plus der Hauptstadtbezirk Washington die Todesstrafe abgeschafft. In drei weiteren Bundesstaaten gilt ein Moratorium, wonach die Todesstrafe zwar noch verhängt, aber nicht mehr vollstreckt werden kann. Auf Bundesebene wurde die Todesstrafe zwischen 2003 bis Juli 2020 zwar verhängt, aber nicht mehr vollstreckt.

Twitter-User entsetzt von Donald Trumps Hinrichtungs-Plänen

Die Tatsache, dass Trump trotz seiner im Januar endenden Amtszeit noch immer Hinrichtungen vollstreckt, sorgt weltweit für Entsetzen. "In den vergangenen 131 Jahren war es in den USA üblich, dass scheidende US-Präsidenten keine Hinrichtungen mehr vollstrecken ließen. Donald #Trump hat mit dieser Praxis gebrochen.", schreibt eine Twitter-Userin. "Was für eine Schande! In seinen letzten Amtsmonaten lässt Donald Trump mehr Bundesgefangene hinrichten als in den 17 Jahren zuvor. Joe Biden will die Todesstrafe abschaffen.", zeigt sich auch dieser Kommentator schockiert über die jüngsten Ereignisse.

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sba/news.de/dpa