27.11.2020, 12.27 Uhr

Angela Merkel: Corona-Zoff! ER ätzt jetzt gegen die Bundeskanzlerin

Alle gegen Angela Merkel? Am Donnerstag musste die Bundeskanzlerin wegen der neuen Corona-Regeln viel Kritik einstecken. Besonders die Wutrede ihres Lieblingsabgeordneten dürfte sie hart getroffen haben. Er rechnet jetzt mit Angela Merkel ab.

Angela Merkel wird für ihre lockeren Corona-Regeln kritisiert. Bild: picture alliance/Michael Kappeler/dpa

Die Coronavirus-Pandemie zehrt an den Nerven. Das wissen Ärzte, Pflegepersonal, Lehrer und andere Menschen nur zu gut. Eine Frau die davon ein Lied singen kann, ist Angela Merkel (66). Die Konferenzen mit den Länderchefs haben ihr einiges abverlangt. Sie sah am Donnerstag erschöpft aus, als sie die Regierungserklärung zu den neuen Corona-Regeln abgab. Dann musste sie sich noch harsche Kritik von Alice Weidel (AfD) und Christian Lindner anhören. Am schlimmsten: Ihr treuester Abgeordneter fiel ihr in den Rücken.

Angela Merkel: Ralph Brinkhaus kritisiert Bundeskanzlerin für Corona-Regeln

Unions-Fraktionschef Ralph Brinkhaus (52, CDU) ist sich eigentlich oft einige mit Angela Merkel, aber im Falle der neuen Corona-Bestimmungen, machte er seinem Unmut Luft. "Dieses scheibchenweise Immer-einen-draufsetzen, das zermürbt uns doch alle", sagte er erhitzt mit Blick auf die für ihn zu laschen Beschlüsse der Länderchefs und der Kanzlerin. "Zwei Wochen verloren!", "Doppelte Lockerungen zu Weihnachten und Silvester bedeuten doppeltes Risiko", warnte der CDU-Politiker eindringlich.

Dann sprach er darüber, dass solche Beschlüsse, wie die Corona-Hilfen vorab im Bundestag besprochen werden sollten und dann erst in der Ministerkonferenz. Gegen die finanzielle Hilfe hat er nichts, nur gegen die Art, wie sie beschlossen werden. Plötzlich wurde Angela Merkel putzmunter. "Es gibt einen Bereich, Frau Bundeskanzlerin, der ist nicht in Ordnung. Das Haushaltsrecht hat der Deutsche Bundestag" und "auf welcher Rechtsgrundlage dort entschieden wird, dass Hilfen verlängert werden", sagte Brinkhaus.

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Angela Merkel allein gelassen? Markus Söder steht ihr zur Seite

Nach der Kritik von der Opposition hätte sich die Kanzlerin bestimmt einen Zusammenhalt in der Union gewünscht. Den findet sie gerade aber nur bei dem bayerischen Ministerpräsidenten Markus Söder (53, CSU). Die beiden sprechen sich vorab immer ab, schreibt "Bild".

Ihre zögerliche Art in der Pandemie zu agieren, missfällt Brinkhaus. Die Rede von Ralph Brinkhaus könnte der Kanzlerin den Spiegel vorgehalten haben. War sie es nicht die eigentlich einen noch härteren Lockdown plante, aber von den Länderchefs gebremst wurde? Erst zehn Tage später wurden die Corona-Regeln nachjustiert, um die Infektionszahlen nach unten zu drücken.

Vielleicht sah Angela Merkel das nicht als Angriff an. Sie selbst hat damals Helmut Kohl während seiner Zeit als Bundeskanzler auch widersprochen. Was sich nicht abstreiten lässt: Angela Merkel gehen die stundenlangen Gespräche und der Kontaktverzicht nicht spurlos vorbei. Trotzdem hält sie immer wieder den Kopf hoch und wagt sich in neue Verhandlungen. Eine wahre Kämpferin eben, oder?

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bos/news.de/dpa