06.08.2020, 13.55 Uhr

"Eine Form psychischer Gewalt": Bei Corona-Verdacht! Gesundheitsämter wollen Eltern die Kinder wegnehmen

Die Corona-Pandemie zwingt uns mitunter zu drastischen Mitteln, doch dieser Vorstoß geht eindeutig zu weit. Gesundheitsämter in mehreren Bundesländern haben vorgeschlagen, Kinder mit Corona-Verdacht in Quarantäne von ihren Familien zu isolieren. Für den Kinderschutzbund "eine Form psychischer Gewalt".

Gesundheitsämter wollen Kinder unter Corona-Verdacht von ihren Eltern isolieren. Bild: AdobeStock/ and.one

Ein Vorschlag der Gesundheitsämter in einigen Bundesländern sorgt deutschlandweit für Kopfschütteln und entsetzte Gesichter. Wie die "Neue Westfälische" aktuell berichtet, haben die Gesundheitsämter Eltern dazu aufgefordert, ihre Kinder, sollte ein Corona-Verdacht bestehen, während der Quarantäne getrennt vom Rest der Familie zu isolieren.

Gesundheitsämter wollen Kinder unter Corona-Verdacht von ihren Eltern isolieren

Weiterhin heißt es in dem Medienbericht, dass die Kreise Offenbach und Karlsruhe in einer Anordnung gefordert haben, dass es während der Quarantäne keine gemeinsamen Mahlzeiten mit den Kindern geben solle. Bei Zuwiderhandlung sei den Eltern angedroht worden, die Kinder aus der Familie zu nehmen und für die Dauer der Quarantäne in einer geschlossenen Einrichtung unterzubringen.

"Eine Form psychischer Gewalt"! Kinderschutzbund schlägt Alarm

Der Kinderschutzbund zeigte sich entsetzt ob dieses Vorschlags. "Die Situation der Quarantäne ist für Familien, insbesondere für Kinder, ohnehin sehr belastend. Kinder in dieser Phase von ihren Eltern und Geschwistern zu isolieren, ist eine Form psychischer Gewalt", erklärte der Präsident des Kinderschutzbundes Heinz Hilgers. "Der Kinderschutzbund empfindet diese Maßnahmen als unverhältnismäßig und nicht hinnehmbar."

Erhalten hatten die Anordnungen Eltern von Kindern zwischen drei und elf Jahren.

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fka/loc/news.de

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