17.06.2020, 10.08 Uhr

Coronavirus-News aktuell: Wettrennen um Sars-CoV-2-Impfstoff! Kommt uns DIESES Land zuvor?

Auf der Suche nach einem Corona-Impfstoff beginnt ein Wettlauf mit der Zeit. Deshalb hat sich Deutschland einen Impf-Deal mit einem deutschen Unternehmen gesichert. Aber einige Länder sind bereits viel weiter. Wie weit ist die Forschung aktuell?

Welches Unternehmen entwickelt zuerst einen Corona-Impfstoff? (Symbolfoto) Bild: Adobe Stock/ Andreas Prott

Weltweit ist ein Wettlauf entstanden, wer den ersten Impfstoff gegen das Coronavirus entwickelt. Wann es so weit ist, ist ungewiss. Um den Schutz der Menschen zu gewährleisten, beteiligt sich Deutschland an einem deutschen Biotech-Unternehmen.

Coronavirus-News aktuell! Deutschland sichert sich Impfdosen

Im globalen Rennen um einen Corona-Impfstoff steigt der Bund beim deutschen Biotech-Anbieter Curevac ein und will ihn so auch gegen eine mögliche Übernahme aus dem Ausland absichern. Wie Bundeswirtschaftsminister Peter Altmaier (CDU) am Montag sagte, übernimmt die staatliche Förderbank KfW für 300 Millionen Euro rund 23 Prozent der Anteile. Ziel des Schrittes sei, dem Unternehmen von Mehrheitseigner Dietmar Hopp finanzielle Sicherheit zu geben. Auf Geschäftsentscheidungen wolle der Staat keinen Einfluss nehmen. Die Firma mit Sitz in Tübingen forscht seit Januar an einem Impfstoff.

Altmaier sagte, die Beteiligung sei zugleich industriepolitisch von hoher Bedeutung. Wichtige Forschungsergebnisse und Technologien würden in Deutschland und Europa gebraucht. Hintergrund sei auch das Ziel der Bundesregierung, bei der Herstellung von Wirkstoffen und in der Impfstoffproduktion mehr Unabhängigkeit zu erreichen. "Mit dieser Investition tun wir einen ersten Schritt in diese Richtung."

Bei dem Einstieg war nach Regierungsangaben Eile geboten. "Der beabsichtigte Erwerb einer Bundesbeteiligung an Curevac soll sicherstellen, dass das Unternehmen nicht durch einen ausländischen Investor übernommen wird und ins Ausland abwandert", heißt es in einer Mitteilung des Finanzministeriums an den Bundestag, über die zuerst die "Welt" (Dienstag) berichtete. Es sei "von besonderem Bundesinteresse, eine Grundversorgung der Bevölkerung in Deutschland mit dem Impfstoff sicherzustellen", heißt es im Schreiben, das der Deutschen Presse-Agentur vorliegt. Curevac beabsichtige Mitte Juli einen Börsengang in New York. Die Entscheidung zum Bundeseinstieg sei wegen kapitalmarktrechtlicher Vorgaben "höchst eilbedürftig" gewesen.

Erste Test-Phase bei Curavec beginnt im Juli

Das Unternehmen befindet sich aber noch in der ersten Phase des Impfstoff-Entwicklungsprozesses. Curevac hat angekündigt, in diesem Monat eine erste klinische Studie zu beginnen. Das Unternehmen wurde im Jahr 2000 aus der Universität Tübingen heraus gegründet und beschäftigt 460 Mitarbeiter. Auf der Firma ruhten bereits die Hoffnungen, bevor sich das Coronavirus in Deutschland ausbreitete. Ende Januar erteilte die internationale Impfstoffkooperation CEPI dem Unternehmen eine Förderzusage von 8,3 Millionen US-Dollar (rund 7,5 Millionen Euro).

Rennen um einen Corona-Impfstoff! China und Großbritannien weit vorn

Auch andere Länder kämpfen gegen die Zeit, um schnellstmöglich einen Corona-Impfstoff marktreif zu entwickeln. So ist bereitsCanSino Biologics aus China am weitesten fortgeschritten. Sie haben ihre Daten zu zweiten Phase veröffentlicht und konnten zeigen, dass der Stoff wirkt. "Auf den chinesischen Impfstoff kann sich Europa nicht verlassen", sagt Prof. Ulf Dittmer, Chefvirologe der Uniklinik Essen in "Bild": Der Markt sei "sehr speziell", Medikamente würden "nur für China" bereitgestellt, ergänzt der Wissenschaftler.

In Europa führt AstraZeneca (England/Schweden) das Rennen an. "Das Unternehmen hat eine kombinierte Phase-II-III-Studie mit 10 000 Probanden begonnen. Daher das Interesse auch der Bundesregierung", schreibt "Bild".Die US-Firma Moderna will im Juli mit der dritten Forschungsphase beginnen. das berichteten mehrere Medien in der Vergangenheit.

Covid-19-Schutz! Wie viele Impfstoffe kommen wirklich auf den Markt?

Nach Angaben des Verbandes forschender Pharma-Unternehmen von Mai gab es weltweit mehr als 120 Impfstoff-Projekte, von kleinen Firmen wie Curevac und Biontech (Mainz) bis zu Konzernen wie Sanofi und GlaxoSmithKline. Laut der Beratungsgesellschaft EY hat die Branche in kürzester Zeit bis Anfang Juni 161 Impfstoff-Kandidaten sowie 242 therapeutische Test-Wirkstoffe hervorgebracht.Aber: "Erfahrungsgemäß werden es nur drei bis fünf Impfstoffe auf den Markt schaffen. Die anderen Hersteller werden sich zurückziehen und haben umsonst investiert", sagt Prof. Ulf Dittmer.

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Deutschland sichert Impfdosen für EU-Staaten

Nach Angaben des Bundesgesundheitsministeriums vom Wochenende haben Deutschland, Frankreich, Italien und die Niederlande einen ersten Vertrag über mindestens 300 Millionen Impfdosen gegen das Coronavirus geschlossen. Vertragspartner ist das Pharmaunternehmen AstraZeneca. Profitieren sollen demnach alle EU-Staaten, die dabei sein wollen.

Um bestimmte Präparate "Made in Germany" besser vor Übernahmen ausländischer Investoren zu schützen, hatte die Bundesregierung Ende Mai auch eine schärfere Außenwirtschaftsverordnung beschlossen. Demnach greift künftig eine Meldepflicht, wenn Firmen aus Ländern außerhalb der Europäischen Union Anteile von mehr als 10 Prozent an deutschen Firmen erwerben wollen, die Impfstoffe, Arzneimittel oder persönliche Corona-Schutzausrüstung entwickeln oder herstellen.

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Video: news.de

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bos/sig/news.de/dpa

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