03.12.2020, 13.45 Uhr

Coronavirus-News aktuell: Söder erwägt strengere Kontaktbeschränkungen an Silvester

Der Lockdown scheint seine Wirkung nicht zu entfalten: Der R-Wert stagniert weiterhin, die Zahl der Neuinfektionen sinkt im Vergleich zur Vorwoche nur minimal. Währenddessen hat Markus Söder vor strengeren Kontaktbeschränkungen gewarnt - auch an Silvester!

Markus Söder erwägt auch an Silvester strengere Kontaktbeschränkungen. Bild: dpa

Die Gesundheitsämter in Deutschland haben dem Robert Koch-Institut (RKI) 22.046 neue Corona-Infektionen binnen 24 Stunden gemeldet. Damit liegt der Wert knapp unter den 22.268 Fällen der Vorwoche, wie aus den RKI-Zahlenvom Donnerstagmorgen hervorgeht. Das RKI zählt in Deutschland seit Beginn der Pandemie 1.106.789 nachgewiesene Infektionen mit Sars-CoV-2 (Stand: 03.12., 00.00 Uhr). Nach Schätzungen sind rund 800.000 Menschen inzwischen genesen.

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+++ Söder erwägt strengere Kontaktbeschränkungen - auch an Silvester +++

Angesichts der weiterhin landesweit viel zu hohen Corona-Zahlen hat Bayerns Ministerpräsident Markus Söder (CSU) strengere Kontaktbeschränkungen in Aussicht gestellt - auch an Silvester. "Ich glaube auch, dass wir uns jetzt noch einmal grundlegend in den nächsten Tagen, nächsten zehn Tagen überlegen müssen, ob das allein die Maßnahme ist oder ob es an einigen Stellen noch deutliche Verbesserungen braucht", sagte Söder am Donnerstag in Passau mit Blick auf die am Vortag von Bund und Ländern beschlossene Verlängerung des Teil-Lockdowns bis zum 10. Januar.

Durch den seit November geltenden Teil-Lockdown sei zwar das exponentielle Wachstum gestoppt worden, sagte Söder. Aber das reiche nicht aus. "Die Gesamtzahlen gehen nicht runter. Ganz im Gegenteil." In einzelnen Hotspots seien die Zahlen zum Teil sprunghaft angestiegen. "Wenn die Zahlen so bleiben, wird es auch klar sein, dass beispielsweise an Silvester die Zahl der Kontakte auch reduziert werden muss." Ansonsten werde riskiert, dass alle Erfolge der vergangenen Wochen zunichtgemacht würden.

+++ Statistik: Mobilität geht im Teil-Lockdown merklich zurück +++

Die Mobilität der Menschen ist in Deutschland im Teil-Lockdown wegen der Corona-Pandemie im November merklich zurückgegangen. Im Vergleich zum Vorjahresmonat sank sie nach Angaben des Statistischen Bundesamtes vom Donnerstag um 8,5 Prozent. Rückgänge habe es in 14 der 16 Bundesländer gegeben. Die stärksten seien in den Stadtstaaten zu verzeichnen. So ging sie in Hamburg und Berlin um etwa 19 Prozent und in Bremen um 16 Prozent zurück.

Über die Länder hinweg zeigten sich zudem während des Teil-Lockdowns seit dem 2. November Unterschiede zwischen Wochenenden und Arbeitstagen. Werktags lag die Mobilität sieben Prozent unter dem Niveau des Vorjahresmonats, am Wochenende fiel der Rückgang mit 15 Prozent deutlich höher aus. Dies deute darauf hin, dass die Menschen in der Woche ihren normalen Beschäftigungen nachgingen, während auf Freizeitaktivitäten am Wochenende verzichtet werde.

+++ Nächtliche Ausgangsbeschränkungen in Mannheim +++

Wegen ausufernder Corona-Infektionszahlen gilt ab dem Wochenende im baden-württembergischen Mannheim eine nächtliche Ausgangsbeschränkung. Das kündigte Oberbürgermeister Peter Kurz (SPD) am Donnerstag in Mannheim mit. Die Ausgangsbeschränkungen sollen am Freitagabend in Kraft treten und für acht Tage zwischen 21.00 und 5.00 Uhr gelten. Zum Verlassen des Hauses benötige man dann "triftige Gründe", diese müsse man bei einer Kontrolle glaubhaft machen können. Dazu zählen laut Kurz etwa berufliche Tätigkeiten. Die Polizei plant mobile und stationäre Kontrollen. Die Kräfte würden für die Kontrollen "massiv gestärkt".

+++ Passauer Oberbürgermeister für verlängerte Ausgangsbeschränkungen +++

Passaus Oberbürgermeister Jürgen Dupper (SPD) will die seit einer Woche geltenden Ausgangsbeschränkungen wegen Corona verlängern. Er werde selbstverständlich dafür werben, die Maßnahmen um mindestens eine Woche zu verlängern, sagte er am Donnerstag nach einem Krisentreffen mit Bayerns Ministerpräsident Markus Söder (CSU) in Passau. Eigentlich würden die seit vergangenen Samstag geltenden Maßnahmen am Freitag auslaufen - unter anderem dürfen die Menschen hier ihre Wohnung nur noch aus einem triftigen Grund verlassen.

Auch wenn die Werte nunmehr am dritten Tag in Folge rückläufig seien, "sind sie aber weiter viel zu hoch", sagte Dupper. "Eine Inzidenz von 458 kann uns nicht ruhen lassen." Für eine erfolgreiche Bekämpfung der Pandemie seien Disziplin, Vertrauen und Geduld der Bevölkerung sehr wichtig.

+++ Noch drastischere Schutz-Maßnahme: WHO empfiehlt Maske auch zu Hause +++

Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) hat ihre Empfehlungen zum Maskentragen als Schutz vor Coronavirus-Infektionen ausgeweitet. Neu empfiehlt sie, dass Menschen auch in der eigenen Wohnung bei Besuch von Außenstehenden Masken tragen sollen, wenn die Lüftung dort nicht gut ist oder nicht richtig beurteilt werden kann. Das gelte "unabhängig davon, ob ein Abstand von mindestens einem Meter eingehalten werden kann", heißt es in den aktualisierten Empfehlungen.

An das Maske-Tragen im Bus oder beim Einkaufen haben sich die meisten Menschen wohl inzwischen gewöhnt. Aber muss das auch zu Hause sein? Bild: dpa

+++ RKI-Chef schlägt Hygienebeauftragte an Schulen für Tests vor +++

In der Diskussion über selbstdurchgeführte Corona-Schnelltests bei Lehrern plädiert der Präsident des Robert Koch-Instituts, Lothar Wieler, für Hygienebeauftragte an den Schulen. Auch in den Schulen seien Testungen im Rahmen eines gesamten Hygienekonzeptes sinnvoll, sagte er am Donnerstag in Berlin. "Es wäre am besten, wenn ein bestimmter Lehrer zum Hygienebeauftragten ernannt würde, dieser natürlich auch entsprechend weitergebildet wird von den lokalen Behörden, um dann diese Tests sinnvoll einzusetzen." Dazu bedürfe es einer gewissen Kenntnis, aber das sei wirklich machbar, fügte er hinzu.

Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) hatte in den Zeitungen der Funke Mediengruppe angekündigt, dass Kitas und Schulen oder deren Träger von Freitag an eigenständig Corona-Schnelltests beziehen und nutzen könnten. "Lehrerinnen und Lehrer werden sich regelmäßig selbst testen dürfen." Mit einer neuen Verordnung, die an diesem Freitag in Kraft tritt, will Spahn demnach regeln, dass Pädagogen nach vorheriger Schulung selbst testen dürfen. Daneben sollen auch die Schulträger bei Bedarf mit geschultem Personal Tests vor Ort durchführen dürfen.

+++ Behörde gibt grünes Licht für Verkauf von Corona-Antikörpertest +++

Die Drogeriekette dm darf einen Coronavirus-Antikörpertest weiter verkaufen. Das Regierungspräsidium Tübingen teilte am Donnerstag mit, dass die für Baden-Württemberg und damit auch für dm zuständige Marktüberwachungsbehörde "keinen Hinweis auf einen unzulässigen Vertrieb der Probenahme- und Einsendekits" sehe. Man habe sich mit der für den Hersteller des Kits zuständigen Behörde und dem Bundesgesundheitsministerium abgestimmt. Die Drogeriekette dm hat seinen Sitz in Karlsruhe, Hersteller Cerascreen seinen in Schwerin.

Bei dem im Internetshop von dm angebotenen Test entnimmt sich der Kunde zu Hause selbst eine Blutprobe. Diese wird an ein Labor geschickt und dort auf Antikörper gegen das Coronavirus Sars-CoV-2 untersucht. Das Produkt biete Kunden die Möglichkeit, diskret und ohne einen Arztbesuch einen Test vorzunehmen, der angibt, ob sich Antikörper gegen das Coronavirus gebildet haben, hatte dm erläutert.

+++ RKI-Chef Lothar Wieler warnt: "Es stecken sich immer noch zu viele an." +++

Präsident des Robert-Koch-Instituts (RKI), Lothar Wieler, warnte am Donnerstag bei einer Pressekonferenz: "Es stecken sich immer noch zu viele an." Bei einem Update zur aktuellen Corona-Lage sagte er am Morgen, er erwarte "viele weitere Tote". Die Zahl der Opfer steige derzeit "von Woche zu Woche". Die Zahl der neuen Corona-Fälle in Deutschland muss aus Sicht des Robert Koch-Instituts (RKI) deutlich stärker gesenkt werden, um das Infektionsgeschehen unter Kontrolle zu bekommen. "Die Lage bleibt weiter sehr angespannt", sagte RKI-Präsident Lothar Wieler am Donnerstag in Berlin. Auch nach den Beschränkungen der vergangenen Wochen, die die Fallzahlen als ersten Erfolg stabilisiert hätten, seien sie immer noch zu hoch. "Sie sinken nicht spürbar."

Besonders besorgniserregend sei die Lage in Alten- und Pflegeheimen. Dort gebe es immer mehr Infektionen, sagte Wieler. In einigen Regionen seien die Krankenhäuser an der Belastungsgrenze, sagte Wieler. Und weiter: "Wir sehen, dass die Gesundheitsämter zunehmend erschöpft sind." Seit Beginn der Pandemie starben 5292 Bewohner von Heimen (rund jeder fünfte Infizierte) – und auch 55 Pflegerinnen und Pfleger.

+++ Coronavirus-News aktuell: R-Wert sinkt nicht mehr - erneut fast 500 Tote +++

Mit 479 neuen Todesfällen binnen eines Tages meldeten die Gesundheitsämter außerdem den zweithöchsten Stand seit Beginn der Pandemie. Der bisherige Höchstwert von 487 Todesfällen war am Mittwoch erreicht worden. In der Tendenz war die Zahl der täglichen Todesfälle zuletzt nach oben gegangen, was nach dem steilen Anstieg bei den Neuinfektionen auch erwartet wurde.Die Gesamtzahl der Menschen, die an oder unter Beteiligung einer nachgewiesenen Infektion mit Sars-CoV-2 gestorben sind, stieg am Donnerstag auf 17.602.

Der sogenannte Sieben-Tage-R-Wert lag laut RKI-Lagebericht vom Mittwoch bei 0,89 (Vortag: ebenfalls 0,89). Das heißt, dass 100 Infizierte rechnerisch 89 weitere Menschen anstecken. Der Wert bildet jeweils das Infektionsgeschehen vor 8 bis 16 Tagen ab. Liegt der Wert für längere Zeit unter 1, flaut das Infektionsgeschehen ab.

Erneut meldeten die Gesundheitsämter fast 500 Tote im Zusammenhang mit dem Coronavirus. Bild: dpa

+++ Biden warnt Amerikaner vor 250 000 weiteren Corona-Toten +++

Der gewählte US-Präsident Joe Biden hat die Amerikaner vor dramatisch steigenden Todeszahlen in der Corona-Pandemie gewarnt und eindringlich zu Schutzmaßnahmen aufgerufen. "Ich will niemandem Angst einjagen, aber verstehen Sie die Fakten: Wir werden zwischen jetzt und Januar wahrscheinlich weitere 250.000 Menschen verlieren", sagte Biden am Mittwoch (Ortszeit) bei einer Online-Veranstaltung mit Mitarbeitern und Besitzern kleiner Unternehmen. "Verstehen Sie mich? Weil die Menschen nicht aufpassen." Die Ausbreitung des Virus müsse eingedämmt werden.

Biden machte keine Angaben dazu, worauf er seine Schätzung von 250.000 weiteren Toten begründet. Nach Statistiken der Johns-Hopkins-Universität in Baltimore hat das Coronavirus seit Beginn der Pandemie mehr als 270.000 Menschen in den USA das Leben gekostet. Ein Modell von Forschern des Instituts IHME der Universität Washington im US-Bundesstaat Seattle rechnet im Fall gelockerter Schutzmaßnahmen mit mehr als 502.000 Toten bis Ende Januar, im Fall schärferer Schutzmaßnahmen mit mehr als 367.000. Dieses Modell wurde in der Vergangenheit auch mehrfach vom Weißen Haus angeführt.

+++ Geht ohne "Normales-Leben-Pass" bald gar nichts mehr? +++

Der erste Corona-Impfstoff steht ihn den Startlöchern. Schon Ende Dezember sollen die ersten Menschen geimpft werden. Doch wie geht es dann weiter? Bekommen Geimpfte Sonderrechte durch einen "Normales-Leben-Pass"? Hier geht es zum Artikel.

+++ Ski-Spaß in der Krise? DARUM müssen deutsche Ski-Touristen draußen bleiben +++

Österreich öffnet seine Skipisten. Ein Skiurlaub wird für deutsche Touristen aber dennoch vorerst wohl nicht möglich sein. Der Grund: Österreich macht seine Grenzen über Weihnachten und Neujahr praktisch dicht. Hier geht es zum Artikel.

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rut/news.de/dpa