02.12.2020, 20.39 Uhr

Coronavirus-News aktuell: Weitere Verschärfungen? Söder spekuliert über härtere Corona-Regeln

Es ist ein trauriger Rekord: Noch nie sind in Deutschland an einem Tag so viele Menschen im Zusammenhang mit dem Coronavirus gestorben. Die Gesundheitsämter meldeten fast 500 Todesfälle an einem Tag. Die Regierung verlängert jetzt den teil-Lockdown.

Noch nie sind in Deutschland an einem Tag so viele Menschen im Zusammenhang mit dem Coronavirus gestorben. Bild: AdobeStock / Halfpoint (Symbolbild)

Jetzt ist es traurige Gewissheit. Während die Zahl der Corona-Infektionen im Vergleich zur Vorwoche nur minimal abnimmt, erreicht die Zahl der Toten einen neuen Höchststand. Insgesamt wurden binnen 24 Stunden 17.270 neue Infektionen mit dem Coronavirus gemeldet. Das sind rund 1400 weniger als in der Vorwoche, in der am Mittwoch 18.633 neue Fälle hinzukamen.

Coronavirus-News in Deutschland aktuell

Alle aktuellen Entwicklungen und News zum Thema Coronavirus in Deutschland erfahren Sie hier in unserem Ticker.

Söder deutet mögliche weitere Verschärfung von Anti-Corona-Kurs an

 
Bayerns Ministerpräsident Markus Söder (CSU) hat eine mögliche weitere Verschärfung der Anti-Corona-Maßnahmen von Bund und Ländern angedeutet. Irgendwann werde man überlegen müssen, die Maßnahmen an einigen Stellen noch zu vertiefen, sagte Söder am Mittwoch nach einer Videoschalte der Länder-Regierungschefs mit Kanzlerin Angela Merkel (CDU) in Berlin. Man müsse dann überlegen: lieber kürzer konsequenter als länger halbkonsequent.

Bund und Länder: Teil-Lockdown wird bis in den Januar verlängert

Der Teil-Lockdown mit geschlossenen Restaurants, Museen, Theatern und Freizeiteinrichtungen wird bis zum 10. Januar verlängert. Das haben Bundeskanzlerin Angela Merkel und die Ministerpräsidenten der Länder bei ihren Beratungen am Mittwoch beschlossen, wie die CDU-Politikerin im Anschluss mitteilte. "Im Grundsatz bleibt der Zustand, wie er jetzt ist", sagte Merkel.

Ausgangssperre im Landkreis Leipzig ab 3. Dezember

Ab Donnerstag, den 3. Dezember, gelten im Landkreis Leipzig eine Ausgangsbeschränkungen, um die Corona-Lage wieder in den Griff zu bekommen. Das teilte der Landessprecher am Mittwoch mit, wie die "Leipziger Volkszeitung" schreibt.

Demnach dürfen Menschen ihre Wohnung oder ihr Haus nur aus wichtigen Gründen verlassen. Dazu zählt der Weg zur Arbeit, Kita oder Schule. Sport und Bewegung ist nur in einem Umkreis von 15 Kilometern erlaubt. Für Demonstrationen und Versammlungen gilt eine Obergrenze von maximal 200 Teilnehmern.

 

Rund 170 Corona-Infizierte bei Tönnies in Sachsen-Anhalt

Beim Schlachtbetrieb Tönnies in Weißenfels in Sachsen-Anhalt sind derzeit 172 Mitarbeiter mit dem Virus Sars-CoV-2 infiziert. Zuvor habe es einen großangelegten Reihentest bei den Beschäftigten des Unternehmens gegeben, erklärte Ariane Körner vom Burgenlandkreis am Mittwoch. Der Landkreis habe daher Gespräche mit der Firma aufgenommen. Das Unternehmen wolle die Betroffenen nun in einer gesonderten Quarantäneeinrichtung unterbringen. Zudem soll es Ende der Woche erneute Tests geben.

Der Landkreis hoffe, dass so das Infektionsgeschehen eingedämmt werden könne. Das Werk soll jedoch weiter geöffnet bleiben. Am Tönnies-Standort in Weißenfels arbeiten nach Unternehmensangaben rund 2200 Mitarbeiter. Der Fleischkonzern hat in Weißenfels seinen zweitgrößten Standort im Bundesgebiet. Auch in Nordrhein-Westfalen arbeiten Menschen für das Unternehmen. Tönnies hatte sein Werk in Ostwestfalen in Nordrhein-Westfalen im Sommer wegen der Corona-Pandemie und einer Vielzahl von Infektionen bei den Arbeitern vorübergehend schließen müssen.

Hotels und Gastronomie sollen bis 10. Januar geschlossen bleiben

Wie die Nachrichtenagentur Reuters erfahren haben will, planen Bund und Länder Gastronomie und Hotels bis zum 10. Januar geschlossen zu halten. Wahrscheinlich wird diese Regelung Mitte Dezember beschlossen. Die Schließung von Hotels und gastronomischen Einrichtungen ist erst einmal bis zum 20. Dezember geplant. Im Januar wollen Bundeskanzlerin Angela Merkel und die Ministerpräsidenten der Länder noch einmal über die Corona-Lage beraten.

Söder hält geplante Quarantäne-Regelung in Österreich für richtig

Das praktische Wintersport-Aus für viele Touristen in Österreich während der Weihnachtsferien bewertet Bayerns Ministerpräsident Markus Söder als "richtig und verständlich». Bei Twitter schrieb der CSU-Chef am Mittwoch zudem: "Auch wenn es schwer fällt: Sicherheit geht vor. Die Ferien dürfen nicht zu einem Risiko werden."

Österreich verhängte für alle Einreisenden aus Corona-Risikogebieten vom 7. Dezember bis zum 10. Januar eine zehntägige Quarantänepflicht - davon betroffen sind damit auch Touristen aus Bayern. Ziel sei es, den Tourismus weitgehend einzudämmen, teilte die Regierung am Mittwoch in Wien mit.

Bisher äußerte sich Söder nicht dazu, ob Skilifte in den bayerischen Wintersportgebieten in den Weihnachtsferien geöffnet sein werden. Fest steht bislang nur, dass im Rahmen des verlängerten Teil-Lockdowns die Anlagen bis einschließlich zum 20. Dezember geschlossen bleiben.

Spahn begrüßt geplante Quarantäne-Regelung in Österreich

Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) hat die von Österreich angekündigte Quarantänepflicht für Einreisende begrüßt, die den Tourismus weitgehend eindämmen soll. Alle hätten die Erfahrungen aus Februar und März noch in den Knochen, dass durch den Rückreiseverkehr aus dem Skiurlaub das Virus teils unbemerkt in fast alle EU-Staaten mitgebracht worden sei, sagte Spahn am Mittwoch nach einer Videokonferenz mit seinen EU-Amtskollegen. Dabei sei Skifahren für sich allein nicht das Problem, es gehe um Aktivitäten rundherum. Vor diesem Hintergrund begrüße er die Entscheidungen Österreichs.

Die Regierung in Wien hatte am Mittwoch angekündigt, für alle Einreisenden aus Corona-Risikogebieten vom 7. Dezember bis zum 10. Januar eine zehntägige Quarantänepflicht zu verhängen. Ziel sei es, den Tourismus weitgehend einzudämmen. Schwellenwert seien mehr als 100 Neuinfektionen pro 100 000 Einwohner in den vergangenen 14 Tagen. Das gelte praktisch für alle Nachbarstaaten Österreichs.

Spahn setzt auf zügige EU-Entscheidung über Impfstoffzulassung

Bundesgesundheitsminister Jens Spahn setzt auf zügige Entscheidungen über die Zulassung von Corona-Impfstoffen in der Europäischen Union. Pflegekräfte, Ärzte und andere arbeiteten in der Krise gerade Tag und Nacht und an jedem Wochenende, sagte der CDU-Politiker am Mittwoch nach einer Videokonferenz mit seinen EU-Amtskollegen. Daher dürfe man auch von der EU-Zulassungsbehörde erwarten, dass sie schnellstmöglich zu einer Entscheidung komme.

Spahn betonte zugleich, es gehe nicht darum, "irgendwie erster zu sein". Entscheidend sei, sichere und wirksame Impfstoffe zu bekommen, was für das Vertrauen wichtig sei. Daher sollten vorgesehene Studien auch mit Zehntausenden Freiwilligen zu Ende geführt werden. In der EU sind Zulassungen für zwei Impfstoffe beantragt worden: für einen des Mainzer Unternehmens Biontech und seines US-Partners Pfizer sowie für einen Impfstoff des US-Konzerns Moderna. Die Europäische Arzneimittel-Agentur muss die Anträge prüfen und hat bis spätestens 29. Dezember ein Ergebnis in Aussicht gestellt. Großbritannien hat nun eine Notfallzulassung für den Stoff von Biontech/Pfizer erteilt.

Spahn bekräftigte, dass die EU bewusst eine gemeinsame Beschaffung von Impfstoffen für alle 27 Mitgliedstaaten vorbereite. Dies sei im Sinne europäischer Solidarität wichtig. Zudem setze man nicht nur "auf ein Pferd", sondern parallel auf mehrere Impfstoffkandidaten.

Querdenken plant weiter große Demonstration an Silvester in Berlin

Die Stuttgarter Initiative Querdenken hält an ihrer geplanten großen Demonstration gegen die Corona-Einschränkungen am Silvestertag in Berlin fest. Angemeldet seien 22 500 Teilnehmer, teilte der Initiator Michael Ballweg der Deutschen Presse-Agentur mit. Die Demonstration solle am Nachmittag des 31. Dezember auf der Straße des 17. Juni zwischen Brandenburger Tor und Großem Stern ähnlich wie im August ablaufen. Im Sommer hatten dort Zehntausende Menschen demonstriert.

Auch auf der Internetseite von Querdenken heißt es: "Bundesweite Demo in Berlin am 31.12.2020". Alle Initiativen bundes- und europaweit sollten sich unter dem Motto "Willkommen 2021 - Das Jahr der Freiheit und des Friedens" beteiligen.

Die Berliner Polizei bestätigte, dass Querdenken eine Demonstration mit dem Titel "Berlin invites Europe - Fest für Freiheit und Frieden II" angemeldet habe. "Aktuell laufen dazu Abstimmungen zwischen der Initiative und der Polizei Berlin." Einzelheiten könnten noch nicht mitgeteilt werden. Die Polizei hat dabei auch die aktuellen Corona-Regeln für Demonstrationen - Maskenpflicht und Abstand - im Blick.

Im August hatten sich viele Querdenken-Demonstranten nicht an die Abstandsregel gehalten. Am 18. November war dann eine ähnliche Demonstration von der Polizei mit Hilfe von Wasserwerfern aufgelöst worden, weil fast niemand einen Mund-Nasen-Schutz trug.

Biontech und Pfizer: Großbritannien lässt Corona-Impfstoff zu

Die britische Aufsichtsbehörde für Arzneimittel hat nach Angaben des Mainzer Pharma-Unternehmens Biontech und seines US-Partners Pfizer eine Notfallzulassung für deren Corona-Impfstoff erteilt. Das teilten die beiden Unternehmen am Mittwoch mit. Damit bekommen die Briten früher grünes Licht für einen Corona-Impfstoff als die EU und die USA.

Neuer Höchststand bei Corona-Toten: Fast 500 Tote an einem Tag

In Deutschland haben die Gesundheitsämter dem Robert Koch-Institut (RKI) binnen 24 Stunden 487 Todesfälle im Zusammenhang mit dem Coronavirus gemeldet. Das ist ein neuer Rekord seit Beginn der Pandemie, wie aus den RKI-Zahlen vom Mittwochmorgen hervorgeht. Der bisherige Höchstwert war am Freitag mit 426 Todesfällen erreicht worden.

In der Tendenz war die Zahl der täglichen Todesfälle zuletzt nach oben gegangen, was nach dem steilen Anstieg bei den Neuinfektionen erwartet wurde. Die Gesamtzahl der Menschen, die an oder unter Beteiligung einer nachgewiesenen Infektion mit Sars-CoV-2 gestorben sind, stieg am Mittwoch auf 17 123.

Coronavirus-News aktuell: R-Wert sinkt langsam

Das RKIzählt inDeutschland seit Beginn der Pandemie 1.084.743 nachgewiesene Infektionen mit Sars-CoV-2 (Stand: 02.12, 00.00 Uhr). Nach Schätzungen sind rund 779.500 Menschen inzwischen genesen. Der sogenannte Sieben-Tage-R-Wert lag laut RKI-Lagebericht vom Dienstag bei 0,89 (Vortag: 0,91). Das heißt, dass 100 Infizierte rechnerisch 89 weitere Menschen anstecken. Der Wert bildet jeweils das Infektionsgeschehen vor 8 bis 16 Tagen ab. Liegt der Wert für längere Zeit unter 1, flaut das Infektionsgeschehen ab.

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rut/news.de/dpa

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