21.10.2020, 08.18 Uhr

Donald Trump: "Weil Journalistin zu hart war!" Trump flüchtet aus TV-Interview

Für eine TV-Sondersendung wollte sich Donald Trump von der Journalistin Lesley Stahl interviewen lassen. Doch der US-Präsident stürmte vorzeitig aus dem Gespräch. Der Grund: Er fühlte sich ungerecht behandelt. 

Donald Trump fühlt sich von den Medien ungerecht behandelt. Bild: dpa

Zwei Wochen vor der Präsidentschaftswahl in den USA hat Amtsinhaber Donald Trump ein TV-Interview vorzeitig abgebrochen. Das teilte der Fernsehsender CBS am Dienstagabend (Ortszeit) mit. Trump drohte auf Twitter damit, einen Mitschnitt noch vor dem geplanten Ausstrahlungstermin am kommenden Sonntag selbst zu veröffentlichen.

"Furchtbarer Eingriff!" Trump stürzt aus Interview mit Lesley Stahl und diffamiert sie

Er kritisierte das mit der renommierten Journalistin Lesley Stahl für die CBS-Sendung "60 Minutes" geführte Gespräch als "Fake" und "parteiisch". Vor der Wahl sollte das Interview Teil einer "60 Minutes"-Sonderausgabe über den Republikaner Trump und seinen demokratischen Herausforderer Joe Biden an diesem Sonntag sein. Trump sprach von einem "furchtbaren Eingriff" in die Wahl am 3. November. Bei einem Wahlkampfauftritt am Dienstagabend in Erie im US-Bundesstaat Pennsylvania schien er CBS zu drohen.

Masken-Eklat! So wütet der US-Präsident gegen Journalistin

"Ihr müsst Euch anschauen, was wir mit '60 Minutes' machen. Ihr werdet einen solchen Kick daraus bekommen", sagte der Präsident vor jubelnden Anhängern. "Lesley Stahl wird nicht glücklich darüber sein." Bereits zuvor hatte Trump ein kurzes Video auf Twitter veröffentlicht, in dem er ihr Heuchelei vorwirft: "Lesley Stahl von '60 Minutes' ohne Maske im Weißen Haus nach ihrem Interview mit mir. Da kommt noch viel mehr."

"Volksfeinde" und "Fake News"! Trump beschimpft kritische Medien

Trump, der zu Monatsbeginn selbst an Covid-19 erkrankte, trägt fast nie einen Mund-Nasen-Schutz. Zudem hat er wiederholt nachweislich falsche Aussagen über Gesichtsmasken und das Coronavirus verbreitet. Medien, die kritisch über ihn berichten, bezeichnet der US-Präsident als "Volksfeinde" und ihre Berichte als "Fake News". Regelmäßig wirft er US-Medien vor, diese würden Biden nicht annähernd so hart angehen wie ihn.

"Ich kann es kaum erwarten, Ihren Zusammenbruch zu sehen!" Twitter wütet gegen Trump

Doch nicht nur die Medien kritisieren den amtierenden US-Präsidenten - auch Twitter-Nutzer nehmen Trump auseinander. "That's weird, because we all KNOW how much you encourage the wearing of masks in the White House, so why wouldn't Lesley Stahl? Right Melania? Right Chris Christie? Right Kayleigh McEnany? Right everyone who's been INFECTED in the White House???" (auf Deutsch: "Das ist komisch, denn wir alle wissen, wie sehr Sie das Tragen von Masken im Weißen Haus fördern. Warum sollte Lesley Stahl das nicht tun? Richtig, Melania? Richtig Chris Christie? Richtig Kayleigh McEnany? Richtig, alle, die im Weißen Haus infiziert wurden ???"), heißt es in einem Tweet ironisch.

"225,000 Americans dead - most because of your negligence and stupidity- and you're whining because leslie Stahl was too tough for you! POOR DONNIE" (auf Deutsch: "225.000 Amerikaner sind tot - die meisten wegen Ihrer Nachlässigkeit und Dummheit - und Sie jammern, weil Leslie Stahl zu hart für Sie war! ARMER DONNIE"), schreibt Schauspielerin Mia Farrow in einem Tweet. "Wow, the interview went that badly huh? Can't wait to see your meltdown" (auf Deutsch: "Wow, das Interview lief so schlecht, oder? Ich kann es kaum erwarten, Ihren Zusammenbruch zu sehen"), spottet ein anderer Twitter-Nutzer.

Lesen Sie auch:Unfassbar! So viel kostete die Covid-19-Behandlung des US-Präsidenten.

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bua/loc/news.de/dpa

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