30.10.2020, 11.56 Uhr

Donald Trump im US-Wahlkampf: Joe Biden wettert los! Hat "Superspreader" Trump Menschenleben riskiert?

Vor der US-Wahl am 3. November haben Donald Trump und Joe Biden in Florida gesprochen. Dabei warf Biden dem US-Präsident vor, ein "Superspreader-Event" abzuhalten. Dabei blieb es nicht: Er machte Trump für Zehntausende Corona-Tote verantwortlich.

Joe Biden greift Donald Trump im Wahlkampf scharf an. Bild: picture alliance/ROURKE/SEMANSKY/AP/dpa

In Florida könnte sich die US-Wahl entscheiden. Donald Trump und Joe Biden sprachen am Donnerstag beide im umkämpften Bundesstaat - die Auftritte zeigten einmal mehr die Unterschiede zwischen den beiden Rivalen. Es wurde abermals mit harten Bandagen um Wählerstimmen gekämpft.

Joe Biden warnt: US-Präsident bringt Menschen mit "Superspreader-Events" in Gefahr

Wenige Tage vor der US-Präsidentschaftswahl haben sich Amtsinhaber Donald Trump und Herausforderer Joe Biden am Donnerstag ein Fernduell im wichtigen Bundesstaat Florida geliefert. Angesichts anhaltend hoher Infektionszahlen in der weiter grassierenden Corona-Pandemie griff Biden den Präsidenten scharf an. Dessen Großveranstaltungen seien "Superspreader-Events", bei denen Trump nicht nur Viren, sondern auch Zwietracht im Land verteile.

Biden trat dabei vor einer kleinen Menge auf - die Besucher waren in rund 200 Autos gekommen. Sie mussten dabei stets in der Nähe ihrer Wagen bleiben, um die Abstandsregeln einzuhalten. Mit der Corona-Politik Trumps ging der ehemalige Vize-Präsident dabei hart ins Gericht: "Er sagt, es geht dem Ende entgegen, dass (das Virus) weggeht. Dass wir damit leben lernen. Nein, er erwartet, dass wir lernen, damit zu sterben", rief Biden seinen Anhängern am Donnerstag im Ort Coconut Creek (Florida) nahe Miami zu.

Schon gelesen?"Massiver Wahlbetrug"! Ernennt sich Trump selbst zum Präsidenten?

Tausende Menschen kamen zu Donald Trumps Wahlkampfauftritt in Florida

Trump hielt zur gleichen Zeit eine Wahlkampfrede in Tampa. Bei der Veranstaltung standen wie in den vergangenen Tagen Tausende Menschen dicht zusammengedrängt vor der Bühne - viele von ihnen ohne Masken. Trump spottete dabei, die Biden-Events seien nicht wegen Corona so klein, sondern weil niemand hingehen wolle. "Ich denke, wie viele Leute kommen, das ist die ultimative Umfrage - und basierend darauf werden wir am Dienstag gewinnen."

Wieviel Menschen zu Donald Trumps Wahlkampfauftritt kamen, ist unklar. Laut der Kampagne wurden 15.000 Tickets für das Event angefordert, schreibt die "Daily Mail" am Freitag. Wegen der Hitze wurden einige Besucher ohnmächtig. 

Coronavirus-News aktuell: Joe Biden beschuldigt Trump, Menschenleben geopfert zu haben

Am Dienstag wird in den USA gewählt. In regulären Umfragen liegt Biden vielfach vorn - auch wegen der Unzufriedenheit mit Trumps Umgang mit der Corona-Krise. Die Pandemie hat in den USA mehr als 225.000 Menschen das Leben gekostet. Trump behauptet, durch sein Krisenmanagement womöglich Millionen Tote verhindert zu haben. Biden wirft Trump dagegen Versagen vor und beschuldigt ihn, für den Tod Zehntausender US-Bürger verantwortlich zu sein.

Zuletzt war die Zahl der Infektionen pro Tag wieder auf Höchstwerte von mehr als 80.000 geklettert - knapp 1.000 Menschen starben zuletzt täglich. Besonders betroffen sind mittlerweile die ländlichen Gebiete im Norden und im Zentrum des Landes. Ungeachtet der Lage schloss Trump neue weitreichende Einschränkungen des öffentlichen Lebens in den USA aus. "Wir werden nie wieder einen Lockdown machen", verkündete er und verwies dabei ausdrücklich auf die in Deutschland und Frankreich angekündigten Beschränkungen. Biden wirft Trump immer wieder vor, dass dieser auch über ein halbes Jahr nach Start der Pandemie noch immer keinen Plan zu dessen Bekämpfung habe. Joe Biden spricht sich klar für einen Lockdown aus. Trump warf ihm in seiner Rede vor, die Menschen einzusperren.

Wahl zum US-Präsidenten 2020: Joe Biden liegt in Umfragen vor Donald Trump

Florida könnte die Wahl für Donald Trump entscheiden. Mit 29 Wählerstimmen ist der Bundesstaat einer der Dreh- und Angelpunkte bei der Wahlentscheidung. Für Donald Trump könne es schwierig werden, schließlich ist die Zahl der Neuinfektionen rapide angestiegen. Mehr als sieben Millionen Menschen haben bereits per Briefwahl oder persönlich gewählt. Nach jüngsten CNN-Umfragen führt Biden in den Umfragen mit 49 Prozent, Trump liegt mit 45 Prozent knapp dahinter. 

Die Regierung beschwört zwar immer wieder einen angeblich bald zur Verfügung stehenden Impfstoff, doch der renommierte Immunologe und Trump-Berater Anthony Fauci dämpfte die Hoffnungen zuletzt. Vor Januar werde es wohl kein Mittel geben. Trump war zu Monatsbeginn selbst positiv auf das Coronavirus getestet und wegen seiner Covid-19-Erkrankung im Krankenhaus behandelt worden. Nach seiner Rückkehr in den Wahlkampf rief der Präsident die Amerikaner dazu auf, "keine Angst" vor dem Virus zu haben. Auf zahlreichen Veranstaltungen erzählte er dabei zuletzt einer begeisterten Menge, dass er jeden einzelnen Besucher küssen könnte.

Folgen Sie News.de schon bei Facebook und YouTube? Hier finden Sie brandheiße News, aktuelle Videos, tolle Gewinnspiele und den direkten Draht zur Redaktion.

bos/news.de/dpa

Empfehlungen für den news.de-Leser