24.07.2020, 13.33 Uhr

Sonntagsöffnung in Deutschland: Mehr verkaufsoffene Sonntag gefordert! Twitter grillt FDP-Chef 

Um die Konjunktur zu beleben, will Christian Lindner die Sonntagsöffnung ausweiten. Er fordert zwölf verkaufsoffene Sonntage in ganz Deutschland. Doch der Vorschlag des FDP-Chefs stößt auf heftigen Widerstand.

Christian Lindner will die Sonntagsöffnung für Geschäfte in Deutschland ausweiten. Bild: dpa

Um die Konjunktur in der Corona-Krise zu beleben, sollte aus Sicht von FDP-Chef Christian Lindner das Verkaufsverbot an Sonntagen deutlich gelockert werden. "Mir würde schon reichen, wenn die Kommunen an zwölf Sonntagen im Jahr die Geschäfte öffnen könnten", sagte er den Zeitungen der Funke-Mediengruppe. "Wenn uns das rechtssicher gelingt, ohne dass die Kommunen eine Klage der Gewerkschaften fürchten müssen, wäre viel erreicht."

Konjunkturplus durch Sonntagsöffnung! Christian Lindner fordert 12 verkaufsoffene Sonntage pro Jahr

Allerdings wäre eine Lockerung "kein Allheilmittel für die Konjunktur", heißt es weiter. Auch dürfte klar sein, dass eine Sonntagsöffnung nicht heiße, dass jemand sechs oder sieben Tage arbeiten müsse. Das könne über entsprechende Arbeitszeitmodelle abgefedert werden.Erst vor wenigen Tagen hat die Linken-Chefin Katja Kipping gefordert, die reguläre Arbeitszeit auf eine Vier-Tage-Woche zu kürzen.

Die Kauflaune der Deutschen hat sich angesichts der Corona-Pandemie deutlich verschlechtert. "Wenn wir fortwährend über eine zweite Infektionswelle sprechen, dann schürt das natürlich Ängste", ist sich Christian Lindner sicher. "Ich würde eher darauf abstellen, dass unser Gesundheitssystem mit der ersten Welle fertig geworden ist - besser als gedacht und im internationalen Vergleich sehr vorzeigbar." Je nach Bundesland ist die Ladenöffnung an Sonntag unterschiedlich geregelt. Während in Baden-Württemberg drei verkaufsoffene Sonntag erlaubt sind, sind es in Berlin acht.

"Ich würde ihn gern mal bei der Arbeit sehen!" Twitter ätzt gegen FDP-Vorschlag

Auf Twitter kommt der Vorschlag der FDP jedoch alles andere als gut an. "Zur Belebung der #Konjunktur brauchen die Menschen in erster Linie #Geld in den Taschen! Zum Beispiel das, was unsere hochgeschätzte Regierung in Form von Hunderten #Milliarden verschenkt, um es nachher durch Steuererhöhung wieder einzutreiben", heißt es in einem Tweet

"Ich würde #lindner gerne mal hinter einer Kasse sehen, wie er all diese Menschen freundlich, an einem #Sonntag bedient. Überhaupt würde ich ihn gerne mal bei der Arbeit mit Menschen sehen", wütet eine Twitter-Nutzerin. "Die Forderung passt ja zu dem Stellenabbau und zu der Kurzarbeit in Deutschland wie die Faust aufs Auge. Der #Lindner hat's einfach drauf", kritisiert ein anderer. "Sommerloch mit @c_lindner. Der alte Geist der #Sonntagsöffnungen. Ich bezweifle, dass viele Menschen das Geld dazu haben & mit Maske, sofern sie sie noch tragen, einkaufen zu gehen. Aber gut, kommt eh nicht, von daher, lassen wir der @fdp @fdpbt ihren Spaß", heißt es in einem anderen Tweet.

"Traurig dass die @fdp denkt nur Konsum kann unsere Welt retten ...#klimakrise #shopshatyouneed #reuse", schreibt ein Twitter-Nutzer. "Damit mehr Leute mehr Dinge kaufen, die sie offensichtlich nicht brauchen? Das ist wohl diese "Nachhaltigkeit", von der alle sprechen. Dieses "Umdenken", das wir dank Corona gelernt haben!", fragt sich ein anderer. "Wer betreut die Kinder von Alleinerziehenden am Wochenende, wenn Kitas geschlossen haben??? Dieser Mann ist unerträglich geworden!", will ein weiterer wissen. Eine Antwort darauf gibt es jedoch noch nicht.

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bua/news.de/dpa

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