06.09.2020, 12.41 Uhr

Coronavirus News aktuell: R-Wert steigt wieder stärker! Infektionen nehmen im Westen zu

Was passiert mit den Corona-Zahlen in Herbst und Winter? Schon seit Juli waren die Fallzahlen wieder gestiegen. Die aktuellen Infektionszahlen geben Grund zur Sorge. Außerdem: Armin Laschet verteidigt seinen Besuch bei einer Feier mit 2000 Gästen.

Michael Kretschmer empfängt Armin Laschet. Bild: dpa

Innerhalb eines Tages haben die Gesundheitsämter in Deutschland nach Angaben des Robert Koch-Instituts (RKI) vom frühen Sonntagmorgen 988 neue Corona-Infektionen gemeldet. Diese Zahlen sind mit Blick auf das wirkliche Infektionsgeschehen allerdings wenig aussagekräftig - an Sonntagen sind die gemeldeten Fallzahlen nämlich erfahrungsgemäß oft niedriger, weil am Wochenende nicht alle Gesundheitsämter Daten an das RKI übermitteln.

Coronavirus-News aktuell: Über 9300 Todesfälle - R-Wert steigt wieder stärker

Seit Beginn der Corona-Krise haben sich demnach mindestens 249.985Menschen in Deutschland nachweislich mit dem Virus Sars-CoV-2 infiziert (Datenstand 6.9., 0.00 Uhr). Die Zahl der Todesfälle im Zusammenhang mit einer Corona-Infektion liegt nach RKI-Angaben bei 9325. Seit dem Vortag wurdeein Todesfall mehr gemeldet. Bis Sonntagmorgen hatten etwa 223.700 Menschen die Infektion nach RKI-Schätzungen überstanden.

Die Reproduktionszahl, kurz R-Wert, lag nach RKI-Schätzungen in Deutschland laut Mitteilung vom Samstag bei 1,0 (Vortag: 0,85). Das bedeutet, dass ein Infizierter im Mittel einen weiteren Menschen ansteckt. Der R-Wert bildet jeweils das Infektionsgeschehen etwa eineinhalb Wochen zuvor ab. Zudem gibt das RKI in seinem aktuellen Lagebericht ein sogenanntes Sieben-Tage-R an. Der Wert bezieht sich auf einen längeren Zeitraum und unterliegt daher weniger tagesaktuellen Schwankungen. Nach RKI-Schätzungen lag dieser Wert bei 0,97 (Vortag: 0,94). Er zeigt das Infektionsgeschehen von vor acht bis 16 Tagen.

Lesen Sie auch: 30.000 Corona-Tote täglich! Experten warnen vor Horror-Dezember

Feier mit 2000 Gästen: Laschet verteidigt Besuch in Sachsen

NRW-Ministerpräsident Armin Laschet (CDU) hat seinen Besuch in Sachsen anlässlich der 30-Jahr-Feier des Freistaats mit einem Verweis auf den Föderalismus verteidigt. Die Corona-Regeln in Sachsen seien anders als in Nordrhein-Westfalen. "Die Infektionszahlen in Sachsen sind aber auch andere als in Nordrhein-Westfalen", sagte er am Samstag beim Besuch eines Schaubergwerks mit dem sächsischen Regierungschef Michael Kretschmer (CDU) bei Schwarzenberg im Erzgebirgskreis.

Mit einem Festkonzert vor 2000 Gästen im Erzgebirgsstadion in Aue feierte der Freistaat Sachsen am Samstagabend sein 30-jähriges Bestehen seit der Wiedergründung 1990. Laschets Teilnahme daran hatte im Vorfeld für Kritik gesorgt, weil in Nordrhein-Westfalen noch sehr viel strengere Corona-Regeln für Großveranstaltungen gelten. "Wie glaubwürdig ist ein Ministerpräsident, der in seinem Bundesland Wasser predigt und Großveranstaltungen untersagt, aber selbst auf einer Party mit 2000 Gästen in Sachsen Geburtstagswein trinkt?", sagte der nordrhein-westfälische SPD-Fraktionschef Thomas Kutschaty.

Coronavirus aktuell: Infektionsgeschehen in Deutschland stabilisiert

"Der seit Mitte Juli beobachtete Zuwachs in den übermittelten Fallzahlen hat sich in der letzten Woche stabilisiert", hieß es im aktuellen Situationsbericht des RKI. Einen Hinweis auf die Entwicklung der Lage liefern auch die ans RKI gemeldeten Fälle binnen einer Woche. Diese Zahl lag am Sonntag bei 7352 (Datenstand 6.9., 0 Uhr) und damit leicht über der vom Vortag (7196). Vor einer Woche (30.8.) lag der Wert noch bei 7905. Am Sonntag davor (23.8.) hatte er sogar bei 8528, vor einem Monat (9.8.) noch bei 5271 gelegen.

Die Zunahme beim Infektionsgeschehen in den letzten Wochen war vor allem in westlichen Bundesländern zu beobachten. "Besonders Baden-Württemberg, Berlin, Bayern, Bremen und Hamburg befinden sich auf einem zum Teil deutlich höheren Niveau als der Gesamtdurchschnitt", so das RKI. "Auch wenn die Fallzahlen weiter abnehmen, muss die Lage weiterhin sorgfältig beobachtet werden."

Coronazahlen-Anstieg durch Test-Anstieg im August

Zumindest ein Teil des Fallzahlen-Anstiegs war auf einen deutlichen Anstieg bei der Zahl der Tests zurückzuführen gewesen. In der Woche vom 24. bis 30. August wurden nach RKI-Angaben vom Mittwoch gut 1,1 Millionen Tests gezählt - noch einmal knapp 50.000 mehr als in der Vorwoche. In der Woche vom 22. bis 28. Juni waren es noch weniger als eine halbe Million Tests, seither ist ihre Zahl stetig gestiegen. Der Anteil positiver Testergebnisse sank in den vergangenen vier Wochen auf 0,74 Prozent. Das RKI betont, dass die Zahl der Tests nicht der Zahl der Getesteten entspricht, da die Daten Mehrfachtestungen von Menschen enthalten können.

Folgen Sie News.de schon bei Facebook und YouTube? Hier finden Sie brandheiße News, aktuelle Videos, tolle Gewinnspiele und den direkten Draht zur Redaktion.

rut/news.de/dpa

Empfehlungen für den news.de-Leser