26.05.2020, 15.09 Uhr

Corona-Lockerungen aktuell: Sachsen, NRW und Co.: DAS ist in Ihrem Bundesland wieder erlaubt

Die Bundesländer können im Kampf gegen die Corona-Pandemie über die Lockerungen in eigener Verantwortung entscheiden. Wir geben einen Überblick, was in welchem Bundesland wieder erlaubt ist.

Michael Kretschmer (CDU), Ministerpräsident von Sachsen. Bild: dpa

Gastronomie, Tourismus, Schulen, Museen - in vielen Lebensbereichen bekommen die Deutschen Tag für Tag wieder mehr Freiheiten. Doch nicht in allen Bundesländern gelten die selben Regeln. Wir geben einen Überblick, was in Ihrem Bundesland wieder erlaubt ist. Doch beachten Sie: Die Lockerungen erfolgen in aller Regel unter Auflagen wie Abstands- und Hygienebestimmungen. Zudem gilt weiterhin die bundesweite Maskenpflicht in Handel und Nahverkehr.

Coronavirus-News aktuell: Bund und Länder uneinig bei Corona-Lockerungen

Ramelow und auch Sachsens CDU-geführte Regierung wollen wegen landesweit niedriger Ansteckungszahlen vom 6. Juni an statt landesweiter Regeln nur noch lokale Einschränkungen haben - abhängig von der Lage in den jeweiligen Kommunen. Der Bund mit Kanzlerin Angela Merkel an der Spitze sowie das besonders stark betroffene Bayern setzen dagegen weiter auf möglichst verbindliche und überregional geltende Anordnungen.

Corona-Zoff in der Regierung: Angela Merkel hat keine Lust mehr

Zuletzt war allerdings fraglich, ob es Bundesregierung und Länder schaffen, eine einheitliche Linie festzuzurren. Eine Runde der Staatskanzleien am Montag unter Leitung des Kanzleramts war ergebnislos geblieben. Selbst Angela Merkel hat so langsam keine Lust mehr auf endlose Diskussionen mit den Ministerpräsidenten und legte Videoschalten vorerst auf Eis.Jedes Bundesland macht somit weitestgehend was es will.

Corona-Lockerungen aktuell: Überblick einzelne Bundesländer

BADEN-WÜRTTEMBERG

Speiselokale dürfen wieder öffnen, Bars müssen geschlossen bleiben.Ferienwohnungen, Campingplätze und Wohnmobilstellplätze können wieder öffnen, soweit eine Selbstversorgung möglich ist. Hotels dürfen vom 29. Mai an öffnen, ausgenommen sind Wellnessbereiche.Wann Freibäder öffnen dürfen, ist noch nicht absehbar. Freizeitparkfans können sich auf den 29. Mai freuen. Der Aufenthalt draußen ist auch mit Angehörigen eines weiteren Haushalts gestattet. In privaten Räumen sind Treffen mit Geschwistern und deren Familien, aber auch Treffen mit Angehörigen eines weiteren Haushalts möglich. Mitte Juni sollen alle Schüler zumindest zeitweise wieder Präsenzunterricht erhalten. In den Kitas dürfen bisher höchstens 50 Prozent der Kinder, die normalerweise die Einrichtung besuchen, gleichzeitig dort betreut werden.

BAYERN

Außenbereiche von Restaurants dürfen öffnen, Innenräume seit Montag. Für auf den Getränkeausschank ausgerichtete Lokale wie Bars gibt es noch keine Perspektive. Hotels und Ferienwohnungen dürfen ab 30. Mai wieder öffnen. Freizeitparks dürfen ab 30. Mai öffnen, Freibäder und Schwimmbadanlagen im Freien ab 8. Juni. Es können sich sowohl im privaten wie auch im öffentlichen Raum mehrere Angehörige von zwei Haushalten treffen. Einige Jahrgänge sind wieder an den Schulen, erst nach den Pfingstferien Mitte Juni sollen alle Schüler zumindest tageweise in die Schule gehen. Bis 1. Juli sollen auch alle Kinder zurück in Kindergärten und Krippen dürfen.

BERLIN

Essen in Restaurants ist möglich. Reine Schankwirtschaften, darunter auch Bars, müssen geschlossen bleiben. Hotels und Ferienwohnungen können seit Montag öffnen. Freibäder können seit Montag öffnen. Größere Freizeitparks gibt es nicht. Es können sich sowohl im privaten wie auch im öffentlichen Raum mehrere Angehörige von zwei Haushalten treffen. Bis zum Sommer soll jedes Kita-Kind wieder ein Betreuungsangebot erhalten. Bis Ende Mai sollen alle Schüler mit verringerter Stundenzahl in die Schulen gehen.

BRANDENBURG

Restaurants können öffnen, Bars bleiben geschlossen. Ferienwohnungen dürfen Gäste aufnehmen, Hotels seit Montag. Nur kleine Freizeitparks mit Draußen-Angebot sind mit Einschränkungen geöffnet. Freibäder können ab 28. Mai öffnen. Kontakte von zwei Hausständen sind erlaubt - im
öffentlichen Raum wie im privaten Bereich. Allen Schülern wird vor den Sommerferien, der Schulbesuch und die Teilnahme am Präsenzunterricht mindestens tage- oder wochenweise ermöglicht. Bei Kitas soll ein eingeschränkter Regelbetrieb anlaufen.

Ab Donnerstag (28. Mai) sind Demonstrationen und Gottesdienste im Freien mit bis zu 150 Teilnehmern erlaubt, wie Brandenburgs Ministerpräsident Dietmar Woidke (SPD) ankündigte. Außerdem dürfen sich draußen wieder bis zu zehn Menschen treffen. Zudem dürfen die coronabedingt geschlossenen Theater, Kinos und Konzerthäuser in Brandenburg ab 6. Juni unter Auflagen wieder öffnen. Die Theater und Kinos hatten seit Mitte März geschlossen.

BREMEN

Restaurant- und Kneipenbesuche sind möglich. Es gelten ein Thekenverbot, Sitzplatz- und Bedienpflicht. Bars bleiben weiterhin geschlossen. Hotels und Ferienwohnungen dürfen öffnen. Die ersten Freibäder können ab 1. Juni öffnen, ab 15. Juni sollen Freibäder bei Vorlage eines Hygienekonzeptes generell geöffnet werden. Größere Freizeitparks gibt es nicht. Es können sich mehrere Angehörige aus zwei Haushalten im öffentlichen Raum treffen. Alle Schulklassen werden schrittweise zurückgeholt. Ab 1. Juni sollen alle Vorschulkinder wieder in Kitas kommen.

HAMBURG

Der Hamburger Senat hat weitere Lockerungen von Schutzmaßnahmen gegen das Coronavirus beschlossen. Die Regelungen betreffen vor allem die Bereiche Sport, Freibäder, Freizeit, Kultur und Seniorenarbeit. Voraussetzungen für alle Maßnahmen sind Hygienekonzepte, die von den jeweiligen Betreibern vorgelegt werden müssen, sowie das Einhalten der Abstandsregel von mindestens 1,5 Metern und die Datenerfassung der Besucher für eine mögliche Kontaktnachverfolgung im Falle eines Infektionsgeschehens. "Unsere Strategie bleibt bestehen, dass wir sehr vorsichtig sind", sagte Bürgermeister Peter Tschentscher (SPD) am Dienstag in Hamburg nach der Senatssitzung. Im Moment sei das Infektionsgeschehen sehr niedrig. "Wir wollen diese erfolgreiche Linie fortsetzen."

Kindertagesstätten werden weiter geöffnet. Etwa auch für das soziale Miteinander wichtige Einrichtungen wie die Seniorentreffs in den Bezirken dürfen ihre Türen wieder öffnen. Weitere Lockerungen gibt es auch für Obdachlose. Tageseinrichtungen und Treffs dürfen wieder tagsüber öffnen. Auch Angeboten der Jugendhilfe dürfen wieder öffnen.

Kinos dürfen von Mittwoch an wieder öffnen. Großveranstaltungen sind bis Ende August untersagt, doch schon bald dürfen Live-Kulturveranstaltungen unter freiem Himmel mit bis zu 50 Personen wieder stattfinden. Von Mittwoch an darf unter besonderen Bedingungen und Hygienevorschriften in Fitness- und Sportstudios sowie Yogastudios wieder trainiert werden. Hier ist etwa ein Abstand von 2,5 Metern zu anderen Personen einzuhalten. Am 2. Juni dürfen die Freibäder wieder öffnen.

HESSEN

Gaststätten und Bars sind geöffnet, pro fünf Quadratmeter Fläche ist nur ein Gast erlaubt. Hotels und Ferienwohnungen können aufsperren. Für Freibäder ist der Zeitpunkt für eine Wiedereröffnung noch unklar. Freizeitparks können wieder öffnen. Im öffentlichen Raum dürfen wieder Angehörige von zwei Haushalten gemeinsam unterwegs sein. Kitas sollen zum 2. Juni wieder in den eingeschränkten Normalbetrieb übergehen. Der Unterricht an den Schulen hat schrittweise wieder begonnen.

MECKLENBURG-VORPOMMERN

Restaurants sind geöffnet. Bars müssen noch geschlossen bleiben. Seit Montag sind Hotels und Ferienwohnungen auch für Bürger aus anderen Bundesländern geöffnet - und nicht mehr nur für Einheimische. Freibäder dürfen seit Montag wieder öffnen. Freizeitparks sind geschlossen. Im öffentlichen und privaten Raum können sich mehrere Angehörige von zwei Haushalten treffen. Die Schüler kehren bereits schrittweise in die Schulen zurück. Seit Montag stehen Kitas wieder allen Kindern offen.

NIEDERSACHSEN

Restaurants sind geöffnet, Bars noch zu. Ferienwohnungen dürfen schon länger betrieben werden,
Hotels dürfen seit Montag mit maximal 60 Prozent Auslastung öffnen. Freibäder dürfen seit Montag wieder öffnen, das gleiche gilt für Freizeitparks. Es dürfen sich Angehörige von zwei Haushalten in der Öffentlichkeit treffen. Die Notbetreuung in den Kitas wird sukzessive ausgeweitet, die Rückkehr zum Regelbetrieb ist für den 1. August geplant. Schüler kehren nach und nach zurück, vom 15. Juni an haben alle Jahrgänge wieder Unterricht in den Schulen.

NORDRHEIN-WESTFALEN

Restaurants sind geöffnet. Bars müssen meist geschlossen bleiben, entschieden wird im Einzelfall vor Ort. Hotels und Ferienwohnungen können aufmachen. Freibäder dürfen öffnen, der Mindestabstand gilt auch in den Schwimmbecken. Freizeitparks dürfen Besucher hereinlassen. Es dürfen sich Mitglieder aus zwei Familien in der Öffentlichkeit treffen. Kita-Kinder und Schüler kehren schrittweise zurück. Ab Ende Mai sollen alle Schüler tageweise Präsenzunterricht erhalten, ab 8. Juni soll es einen "eingeschränkten Regelbetrieb" für alle Kita-Kinder geben.

RHEINLAND-PFALZ

Gaststätten und Bars dürfen öffnen. Allerdings müssen Thekenbereiche geschlossen bleiben. Hotels dürfen wieder für Touristen öffnen, Ferienwohnungen wieder vermietet werden. Freibäder sollen am 27. Mai öffnen dürfen, Freizeitparks am 10. Juni. Im öffentlichen Raum können sich Angehörige aus bis zu zwei Haushalten treffen. Der Unterricht hat stufenweise wieder begonnen, alle Schüler sollen bis Mitte Juni wieder zur Schule gehen. Die Kitas sollen ab dem 2. Juni für alle öffnen, wenn auch mit Einschränkungen.

SAARLAND

Restaurantbesuche sind möglich. Bars können ebenfalls öffnen, bewirtet wird allerdings ausschließlich an Tischen, ein Aufenthalt an der Theke ist nicht gestattet. Hotels und Ferienwohnungen dürfen wieder für den Tourismus öffnen. Es ist unklar, wann Freibäder und Freizeitparks wieder öffnen dürfen. Drinnen wie auch draußen können sich Angehörige aus bis zu
zwei Haushalten treffen. In Kitas und Schulen soll es spätestens bis zu den Sommerferien "wieder einen möglichst regulären Betrieb geben".

SACHSEN

Restaurants und Bars dürfen öffnen. Hotels und Ferienwohnungen können öffnen. Freibäder und Freizeitparks dürfen öffnen, sofern sie ein genehmigtes Hygienekonzept haben. Es können sich zwei Hausstände treffen. Sachsens Kitas und Grundschulen können im eingeschränkten Regelbetrieb für alle Kinder öffnen. Schüler an weiterführenden Schulen sollen zumindest teilweise wieder an den Schulen unterrichtet.

Sachsens Gesundheitsministerin Petra Köpping (SPD) hatte einen Wechsel im Umgang mit Corona-Einschränkungen angekündigt. Anstelle von Verboten soll es künftig Gebote geben. So plant Sachsen Erleichterungen für den Besuch von Alten- und Pflegeheimen: "Wir wollen mit der neuen Verordnung eine Ermöglichungshaltung schaffen", sagte Köpping. Familienfeiern sollen wieder in einem größerem Rahmen möglich sein - im Gespräch sind hier 50 Leute. Es gehe darum, wie viele Menschen die Gesundheitsämter im Bedarfsfall nachverfolgen können. Ob es weitere Erleichterungen bei Kontakten gibt, ist noch Gegenstand der Debatte. Busreisen sollen wieder möglich sein.

Man wisse jetzt viel über die Krankheit und Übertragungswege, rechtfertigte Ministerpräsident Michael Kretschmer (CDU) die weiteren Lockerungen. Es gebe ein niedriges Infektionsrisiko im Freistaat, in neun Landkreisen von Montag auf Dienstag keine neuen Infektionen mehr. Deshalb sei es richtig, den "Staat weiter zurückzunehmen" und die Eigenverantwortung der Menschen zu stärken. Aber: Der Mundschutz werde weiter für den öffentlichen Nahverkehr oder den Einzelhandel gelten.

SACHSEN-ANHALT

Alle Restaurants dürfen wieder öffnen. Bars dürfen ab 28. Mai wieder öffnen. Ferienwohnungen können öffnen, Hotels ebenfalls - zunächst aber für Gäste aus dem eigenen Land. Ab 28. Mai sollen Urlaube für Touristen aus ganz Deutschland möglich sein. Freibäder und Freizeitparks dürfen ab 28. Mai wieder öffnen. Zusammenkünfte von bis zu fünf Menschen sind erlaubt, auch wenn diese nicht gemeinsam in einem Haushalt leben. Vom 28. Mai an dürfen zu privaten Feiern bis zu 20 Gäste eingeladen werden. Ab 2. Juni sollen Kitas und Schulen zu einem regulären Betrieb zurückkehren.

SCHLESWIG-HOLSTEIN

Restaurants und Bars können öffnen. Freibäder und Freizeitparks bleiben bis auf weiteres geschlossen. Es können sich sowohl im privaten wie auch im öffentlichen Raum mehrere Angehörige von zwei Haushalten treffen. Seit Montag beginnt für weitere Jahrgänge wieder
die Schule. Das gilt für die Klassen 1 bis 3 an den Grundschulen sowie die Jahrgänge 8, 9 und 10 an Gemeinschaftsschulen und Gymnasien. Vom 1. Juni an soll in den Kitas ein eingeschränkter
Regelbetrieb gelten.

THÜRINGEN

Restaurants und Bars können öffnen. Hotels und Ferienwohnungen dürfen aufmachen. Freibäder können ab dem 1. Juni öffnen, über Freizeitparks entscheiden die Kreise in eigener Regie. Draußen und auch drinnen dürfen sich die Mitglieder von zwei Haushalten treffen. Die Kommunen konnten selbst entscheiden, ob sie in den Kindergärten einen eingeschränkten Regelbetrieb anbieten. Bis spätestens 15. Juni soll dieser in allen Kitas starten. In den Schulen sollen spätestens nach Pfingsten wieder alle Schüler am Präsenzunterricht teilnehmen können.

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fka/loc/news.de

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