23.10.2020, 17.21 Uhr

Coronavirus-News am Freitag im Ticker: Oberverwaltungsgericht kippt Beherbergungsverbot im Norden

Auch am Freitag meldeten die Gesundheitsämter nach Angaben des Robert Koch-Instituts wieder mehr als 11.000 neue Corona-Fälle binnen 24 Stunden. Die Angst vor einem zweiten Lockdown wächst. Die aktuellen Coronavirus-News im Überblick.

Die Corona-News vom Freitag im Überblick. Bild: dpa

Keine Entspannung in Sicht: Die Gesundheitsämter in Deutschland haben nach Angaben des Robert Koch-Instituts vom frühen Freitagmorgen 11.242 Corona-Neuinfektionen binnen eines Tages gemeldet. Die Zahl ist vergleichbar mit dem Rekordwert von 11.287 Fällen vom Vortag und liegt deutlich über den 7.334 gemeldeten Neuinfektionen vom Freitag vergangener Woche.

Coronavirus News: RKI meldet erneut mehr als 11.000 neue Corona-Fälle

Die jetzigen Werte liegen damit über denen vom Frühjahr, sind aber nur bedingt vergleichbar, weil mittlerweile wesentlich mehr getestet wird - und damit auch mehr Infektionen entdeckt werden. Experten zufolge sind die neu gemeldeten Infektionen wegen der Zeit zwischen Ansteckung, Test, Ergebnis und Meldung ein Hinweis darauf, wie stark das Virus vor etwa einer Woche in der Gesellschaft unterwegs war. Deshalb dauere es auch, bis sich politische Maßnahmen in den Meldezahlen niederschlagen könnten.

Die aktuellen Corona-Hotspots im Überblick

Bislang erkrankten mindestens 403.291 Menschen in Deutschland an Covid-19

Seit Beginn der Corona-Krise haben sich nach RKI-Angaben mindestens 403.291 Menschen in Deutschland nachweislich mit dem Virus Sars-CoV-2 infiziert (Stand: 23.10., 0.00 Uhr). Die Zahl der Todesfälle im Zusammenhang mit einer Corona-Infektion lag demnach bei 9.954. Das waren 49 mehr als am Vortag. Nach Schätzungen des RKI gibt es inzwischen etwa 310.200 Genesene.

Die Zahl der Corona-Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner in einer Woche lag nach RKI-Angaben vom Freitag im bundesweiten Durchschnitt bei 60,3. Zwei Tage zuvor betrug diese Inzidenz noch 51,3.

RKI meldet R-Wert von 1,11, Sieben-Tage-R bei 1,23

Die Reproduktionszahl, kurz R-Wert, lag in Deutschland laut RKI-Lagebericht vom Donnerstag bei 1,11 (Vortag: 1,09). Das bedeutet, dass zehn Infizierte etwa elf weitere Menschen anstecken. Der R-Wert bildet jeweils das Infektionsgeschehen etwa eineinhalb Wochen zuvor ab.

Zudem gibt das RKI in seinem Lagebericht ein sogenanntes Sieben-Tage-R an. Der Wert bezieht sich auf einen längeren Zeitraum und unterliegt daher weniger tagesaktuellen Schwankungen. Nach RKI-Schätzungen liegt dieser Wert nun bei 1,23 (Vortag: 1,17). Er zeigt das Infektionsgeschehen von vor 8 bis 16 Tagen.

Die aktuellen Coronavirus-News vom Freitag (23.10.2020) im News-Ticker

+++ Oberverwaltungsgericht kippt Beherbergungsverbot im Norden +++

Schleswig-Holsteins Oberverwaltungsgericht hat das sogenannte Beherbergungsverbot für Touristen aus Corona-Hotspots gekippt. Das Gericht in Schleswig stufte die Regelung am Freitag als rechtswidrig ein. Es erklärte die Regelung in einem Eilverfahren für außer Vollzug gesetzt, bis eine Entscheidung in der Hauptsache getroffen ist.

+++ Technische Panne am RKI - Infektionszahlen unvollständig übermittelt +++

Wegen einer technischen Störung am Robert Koch-Institut ist es am Donnerstag zeitweise zu Datenlücken bei der Übermittlung von Corona-Infektionszahlen aus den Bundesländern gekommen. Durch einen Ausfall eines Webservers beim RKI am Donnerstagnachmittag seien knapp drei Stunden bis 17.30 Uhr Übermittlungen von den Gesundheitsämtern zu den zuständigen Landesbehörden und von denen zum RKI gestört gewesen, teilte RKI-Sprecherin Susanne Glasmacher am Freitag mit und bestätigte Medienberichte über eine technische Panne beim RKI.

Anschließend habe der Server aber wieder funktioniert und es sei auch noch sehr viel übermittelt worden. "Es kann aber sein, wenn ein Gesundheitsamt es nicht nach 17.30 Uhr noch mal versucht hat, dass diese Daten dann heute fehlen", teilte die Sprecherin weiter mit. Die fehlenden Daten würden am Freitag automatisch im Laufe des Tages mit übermittelt und erschienen dann morgen in der Publikation. "Wie groß die Datenlücke ist, kann sich erst dann zeigen", ergänzte Glasmacher.

In Nordrhein-Westfalen lag die Zahl der nachgewiesenen Corona-Neuinfektionen am Donnerstag offenbar deutlich höher als vom RKI gemeldet. Nach Angaben des NRW-Gesundheitsministeriums gingen am Freitag bei elf Kreisen und kreisfreien Städten in NRW null Neuinfektionen in die RKI-Statistik ein. Betroffen waren auch Großstädte und Corona-Hotspots wie Dortmund, Duisburg und Wuppertal. Die Zahlen könnten erst am Samstag in die Statistik einfließen, sagte ein Ministeriumssprecher.

+++ Berlin steuert im Kampf gegen Coronavirus um +++

Angesichts der Vielzahl von Corona-Erkrankten in Berlin setzen die Behörden bei deren Isolation und der Nachverfolgung ihrer Kontakte auf eine neue Strategie. Aufgrund der pandemischen Lage sei es den Gesundheitsämtern nicht mehr möglich, jeden einzelnen Fall mit viel Aufwand und sehr zügig zu bearbeiten, sagte Gesundheitssenatorin Dilek Kalayci (SPD) am Freitag.

Menschen mit positivem Testergebnis sind in Berlin deshalb nun aufgerufen, sich auch ohne Kontakt zum Gesundheitsamt so schnell wie möglich in häusliche Isolation zu begeben. Zudem sollen sie Kontaktpersonen rasch über die Infektion informieren, damit diese sich in Quarantäne begeben können.

Man setze nun stärker auf die Eigenverantwortung von Infizierten und ihren Kontaktpersonen, sagte Kalayci nach einer Schaltkonferenz mit den Gesundheitsstadträten der Bezirke. Bei Corona-Tests und der Kontaktnachverfolgung liege der Schwerpunkt bei Risikogruppen, etwa Personal und Patienten in Krankenhäusern und Pflege oder obdachlosen Menschen.

"Das heißt nicht, dass die anderen Kontakte nicht nachverfolgt werden", betonte Kalayci. "Dort wird es aber etwas Zeit kosten." Amtsärzte hatten einen solchen Strategiewechsel gefordert.

+++ Gericht weist Eilantrag gegen Maskenpflicht im Unterricht ab +++

Der Verwaltungsgerichtshof Baden-Württemberg (VGH) hat einen Eilantrag gegen die Maskenpflicht im Unterricht abgelehnt. Zwei Schüler aus dem Landkreis Ravensburg wollten das Verbot kippen. Aus ihrer Sicht ist es unklar, ob es an Schulen ein hohes Infektionsrisiko gibt. Zudem sei nicht nachgewiesen, dass ein einfacher Mund-Nasen-Schutz die Ausbreitung des Coronavirus wirksam bekämpfe.

Die Richter sahen das anders: Die Maskenpflicht sei ein geeignetes Mittel im Kampf gegen die Pandemie. Es sei nicht zu beanstanden, diese Maskenpflicht an Schulen landesweit zu verhängen. Auch wenn im Landkreis Ravensburg derzeit weniger Menschen als im Landesdurchschnitt infiziert sind: Dies könne sich jederzeit schnell ändern. Landkreisgrenzen würden von Schülern und Lehrern "in vielen Fällen täglich überschritten", teilte der VGH in Mannheim am Freitag mit. (Az. 1 S 3201/20)

+++ Umfrage: Fast ein Drittel für härtere Corona-Maßnahmen +++

Fast ein Drittel der Deutschen spricht sich einer Umfrage zufolge für noch härtere Corona-Maßnahmen aus. 30 Prozent der Befragten gehen die bestehenden Maßnahmen nicht weit genug, wie aus dem am Freitag veröffentlichten ZDF-Politbarometer hervorgeht. 54 Prozent halten die Maßnahmen demnach für genau richtig, 14 Prozent für übertrieben. Im September waren nur 18 Prozent und im Oktober 23 Prozent für härtere Regelungen gewesen - obwohl diese seitdem vielerorts verschärft wurden.

Die einzelnen Maßnahmen finden überwiegend große Zustimmung: 87 Prozent der Befragten hielten die Ausweitung der Maskenpflicht für richtig. Die Begrenzung der Teilnehmerzahl bei privaten Feiern und Treffen in der Öffentlichkeit fand eine Zustimmung von 86 beziehungsweise 79 Prozent. Dass Bars und Restaurants vielerorts früher schließen müssen, fanden dagegen nur 54 Prozent richtig.

Unabhängig von der Notwendigkeit empfinden verhältnismäßig viele Menschen die Einschränkungen bei Treffen mit Freunden und Familie als störend (33 Prozent der Befragten). Dahinter folgen Einschränkungen bei Kultur- und Sportveranstaltungen (24 Prozent) und beim Reisen (19 Prozent).

56 Prozent der Befragten glauben, dass ihre Gesundheit durch das Coronavirus gefährdet sei. Dennoch ist eine Mehrheit optimistisch: 81 Prozent aller Befragten meinten, dass Deutschland in den nächsten Monaten alles in allem "eher gut" durch die Pandemie kommen werde. Hier waren Anhänger von CDU/CSU mit 86 Prozent am zuversichtlichsten, die der AfD mit 60 Prozent am wenigsten zuversichtlich.

Einer Umfrage des Meinungsforschungsinstituts Yougov zufolge steigt die Akzeptanz der Masken-Regeln im öffentlichen Raum: 86 Prozent der Befragten gaben im Oktober an, sich immer an die Regeln zu halten. Im August waren es noch 80 Prozent gewesen. Etwas mehr Frauen (88 Prozent) als Männer (83 Prozent) halten sich eigenen Angaben zufolge an die Regeln.

+++ Ministerium bekräftigt: Corona-Impfungen voraussichtlich Anfang 2021 +++

Das Bundesgesundheitsministerium bleibt bei seiner Einschätzung, dass erste Corona-Impfungen voraussichtlich in den ersten Monaten des nächsten Jahres möglich werden. Man gehe weiterhin davon aus, dass Anfang 2021 ein Impfstoff zur Verfügung stehen könnte, sagte ein Sprecher des Ministeriums am Freitag auf Anfrage. Der "Spiegel" zitiert Gesundheitsminister Jens Spahn (CDU) in seiner neuen Ausgabe mit den Worten, es könne Januar sein, vielleicht auch Februar oder März - oder sogar noch später.

"Bild" hatte zuvor unter Berufung auf Teilnehmer einer Videoschaltkonferenz der Gesundheitsminister der Länder mit Spahn Anfang der Woche berichtet, dass Impfungen schon früher möglich sein könnten. Spahn habe dort erklärt, die Firma Biontech (Mainz) stehe dicht vor der Zulassung eines Impfstoffs. Auf Nachfragen, wann er mit ersten Impfungen rechne, habe Spahn gesagt, "Das könnte noch vor Ende des Jahres passieren."

Zudem seien die Regierungen der Bundesländer in dieser Woche vom Bundesgesundheitsministerium aufgefordert worden, bis zum 10. November Lieferadressen für den Impfstoff zu nennen. Insgesamt sollen demnach bundesweit 60 Impfzentren entstehen. Spahn hatte mehrfach von der Einrichtung solcher Impfzentren gesprochen, etwa in Messehallen. Hintergrund ist unter anderem die Beschaffenheit der erwarteten Impfstoffe. Diese würden wahrscheinlich bei minus 20 bis minus 70 Grad transportiert und gelagert werden müssen, so der Minister Anfang des Monats. Dafür braucht es entsprechende Geräte für Lieferung und Lagerung, zumal die Stoffe wahrscheinlich in "größeren Gebinden" kämen, so Spahn.

Der Ministeriumssprecher wollte den "Bild"-Bericht nicht kommentieren, da es sich um interne Gespräche gehandelt habe. Spahn und auch Forschungsministerin Anja Karliczek (CDU) hatten zuletzt von ersten möglichen Impfungen im ersten Quartal 2021 gesprochen und für die breite Masse der Bevölkerung ab Mitte des kommenden Jahres. Der Gesundheitsminister spricht sich dafür aus, dass zunächst besonders gefährdete Bevölkerungsgruppen die Möglichkeit zur Impfung bekommen und hatte immer wieder betont, dass es keine Impfpflicht geben werde.

+++ Testpflicht in Bayern für ausländische Pendler in Kraft +++

Die neue bayerische Testpflicht für Berufspendler aus ausländischen Risikogebieten und die schärferen Regeln für extreme Corona-Hotspots im Freistaat und sind in Kraft. Am späten Donnerstagabend veröffentlichte Bayerns Gesundheitsministerium die entsprechend ergänzte Corona-Verordnung - die neuen Auflagen gelten damit seit Freitag.

Für Grenzpendler aus ausländischen Corona-Risikogebieten gilt demnach seit Freitag: Wer "regelmäßig mindestens einmal wöchentlich nach Bayern einreist, um sich dort aus beruflichen oder geschäftlichen Gründen, zu Ausbildungszwecken oder zum Schul- oder Hochschulbesuch aufzuhalten", muss den Behörden vor Ort nun unaufgefordert binnen sieben Tagen und anschließend regelmäßig einmal pro Woche einen negativen Corona-Test vorlegen.

Die Maßnahme wird voraussichtlich vor allem Berufspendler aus Österreich und Tschechien treffen. Tschechien, das europaweit zu den Ländern mit den höchsten Infektionsraten je 100.000 Einwohner zählt, gilt laut Robert Koch-Institut ebenso als Risikogebiet wie die direkt an Bayern grenzenden österreichischen Bundesländer Tirol und Vorarlberg. Deutschland hatte am Donnerstag seine Reisewarnung auf fast ganz Österreich ausgeweitet. Ausnahme bleibt das Bundesland Kärnten.

Zudem gelten nun schärfere Regeln für bayerische Landkreise und kreisfreie Städte, in denen die Marke von 100 Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner binnen sieben Tagen überschritten wurde. Dort dürfen Veranstaltungen nur noch mit maximal 50 Teilnehmern stattfinden. Zudem gilt eine Sperrstunde ab 21.00 Uhr. Welche Regionen von der dunkelroten Warnstufe betroffen sind, will das Ministerium künftig täglich um 15.00 Uhr auf seiner Homepage veröffentlichen. Darauf stehen alle Regionen, in denen der 100er-Wert aktuell überschritten wird "oder vor weniger als sechs Tagen noch überschritten worden ist".

+++ Jens Spahn hat Coronavirus: Weitere positive Fälle im Bundesgesundheitsministerium +++

Nach dem positiven Corona-Test von Bundesgesundheitsminister Jens Spahn sind weitere Mitarbeiter des Bundesgesundheitsministeriums an Covid-19 erkrankt. Wie die "Bild" berichtet, seien vier Neuinfektionen im Team des Ministeriums registriert worden. Die Erkrankten gehörten demnach nicht zum direkten Kontaktkreis von Jens Spahn.

+++ Frankfurter Gesundheitsamt kann nicht mehr jeden Fall nachvollziehen +++

Einige Gesundheitsämter können angesichts der Vielzahl der Fälle nicht mehr jede Infektionskette nachvollziehen. "Jedem Fall genau nachzugehen, das gelingt nicht mehr", sagte der Leiter des Frankfurter Gesundheitsamts, René Gottschalk, am Freitag im ZDF-"Morgenmagazin". In Frankfurt kämen derzeit zwischen 100 und 200 Fälle pro Tag dazu. "Eine solche Fülle kann man nicht mehr im Detail abarbeiten, das ist ganz klar."

Das Frankfurter Gesundheitsamt wird von der Bundeswehr unterstützt. 60 Soldaten helfen bei der Nachverfolgung. Dafür sei man dankbar, sagte Gottschalk, es reiche aber nicht aus. Die Mitarbeiter müssten inzwischen die Fälle priorisieren. "Man muss sich jetzt gezielt die Fälle raussuchen, wo es besondere Dinge gibt, die es zu beachten gibt, wo es sich lohnt, genau nachzufragen", sagte Gottschalk. Das könnte zum Beispiel ein Infizierter sein, der enge Kontakte mit Risikogruppen habe - anders als ein Ausbruch in einer jungen Familie.

+++ Zahl der Corona-Patienten in NRW-Kliniken steigt rasant ++

Die Zahl der Corona-Patienten in den Krankenhäusern im bevölkerungsreichsten Bundesland Nordrhein-Westfalen steigt stark an. Nach Zahlen der Landesregierung vom Freitag werden aktuell rund 1.420 Patienten mit Covid-19 stationär behandelt - vor einer Woche waren es noch 950, vor einem Monat rund 320. 275 Patienten lägen aktuell auf der Intensivstation, 148 von ihnen müssten beatmet werden.

Die Kliniken sind den Angaben zufolge allerdings noch weit entfernt von ihrer Kapazitätsgrenze. Aktuell gebe es rund 5.640 Intensivbetten, in denen die Patienten auch beatmet werden könnten, 1.320 davon seien im Moment nicht belegt. Beim bisherigen Höhepunkt der Pandemie Mitte April waren in den NRW-Krankenhäusern mehr als 2.100 Corona-Patienten gleichzeitig behandelt worden, knapp 600 mussten in der Spitze beatmet werden.

+++ Auch Spahn-Ehemann positiv auf das Coronavirus getestet +++

Nach dem positiven Corona-Test von Gesundheitsminister Jens Spahn wurde nun auch der Ehemann des Politikers, Daniel Funke, positiv auf das neuartige Coronavirus getestet. Das teilte das Gesundheitsministerium am Freitagmorgen mit. Funke hat sein Testergebnis gestern spätabends erhalten. Er war zusammen mit dem Minister am Mittwochnachmittag in häusliche Isolation gegangen und hatte am Donnerstagmorgen einen Corona-Test (PCR) machen lassen. Funke ist aktuell symptomfrei, Spahn selbst zeigt weiterhin Erkältungssymptome.

Spahn ist mit dem Journalisten Daniel Funke verheiratet, dem Hauptstadt-Büroleiter der Burda Magazine Holding. Sie hatten sich im Frühjahr 2013 kennengelernt. Der Gesundheitsminister ist der erste Minister der Bundesregierung, der sich nachweislich mit dem Coronavirus infiziert hat.

Jens Spahn mit seinem Ehemann Daniel Funke. Bild: dpa

+++ NRW-Ministerium will Fanausschluss bei Bundesligaspielen durchsetzen +++

Den Fußball-Bundesligisten und anderen Proficlubs in Nordrhein-Westfalen drohen weitere Geisterspiele. Bei bundesweiten Teamsportwettbewerben sollen Zuschauer komplett ausgeschlossen werden, wenn die Zahl der Corona-Neuinfektionen am Austragungsort bei mehr als 35 Fällen pro 100.000 Einwohner innerhalb einer Woche liegt. Das stellte das Landesgesundheitsministerium von NRW klar, wie das "Westfalen-Blatt" (Freitag) berichtet. Bislang ließen die Behörden auch bei einem Inzidenzwert über 35 meist noch 300 Zuschauer zu den Spielen zu. Die Bezirksregierungen sollen nun die Einhaltung der Rechtsauffassung sicherstellen, teilte das Ministerium mit.

Zuvor hatte es Irritationen um die Auslegung der NRW-Coronaschutzverordnung gegeben. Arminia Bielefeld durfte vergangenen Samstag gegen den FC Bayern München keine Fans ins Stadion lassen. Dagegen waren bei den Heimspielen des FC Schalke 04, 1. FC Köln und Borussia Mönchengladbach 300 Fans da.

+++ Weltärztebund-Chef: Bei 20.000 Infektionen droht zweiter Lockdown +++

Der Vorsitzende des Weltärztebundes, Frank Ulrich Montgomery, warnte für den Fall eines weiteren Anstiegs, bei 20.000 Neuinfektionen am Tag gerate die Lage außer Kontrolle. "Dann wäre es für Gesundheitsämter nicht mehr möglich, die Infektionsketten nachzuverfolgen und zu unterbrechen", sagte er der "Rheinischen Post" (Freitag). "Dann droht uns ein zweiter Lockdown, weil sich das Virus anders nicht mehr bremsen lässt."

Montgomery begrüßte die verhängten Einschränkungen im besonders betroffenen Landkreis Berchtesgadener Land, wo seit Dienstag strikte Ausgangsbeschränkungen gelten. "Bei lokalen Ausbrüchen müssen wir konsequent reagieren", sagte der frühere Präsident der Bundesärztekammer. "Darum ist es genau richtig, dass der Landkreis Berchtesgaden einen lokalen Lockdown verhängt hat. So sollten bundesweit alle Orte mit solchen Inzidenzwerten reagieren."

+++ Bundeswehr derzeit mit knapp 2.000 Soldaten im Corona-Einsatz +++

Die Bundeswehr ist derzeit mit knapp 2.000 Angehörigen zur Bekämpfung der Corona-Pandemie im Einsatz. Das sagte ein Sprecher des Verteidigungsministeriums der "Rheinischen Post" (Freitag). Sie gehören zum Einsatzkontingent "Hilfeleistung gegen Corona", das über insgesamt 15.000 Soldaten verfügt. Allein in Gesundheitsämtern aller Bundesländer helfen derzeit 1.561 Soldaten bei der Nachverfolgung von Infektionsketten, bei der Entnahme von Abstrichen oder an Teststationen. Zudem leisten Soldatinnen und Soldaten Unterstützung bei Testungen von Reiserückkehrern sowie mit mobilen Covid-19-Teststationen.

Insgesamt liegen derzeit 1.141 Unterstützungsanfragen vor. Es sei "mit weiteren Bewilligungen und somit aufwachsender Unterstützung durch die Bundeswehr zu rechnen", sagte ein Sprecher des Ministeriums.

+++ NRW-Kreis wird nach Trauerfeier zum Hotspot +++

Rund 50 Corona-Infektionen der vergangenen Woche im Landkreis Vechta sind auf eine private Trauerfeier in Lohne zurückzuführen. Das teilte der Landkreis am Donnerstag mit. Insgesamt hätten sich im Landkreis Vechta 256 Menschen in den vergangenen sieben Tagen angesteckt, hieß es weiter. Die weiteren Neuinfektionen resultierten demnach unter anderem aus Zusammenkünften im privaten sowie beruflichen Umfeld. Aktuell sind 346 Menschen infiziert. Die Inzidenzzahl für den Landkreis Vechta liegt bei 140,97.

+++ Ärzte-Verband: Haben die Kontrolle nicht verloren +++

Die Verbandschefin der Ärzte im öffentlichen Gesundheitsdienst, Ute Teichert, sieht derzeit keinen Kontrollverlust der Gesundheitsämter in der Corona-Pandemie. "Ich glaube nicht, dass wir an dem Punkt sind, dass wir die Kontrolle verloren haben", sagte die Vorsitzende des Bundesverbands der Ärztinnen und Ärzte des Öffentlichen Gesundheitsdienstes am Donnerstagabend in den ARD-"Tagesthemen". Aufgrund der steigenden Infektionszahlen gebe es sicherlich eine Problematik, "dass wir nicht mehr hinterherkommen mit der Personalsituation", sagte Teichert. "Aber es ist noch nicht so, dass wir die Situation nicht mehr unter Kontrolle haben."

Auf die Frage, ob man sich bei der Kontaktnachverfolgung von der Verfolgung jedes einzelnen Falls verabschieden sollte, um lieber lokalen Häufungen nachzugehen und so die großen Infektionsketten zu brechen, sagte Teichert: "Tatsächlich wäre es gut, wenn man auf die Cluster vorwiegend gucken würde. Das würde aber bedeuten, dass man insgesamt einen Strategiewechsel in der Gesellschaft bräuchte." Das müsse man sich gut überlegen, und das müssten alle mittragen. Denn das bedeute im Endeffekt, dass man sich in Quarantäne begeben müsse, bloß weil man bei einem Cluster dabei war. Wenn man dies wolle, müssten dafür auch die rechtlichen Grundlagen geschaffen werden, so Teichert. "Ich glaube, dass das insgesamt schwierig wird."

+++ Mahnungen zur Corona-Disziplin - Söder sieht Land vor Weichenstellung +++

Nach dem jüngsten Anstieg der Corona-Neuinfektionen in Deutschland haben mehrere Landesregierungen die Bürger eindringlich aufgerufen, die Vorsichtsmaßnahmen einzuhalten. "Ich glaube, das wird jetzt eine spannende Zeit für uns alle werden. Es wird schon eine wichtige Weichenstellung sein", sagte der bayerische Ministerpräsident und CSU-Chef Markus Söder am Donnerstag in der Sendung "ZDF spezial". "Es muss uns gelingen, diese Welle zu brechen. (...) Und wenn wir jetzt ein bisschen mehr tun, dann werden wir hinterher weniger Folgen haben."

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sba/news.de/dpa

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