05.11.2020, 14.17 Uhr

Coronavirus-News aktuell: Fast 20.000 Neuinfektionen! Verwaltungsgerichtshof lehnt Eilantrag ab

Die Zahl der Coronavirus-Neuinfektionen hat einen neuen Rekordwert erreicht. Das RKI meldete am Donnerstag mehr als 19.000 Fälle. Viele Deutsche rechnen jetzt mit einem Weihnachtsfest in Isolation. Das sind die Corona-Zahlen von Donnerstag.

Die Zahl der Coronavirus-Fälle hat am Donnerstag einen neuen Rekordwert erreicht. (Symbolfoto) Bild: picture alliance/Kay Nietfeld/dpa

Die Zahl der registrierten Corona-Neuinfektionen in Deutschland hat mit 19 990 Fällen binnen eines Tages einen bisherigen Höchstwert erreicht. Dies ging aus Angaben des Robert Koch-Instituts (RKI) vomDonnerstagmorgen hervor. Den bislang höchsten Wert seit Beginn der Pandemie hatte das RKI am vergangenen Samstag mit 19 059 Fällen gemeldet. Am Donnerstag vor einer Woche lag die Zahl bei 16 774.

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Coronavirus-News aktuell: Neuer Rekord! Zahl der Todesfälle steigt auf über 10.000 Fälle an

Insgesamt haben sich dem RKIzufolge seit Beginn der Pandemie bundesweit 597583 Menschen mit Sars-CoV-2 infiziert(Stand: 05. 11., 00.00 Uhr). Die Zahl der Todesfälle im Zusammenhang mit dem Virus stieg bis Donnerstag um 118 auf insgesamt 10 930. Das RKI schätzt, dass rund 391 600 Menschen inzwischen genesen sind.

Reproduktionszahl R-Wert auf 0,81 gesunken, Sieben-Tage-R liegt laut RKI bei 0,92

Die Reproduktionszahl, kurz R-Wert, lag in Deutschland laut RKI-Lagebericht am Mittwoch bei 0,81 (Vortag: 0,94). Das heißt, dass ein Infizierter im Mittel etwas weniger als einen weiteren Menschen ansteckt. Der R-Wert bildet jeweils das Infektionsgeschehen etwa eineinhalb Wochen zuvor ab.

Zudem gibt das RKI in seinem Lagebericht ein sogenanntes Sieben-Tage-R an. Der Wert bezieht sich auf einen längeren Zeitraum und unterliegt daher weniger tagesaktuellen Schwankungen. Nach RKI-Schätzungen lag dieser Wert am Mittwoch bei 0,92 (Vortag: 0,98). Er zeigt das Geschehen von vor 8 bis 16 Tagen.

Alle aktuellen Informationen finden Sie hier im Corona-Ticker

 

+++ Verwaltungsgerichtshof lehnt Eilantrag gegen Corona-Maßnahmen ab +++

Der Bayerische Verwaltungsgerichtshof hat einen Eilantrag gegen die Schließung von Gaststätten und das Beherbergungsverbot für Touristen in der Corona-Krise abgelehnt. Die Regelungen seien "nicht offensichtlich rechtswidrig", erklärte das Gericht am Donnerstag. Eine Hotelkette hatte gegen die jüngsten Corona-Maßnahmen geklagt.

Die Entscheidung bedeutet allerdings nicht, dass das Gericht den Maßnahmen insgesamt zustimmt. Vielmehr wiederholte der Senat auch Zweifel an der Grundlage für die jetzt beschlossenen Maßnahmen. Bei einem Eilverfahren müsse aber eine Folgenabwägung getroffen werden und dabei überwiege "im Hinblick auf die enorm steigenden Infektionszahlen das Schutzgut Leben und Gesundheit einer Vielzahl von Menschen die betroffene freie wirtschaftliche Betätigung." Die Maßnahmen seien nicht offensichtlich unverhältnismäßig - auch deswegen, weil für betroffene Betriebe Entschädigungen angekündigt worden seien.

+++ Ärzteverband: Lage trotz Rekord bei Corona-Neuinfektionen beherrschbar +++

Der Bundesverband der Ärztinnen und Ärzte des Öffentlichen Gesundheitsdienstes hält die Lage der Corona-Neuinfektionen in Deutschland trotz der hohen Zahlen für beherrschbar. "Dass die Lage außer Kontrolle ist, würde ich nicht sagen", sagte die Verbandspräsidentin Ute Teichert am Donnerstag dem Südwestrundfunk (SWR). Es gebe zwar auch Infektionen, die man nicht direkt erfassen könne. "Aber es ist ja nicht so, als ob wir von einer großen Welle überrollt würden und gar nicht mehr wissen, wie wir damit umgehen." Teichert räumte aber ein, dass es den Gesundheitsämtern an Personal fehle. "Das wird auf jeden Fall zu einem Problem führen."

Mit 19 990 erfassten Neuinfektionen veröffentlichte das Robert Koch-Institut (RKI) an diesem Donnerstag den bislang höchsten Wert seit Beginn der Pandemie. Bereits am vergangenen Samstag hatte das RKI 19 059 neue Fälle gemeldet.

+++ Ministerium in NRW warnt vor Maskengegnern auf Schulweg +++

Das nordrhein-westfälische Bildungsministerium hat die Schulen in dem Bundesland vor Aktionen von Maskengegnern am 9. November gewarnt. Es gebe Hinweise, dass die Initiative "Querdenken 711" deutschlandweit an 1000 Schulen "Aktionen gegen die Pflicht zum Tragen der Mund-Nase-Bedeckung durchführen will", so das Düsseldorfer Ministerium in einer Rundmail an alle Schulen.

Demnach sollen "Querdenken"-nahe Eltern planen, Kinder und deren Eltern auf dem Schulweg anzusprechen und ihnen unwirksame Masken mit dem "Querdenken"-Logo in die Hand zu drücken oder eine CO2-Messung unter den Masken der Kinder anzubieten. Laut Ministerium hat sich die Initiative dafür extra "das besondere Datum des 9. Novembers" ausgesucht. Auf einer in der E-Mail verlinkten Seite der Bundeszentrale für Politische Bildung wird der "Schicksalstag" der deutschen Geschichte erklärt, an dem 1938 die Pogromnacht stattfand und 1989 die Mauer fiel.

Da aus Sicht des Ministeriums "damit zu rechnen ist, dass Schülerinnen und Schüler und deren Eltern möglicherweise zu Verstößen gegen geltende Rechtsnormen (...) aufgerufen werden sollen, mit denen sie ihre Gesundheit oder die Gesundheit anderer (auch in der Schule) gefährden können", sollen die Schülerinnen und Schüler im Vorfeld gewarnt und aufgeklärt werden.

Sollten Maskengegner Schulgelände betreten oder Kinder und Jugendliche bedrängen, sollen die Lehrer die Polizei rufen, so das Ministerium.  

+++ Studie: Wohl geringes Infektionsrisiko in Kitas +++

Bei kleinen Kita-Kindern besteht nach einer Studie der Universität Frankfurt wohl ein vergleichsweise geringes Corona-Ansteckungsrisiko. Bei der "Safe-Kids-Studie" in Zusammenarbeit mit dem hessischen Sozialministerium waren über einen Zeitraum von zwölf Wochen 825 Kinder sowie 372 Mitarbeiterinnen in 50 Kitas in Hessen getestet worden, wie die Universität am Mittwoch mitteilte. Dabei seien nur zwei Probanden positiv getestet worden - in beiden Fällen Erzieherinnen. Zuerst hatten die Wochenzeitung "Die Zeit" und die "Ärzte Zeitung" darüber berichtet.

Im Untersuchungszeitraum (18. Juni bis 10. September) sei die Rate an Neuinfektionen landesweit allerdings als niedrig einzustufen gewesen, hieß es. Daher seien die Ergebnisse nicht ohne weiteres auf ein Umfeld mit hoher Inzidenz übertragbar. Im Studienzeitraum hätten jedoch auch die hessischen Sommerferien und die Wochen danach gelegen, in denen es reisebedingt zu einem Anstieg der Fallzahlen kam.

"In den zwölf Wochen Beobachtungszeitraum hat sich wohl keines der mehr als 800 untersuchten Kinder infiziert", sagte Studienleiterin Sandra Ciesek der Zeitung. "Die Wahrscheinlichkeit scheint also extrem gering zu sein, dass sich Kinder anstecken." Überraschend sei dieser Befund insofern, als die meisten Infektionskrankheiten wie Erkältungen oder die saisonale Grippe sich sehr schnell in Kitas und Schulen verbreiteten, erklärte die Direktorin des Instituts für Medizinische Virologie am Universitätsklinikum Frankfurt. "Ausgerechnet bei Sars-CoV-2 scheint das aber nicht so zu sein."

Bei der "Safe-Kids-Studie" hatten die Eltern und Mitarbeiter den Angaben zufolge einmal pro Woche einen Wangen- und einen Analabstrich bei ihren Kindern und sich selbst vorgenommen, um eine Ausscheidung von Sars-CoV-2 nachzuweisen.

+++ Soziologe: Lockdown-Politikerreden erinnern an Eltern vor Weihnachten +++

Bei manchen Politikerworten zum aktuellen Teil-Lockdown fühlt sich der Soziologe Sacha Szabo an Kleinkind-Eltern vor Heiligabend erinnert. Es sei auffällig, dass Weihnachten bei den Beschränkungen des öffentlichen Lebens immer wieder als Zeitmarke vorkomme. "Dass man Weihnachten nimmt, trägt schon auch die Botschaft mit sich, wenn man jetzt "brav" ist, dann gibt es ein "schönes Weihnachtsgeschenk'", sagte Szabo. "Das kann man dahin deuten, dass die Bürger ein wenig wie Kinder betrachtet werden, die erzogen werden müssen. Aber zugleich ist es eben auch eine Botschaft, die sofort verstanden wird, weil dieses Belohnungsmuster vertraut ist."

So hatte zum Beispiel Unionsfraktionschef Ralph Brinkhaus gesagt: "Wenn wir es jetzt im November richtig machen, dann haben wir eine Chance, dass wir einigermaßen vernünftig Weihnachten feiern können."

Szabo, der das Weihnachtsfest im Wandel der Zeiten erforscht hat, sieht jedoch das Problem, dass die aktuellen Verordnungen die heutige Pluralität in der Gesellschaft kaum abbilden. "Es wird ein bestimmtes Familienbild transportiert. Angenommen, es dürfen sich die Angehörige zweier Haushalte treffen, dann bildet man zugespitzt formuliert, die Einkindfamilie der Babyboomer-Generation ab.» Doch werde es schon kompliziert, wenn die Weihnachtsfeierlichkeiten bei deren Eltern stattfinden oder aber wenn man an Patchwork-Familien und Freundeskreise denke. "All das gibt es natürlich, aber es wird zugunsten eines romantisch verklärten Familienbildes ausgeblendet."

Noch wisse niemand, wie das Weihnachtsfest konkret ablaufen soll, sagte Szabo, der den Sammelband "'Fröhliche Weihnachten". X-Mas Studies. Weihnachten aus Sicht der Wissenschaft" mitherausgegeben hat. "Einerseits existiert ein Bedürfnis, sich innerhalb der Familie, als Hort der Sicherheit, aufgehoben zu fühlen. Zugleich aber kann jeder auch selbst ein Spreader sein und so die Bedrohung in genau dieses sehr private Gefüge hineintragen."

+++ Jeder Zweite erwartet ein Weihnachten in der Isolation +++

Die Hälfte der Bundesbürger rechnet mit einem Weihnachten in der Isolation. Konkret befürchten 52 Prozent, dass die Haushalte in Deutschland wegen der Corona-Krise diesmal getrennt feiern müssen, wie eine Umfrage des Meinungsforschungsinstituts YouGov im Auftrag der Deutschen Presse-Agentur ergab. Dass Restaurants, Kneipen und Cafés rund um die kommenden Feiertage geschlossen bleiben müssen, erwarten 53 Prozent.

Noch pessimistischer sind die Bundesbürger beim Thema Weihnachtsmärkte, Gottesdienste, Konzerte und Silvesterpartys: Hier rechnen zwei von drei Befragten damit, dass diese im Corona-Winter ausfallen müssen (68 Prozent). Wird dies alles dazu führen, dass sich mehr Menschen als gewöhnlich einsam fühlen? Ja, befürchten 62 Prozent.

Dass Weihnachten und Silvester in diesem Jahr überwiegend so ablaufen wie in jedem Jahr, erwarten noch 8 Prozent.

Gefragt nach dem bei ihnen persönlich vorherrschenden Gefühl mit Blick auf Weihnachten nennt die Hälfte negative Gefühle wie Sorge (19 Prozent), Traurigkeit (16 Prozent), Unbehagen (14 Prozent) und Angst (2 Prozent). Insgesamt ein Drittel der Befragten (32 Prozent) schaut trotz allem positiv Richtung Feiertage: 15 Prozent sehen Weihnachten mit Entspannung entgegen, 11 Prozent mit Zuversicht, 6 Prozent mit Vorfreude.

 

+++ Gefühlslage im Teil-Lockdown: Jedem Vierten fehlt Unterstützung +++

Wie ist die Gefühlslage der Menschen in Deutschland zu Beginn des zweiten Teil-Lockdowns? Ein Drittel bezeichnet sich als überwiegend "besorgt" (33 Prozent), als "angespannt" empfinden sich 16 Prozent. Dies ergab eine Umfrage des Meinungsforschungsinstituts YouGov im Auftrag der Deutschen Presse-Agentur. "Wütend" nennen sich 12 Prozent, "ängstlich" oder gar "panisch" sind nach eigener Einschätzung 4 beziehungsweise ein Prozent der Bundesbürger.

Positiver sieht ein knappes Drittel der Befragten die Lage, trotz des weitgehenden Stillstandes des öffentlichen Lebens seit dem 2. November: 19 Prozent bezeichnen sich als «entspannt», 9 Prozent sogar als "zuversichtlich".

Mehr als jedem Viertem (27 Prozent) fehlt in der Coronakrise Unterstützung aus dem persönlichen Bereich. "Ich habe zwar Menschen, mit denen ich reden kann - ich fühle mich aber nicht ausreichend unterstützt", sagen 17 Prozent der Befragten von sich. Weitere zehn Prozent kämpfen nach eigenen Angaben mit Corona-Einsamkeit: "Mir fehlen Menschen, mit denen ich reden kann und die mich ausreichend unterstützen".

Welche Belastungen spüren die Menschen vor allem? Am stärksten wiegt die Sorge, dass sich Familienmitglieder, Angehörige oder Freunde mit dem Coronavirus infizieren könnten. Es folgen auf Platz zwei die Beschneidung der eigenen Sozialkontakte und auf Platz drei die Sorge, dass man sich selbst mit dem Coronavirus infizieren könnte.

+++ Lehrerverband: Versetzte Schulanfangszeiten keine grundlegende Lösung +++

Im Unterricht müssen sie Abstand halten, in den Bussen stehen die Schüler dann dicht an dicht: Viele haben dafür kein Verständnis. Als Lösung wird gern die Entzerrung des Schülerverkehrs durch versetzte Anfangszeiten genannt. Aber ganz so einfach ist es nicht.

Versetzte Schulzeiten zur Entzerrung des Schülerverkehrs und damit zur Senkung der Infektionsgefahr beurteilt der Deutsche Lehrerverband skeptisch. Eine entsprechende Forderung hatte der Verband Deutscher Verkehrsunternehmen (VDV) erhoben. "Das stößt sehr schnell an Grenzen", sagte hingegen Lehrerverband-Präsident Heinz-Peter Meidinger der Deutschen Presse-Agentur. Dies habe mehrere Gründe. Das Hauptargument aber sei: "Da ist dann zwar vielleicht ein bisschen weniger los in den Bussen und in den Pausen, aber am Grundproblem ändert sich nichts. Und das Grundproblem ist die volle Klasse. In der Schule haben sie trotzdem die vollen Klassenzimmer."

Auch auf einer ganz praktischen Ebene sei der Vorschlag, die Anfangszeiten des Unterrichts zu staffeln, vielerorts nicht umsetzbar. Zum einen beförderten die Schulbusse in vielen Landkreisen zugleich Berufspendler. Doch selbst wo es reine Schulbusse gebe, würden die Fahrzeuge außerhalb der Standard-Zeiten bereits zu anderen Zwecken eingesetzt, "so dass zusätzliche Kapazitäten wenn, dann nur in einzelnen Regionen, aber nicht flächendeckend realisiert werden können». Auch würden versetzte Zeiten neue Probleme etwa bei der Mittagsverpflegung bereiten, die dann ebenfalls zeitlich ausgedehnt werden müsste.

Dagegen setzen im Kampf gegen überfüllte Schulbusse erste Städte in Schleswig-Holstein jetzt auf eine Entzerrung der Schulanfangszeiten. In Flensburg etwa haben sich 15 weiterführende Schulen bereits im September auf gestaffelte Schulanfangszeiten verständigt. Nach langem Zögern will jetzt auch Lübeck einen Runden Tisch dazu einrichten.

Meidingers Gegenvorschlag dazu: "Wenn man wirklich bei stark steigenden Infektionszahlen wirksamen Gesundheitsschutz machen möchte, muss man tatsächlich wieder in den Wechselbetrieb gehen, das heißt, Klassen halbieren und die eine Hälfte in der einen Woche oder am einen Tag und die andere Hälfte in der anderen Woche oder am anderen Tag in der Schule unterrichten."

Den jetzigen Kurs der Politik kritisierte Meidinger, der bis zu den Sommerferien Direktor eines Gymnasiums im niederbayerischen Deggendorf war und die Pädagogen lange Jahre auch an der Spitze des Deutschen Philologenverbands vertrat: "Nichts zu tun und die Schulen auf Teufel komm raus offen zu halten, das versteht keiner mehr.» Die vorhandenen Stufenpläne müssten mit verbindlichen Inzidenz-Grenzwerten hinterlegt werden. "Bloß zu sagen: Wir haben einen Stufenplan, und egal welche Werte erreicht werden, wir handeln nicht - das ist grob fahrlässig."

 

+++ Deutlich größerer Anteil an Corona-Tests fällt positiv aus +++

Die sogenannte Positivenquote bei Corona-Tests in Deutschland hat sich in den vergangenen zwei Monaten in etwa verzehnfacht. So schlugen in Kalenderwoche 44 (bis 1.11.) etwa 7,3 Prozent der Tests an, wie das Robert Koch-Institut in seinem Lagebericht von Mittwochabend schreibt. In Kalenderwoche 35 (bis 30.8.) waren es noch rund 0,7 Prozent.

Die Zahl der wöchentlich durchgeführten Tests kletterte in den vergangenen zwei Monaten deutlich um mehr als 400 000. 191 Labore meldeten zuletzt rund 1,6 Millionen solcher Laboruntersuchungen in einer Woche. Die Entwicklung bei Positivenrate und Test-Anzahl spiegelt sich im über Wochen starken Anstieg bei den gemeldeten Neuinfektionen wieder.

 

+++ Mehr Rückstau in Corona-Laboren - Größerer Anteil an Tests positiv +++

In Deutschland werden immer mehr Corona-Tests gemacht. Die Labore sind stark ausgelastet. Das hat Folgen.

 Immer öfter kommen Corona-Labore mit dem Auswerten von Tests nicht hinterher. So meldeten laut Robert Koch-Institut (RKI) in der vergangenen Kalenderwoche (bis 1.11.) 69 Labore einen Rückstau von insgesamt 98 931 abzuarbeitenden Proben. Zwei Wochen zuvor waren es noch 52 Labore mit 20 799 abzuarbeitenden Proben, wie aus dem RKI-Lagebericht von Mittwochabend hervorgeht. 55 Labore nannten laut RKI zuletzt Lieferschwierigkeiten für Reagenzien unter anderem zum Auswerten der Tests, Plastikverbrauchsmaterialien und Pipettenspitzen.

"Mit steigenden Probenzahlen, wie sie zurzeit aufgrund der weiten Indikationsstellung zu beobachten sind, verlängern sich auch die durchschnittlichen Bearbeitungszeiten, mit möglichen Konsequenzen für die zeitnahe Mitteilung des Ergebnisses an die betroffenen Personen, sowie einem größeren Verzug bei der Meldung an das Gesundheitsamt", schreibt das RKI. Es gebe in den letzten Wochen zunehmend Berichte von Laboren, die sich stark an den Grenzen ihrer Auslastung befänden. Es sei unter anderem "dringend geboten, den Einsatz der Tests im Hinblick auf den angestrebten Erkenntnisgewinn in Abhängigkeit freier Testkapazitäten zu priorisieren".

Die sogenannte Positivenquote bei Corona-Tests in Deutschland hat sich derweil in den vergangenen zwei Monaten in etwa verzehnfacht. So schlugen in Kalenderwoche 44 (bis 1.11.) laut RKI etwa 7,3 Prozent der Tests an - der höchste Wert seit der ersten Aprilhälfte. In Kalenderwoche 35 (bis 30.8.) waren es noch rund 0,7 Prozent.

Die Zahl der wöchentlich durchgeführten Tests kletterte in den vergangenen zwei Monaten deutlich um mehr als 400 000. 191 Labore meldeten zuletzt rund 1,6 Millionen solcher Laboruntersuchungen in einer Woche - ein Rekordwert für Deutschland. Die Entwicklung bei Positivenrate und Test-Anzahl spiegelt sich im über Wochen starken Anstieg bei den gemeldeten Neuinfektionen wieder.

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bos/news.de/dpa

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