21.07.2020, 15.24 Uhr

30-Stunden-Woche: Linken-Chefin fordert Vier-Tage-Woche und Twitter explodiert

Die Linken-Chefin Katja Kipping fordert, die Arbeitszeit auf 30 Stunden pro Woche flächendeckend zu reduzieren. Doch mit der Vier-Tage-Woche trifft sie nicht bei allen Arbeitnehmern den Nerv. Auf Twitter bildet sich breiter Widerstand. Dabei zeigen Studien, dass das Modell sogar Arbeitgebern nützt.

Linken-Chefin Katja Kipping fordert die Vier-Tage-Woche für Arbeitnehmer. Bild: dpa

Die Corona-Krise hat unseren Alltag verändert. Nun fordert Linken-Chefin Katja Kipping, die Pandemie zum Anlass für eine flächendeckende Einführung einer Vier-Tage-Arbeitswoche zu nehmen. Ein neues Kurzarbeitergeld könnte als Anschubfinanzierung dienen, sagte sie gegenüber der "Rheinischen Post". Demnach sollen Unternehmen, die die Arbeitszeit entsprechend verkürzten, ein Jahr lang einen Lohnzuschuss erhalten. Danach müsse ein Tarifvertrag oder eine Betriebsvereinbarung über eine Vier-Tage-Woche oder eine Höchstarbeitszeit von 30 Stunden ohne weitere staatliche Finanzierung abgeschlossen werden.

Linken-Chefin fordert Vier-Tage-Woche für Arbeitnehmer

"Die Vier-Tage-Woche macht Beschäftigte glücklicher, gesünder und produktiver", sagte Kipping. Auch die Unternehmen profitierten davon, weil ihre Mitarbeiter weniger Fehler machten, motivierter und seltener krank seien. "Gerade jetzt in der Corona-Krise wäre ein guter Zeitpunkt, um damit anzufangen", sagte die Linken-Chefin weiter. Neu ist der Vorschlag jedoch nicht. Die Linkspartei hatte sich früher bereits mehrfach für eine Vier-Tage-Woche ausgesprochen.

Wirtschaftliche Folgen unklar! Twitter wütet gegen verkürzte Arbeitszeit

Auch im Netz wird die Vier-Tage-Woche heftig diskutiert. "Wenn man in Zeiten, in denen uns die wirklichen wirtschaftlichen Folgen der Pandemie erst noch bevorstehen, die #Viertagewoche fordert, dann hat man entweder jegliche Vernunft abgelegt oder muss arg verzweifelt sein", heißt es in einem Tweet. "Die #VierTageWoche ist für viele Menschen schon heute Realität und wird die neue Normalität werden. Mit und ohne Linke", hält ein anderer dagegen. "Die wegfallenden Stunden müssen ja entweder ausgeglichen oder auf die anderen Tage geschoben werden. Bei 8 Stunden täglich (außer freitags) sage ich nicht Nein, aber bei der Idee bin ich als AN skeptisch", heißt es in einem weiteren Tweet.

"Die #Viertagewoche ist auch aus Klimaschutzsicht sinnvoll. Aber einfach nur die Arbeit um eine Tag reduzieren ohne mehr Lohn funktioniert nicht", meint ein Twitter-Nutzer. "Die wirtschaft arbeitet immer effizienter, doch wir arbeiten soviel wie früher. Denn nur so ist Wachstum möglich. Doch soviel müssen wir gar nicht produzieren. Das zeigt sich schon an den riesigen Müllmengen.
@katjakipping hat recht: #Viertagewoche jetzt", fügt ein weiterer an. "Wenn ich hier die ganzen Gegner der #viertagewoche höre, die absolut Null Ahnung haben, könnte man kotzen. Deutschland ist das Land, das die brutalste Fließbandarbeit der Welt hat, immer schneller, schneller schneller - so die Devise der Unternehmen + für immer weniger Lohn", kritisiert ein anderer Twitter-Nutzer die Gegner der Vier-Tage-Woche.

Studie beweist: Vier-Tage-Woche für Arbeitnehmer und Arbeitgeber ein Gewinn

Während die Kritik an der Vier-Tage-Woche massiv ist, beweisen Wissenschaftler, dass das Modell durchaus funktioniert. Eine Studie der University of Auckland in Neuseeland zeigte, dass die Produktivität der Mitarbeiter bei weniger Arbeit und gleicher Entlohnung zunimmt. Wie das "Redaktionsnetzwerk Deutschland" schreibt, stieg die Produktivität bei Microsoft in Japan um 40 Prozent und in einer norwegischen Großmolkerei um 50 Prozent, obwohl die Arbeitszeit um 20 Prozent verringert wurde. Dies zeigt, dass sowohl Arbeitnehmer als auch Arbeitgeber von einer Vier-Tage-Woche profitieren können.

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bua/loc/news.de/dpa

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