03.09.2020, 17.22 Uhr

Coronavirus-Schlagzeilen: Trump will ab November mit Corona-Impfungen starten

Das Robert-Koch-Institut bestätigt auch heute mehr als 1300 Neuinfektionen. Aktuell gibt es in Deutschland 16.300 aktive Corona-Fälle. Währenddessen hat die USA angekündigt, ab November mit Impfungen gegen das Coronavirus starten zu wollen.

Die aktuellen Coronavirus-News aus Deutschland und der Welt auf einen Blick. Bild: Adobe Stock/angellodeco

Die Gesundheitsämter in Deutschland haben innerhalb eines Tages 1311 Corona-Neuinfektionen gemeldet. Seit Beginn der Corona-Krise haben sich mindestens 246.166 Menschen in Deutschland nachweislich mit dem Virus Sars-CoV-2 infiziert, wie das Robert Koch-Institut (RKI) am Donnerstag auf seiner Homepage bekannt gab (Datenstand 3.9., 0.00 Uhr). Den Zahlen des RKI zufolge gibt es in Deutschland rund 16.300 aktive Corona-Fälle. Die Zahl der Todesfälle im Zusammenhang mit einer Corona-Infektion liegt bei 9321. Das sind acht mehr als noch am Vortag. Bis Donnerstagmorgen hatten etwa 220.500 Menschen die Infektion nach RKI-Schätzungen überstanden.

Coronavirus-News aus Deutschland: RKI meldet 1311 Corona-Neuinfektionen - R-Wert leicht gestiegen

Die Reproduktionszahl, kurz R-Wert, lag nach RKI-Schätzungen in Deutschland laut Mitteilung vom Mittwochabend bei 0,80 (Vortag: 0,84). Das bedeutet, dass ein Infizierter im Mittel weniger als einen weiteren Menschen ansteckt. Der R-Wert bildet jeweils das Infektionsgeschehen etwa eineinhalb Wochen zuvor ab.

Zudem gibt das RKI in seinem aktuellen Lagebericht ein sogenanntes Sieben-Tage-R an. Der Wert bezieht sich auf einen längeren Zeitraum und unterliegt daher weniger tagesaktuellen Schwankungen. Nach RKI-Schätzungen lag dieser Wert bei 0,91 (Vortag: 0,89). Er zeigt das Infektionsgeschehen von vor acht bis 16 Tagen.

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Corona-Lage in Deutschland stabilisiert - Anstieg in anderen Ländern

In Deutschland gibt es derzeit keinen starken Anstieg bei den Fallzahlen mehr - in anderen Ländern Europas sieht das anders aus. Der seit Mitte Juli beobachtete Zuwachs in den übermittelten Fallzahlen habe sich in der letzten Woche stabilisiert, hieß es im Lagebericht des Robert Koch-Instituts (RKI) vom Mittwochabend.

Tschechien mit seinen knapp elf Millionen Einwohnern verzeichnete einen Rekord an Corona-Neuinfektionen: Innerhalb von 24 Stunden kamen 650 erfasste Fälle hinzu - so viele wie noch nie an einem Tag seit Beginn der Pandemie. Die geschätzte Zahl der aktuell Infizierten überschritt erstmals die 7000er-Marke. Auch in anderen europäischen Ländern wie Frankreich und Spanien werden gerade deutlich mehr Neuinfektionen erfasst.

Auch in der Türkei sind die Fallzahlen wieder gestiegen, derzeit gibt es nach offiziellen Zahlen täglich etwa 1500 neue Fälle. Die türkische Ärztekammer schätzt die tatsächliche Zahl jedoch deutlich höher ein. Gesundheitsminister Fahrettin Koca sagte laut der staatlichen Nachrichtenagentur Anadolu am Mittwochabend, die Türkei sei auf dem zweiten Höhepunkt der ersten Welle angelangt.

In Israel wurden erstmals seit Beginn der Pandemie an einem Tag mehr als 3000 Neuinfektionen mit Sars-CoV-2 erfasst. Den dritten Tag in Folge wurde damit ein Rekordwert verzeichnet. Erst am Dienstag waren im Land mit Ende der Sommerferien die Schulen und Kindergärten unter Corona-Beschränkungen wieder geöffnet worden. Eigentlich war es Ziel der Regierung gewesen, die Zahl der Neuinfektionen zuvor deutlich zu drücken. Für 30 Orte mit hohen Infektionszahlen sollen nun von Montag an Lockdown-Maßnahmen gelten. Die Einwohner sollen nur noch in dringenden Fällen das Haus verlassen, etwa zum Einkaufen von Lebensmitteln oder Medikamenten.

Thailand bestätigte erstmals seit 100 Tagen einen offiziell erfassten lokalen Corona-Fall. Der Infizierte sei ein 37-jähriger Häftling, das Virus sei bei einer ärztlichen Untersuchung im Gefängnis nachgewiesen worden, hieß es von den Behörden in Bangkok. Es handle sich um die erste bemerkte lokal übertragene Corona-Neuinfektion seit Ende Mai.

USA wollen ab November mit Corona-Impfungen starten

Während in Deutschland die Tests an möglichen Corona-Impfstoffen noch auf Hochtouren laufen, hat die USA angekündigt, bereits ab November mit Impfungen gegen das Coronavirus starten zu wollen. Alle 50 Bundesstaaten sollen sich demnach auf die Verteilung eines Corona-Impfstoffs an Mitarbeiter des Gesundheitswesens und andere Hochrisikogruppen vorbereiten, berichtet die "New York Times".

Die US-Gesundheitsbehörde CDC trifft Vorbereitungen für die Verteilung einer potenziellen Corona-Impfung bereits ab Ende Oktober. Zugleich räumte sie ein, dass es sich dabei zunächst um ein theoretisches Szenario handelt, wie aus Unterlagen hervorgeht, die von der "New York Times" am Mittwoch veröffentlicht wurden. Die Planungsdokumente wurden an US-Bundesstaaten und Städte verschickt, wie die CDC unter anderem dem Sender CNN bestätigte.

Trump macht sich Corona-Impfstoff für Wahlkampf zu Nutze

Das bedeutet, dass eine Infrastruktur für den Start von Impfungen unmittelbar vor der US-Präsidentenwahl am 3. November geschaffen würde. Den Unterlagen zufolge rechnet die CDC zugleich damit, dass Ende Oktober lediglich zwei Millionen Dosen von einem Impfstoff und eine Millionen Dosen von einem weiteren Impfstoff verfügbar sein könnten.

US-Präsident erhöht Druck auf Gesundheitsbehörde FDA

Präsident Donald Trump hatte die Gesundheitsbehörde FDA im August aufgefordert, mehr Tempo bei der Entwicklung eines Corona-Impfstoffs zu machen. FDA-Chef Stephen Hahn ließ daraufhin in der "Financial Times" durchblicken, dass er eine Notfall-Erlaubnis zum Einsatz eines Impfstoffs in bestimmten Fällen auch vor Abschluss der Phase-3-Tests für möglich halte. Bei diesen Versuchen werden mit einer großen Zahl von Probanden Wirksamkeit und die Sicherheit im Bezug auf mögliche Nebenwirkungen getestet. Deswegen hatten Gesundheitsexperten davor gewarnt, zu schnelles Handels könne das Vertrauen in eine Corona-Impfung gefährden.

Der Chef der US-Forschungsagentur National Institutes of Health (NIH), Francis Collins, verteidigte unterdessen die Planungen der CDC. Es sei zwar unwahrscheinlich, dass ein Impfstoff zu diesem Zeitpunkt bereits fertig sein werde - aber es sei wichtig, frühzeitig Vorbereitungen für seine Verteilung zu treffen.

Corona-Bonus kommt auch für Pflegekräfte in Kliniken

Pflegekräfte mit besonderen Belastungen wegen der Corona-Krise sollen nun auch in Krankenhäusern einen Bonus von bis zu 1000 Euro bekommen - wie Beschäftigte in der Altenpflege. Die gesetzlichen Krankenversicherungen (GKV) stellen 100 Millionen Euro bereit, um Prämien für bis zu 100.000 Klinik-Mitarbeiter zu zahlen. Darauf verständigten sich der GKV-Spitzenverband und die Deutsche Krankenhausgesellschaft (DKG), wie sie erklärten. Die Kliniken sollen in Abstimmung mit Mitarbeitervertretungen festlegen, wer eine Prämie bekommt und in welcher Höhe - je nachdem, wie stark Pflegekräfte in der Behandlung von Corona-Kranken eingesetzt waren.

Den einmaligen Bonus erhalten sollen Pflegekräfte im Sinne der "Pflege am Bett", erläuterten die beiden Verbände. In begründeten Ausnahmen sollen auch andere Beschäftigte etwa in Notaufnahmen eine Prämie bekommen können. Die Mittel aus dem 100-Millionen-Euro-Topf sollen an Krankenhäuser gehen, die bis 30. September eine bestimmte Mindestzahl von Covid-19-Fällen hatten. So soll berücksichtigt werden, wie stark eine Klinik von der Pandemie betroffen ist. Denn die Krise wirkte sich unterschiedlich aus. Teils gab es besondere Vorbereitungen und Belastungen wegen Corona-Patienten in Intensivstationen. Eine Reihe anderer Behandlungen wurde aber auch ausgesetzt oder verschoben.

Die 100 Millionen Euro sollen aus der Liquiditätsreserve des Gesundheitsfonds kommen, in den die Beitragszahlungen der gesetzlich Versicherten fließen. Die beiden Verbände erklärten, dass eine gesonderte Beteiligung der privaten Krankenversicherung erwartet werde. Sie appellierten zudem an die Bundesländer, die Prämie auf bis zu 1500 Euro aufzustocken. So ist es auch beim Corona-Bonus für die Altenpflege. Der Bundestag hatte Prämien von bis zu 1000 Euro im Mai beschlossen. Die Kosten werden mit einer Milliarde Euro veranschlagt - tragen soll dies vorerst die Pflegeversicherung, der Bund hat aber einen Zuschuss angekündigt. Länder oder Arbeitgeber können den Bonus auf bis zu 1500 Euro aufstocken, die steuerfrei bleiben würden.

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sba/bos/news.de/dpa