30.04.2020, 07.44 Uhr

Coronavirus-News aktuell: SO soll der Schulstart ab 4. Mai für alle Schüler laufen

Unter welchen Voraussetzungen kann der Schulbetrieb am 4. Mai wieder hochgefahren werden? Und in welcher Reihenfolge? Dafür soll es jetzt ein Rahmenkonzept geben. So soll der Schulstart in der Corona-Krise klappen.

Unter welchen Voraussetzungen kann der Schulbetrieb wieder hochgefahren werden? Bild: dpa

Die Kultusminister der Länder wollen sich an diesem Dienstag auf ein Konzept für die weitere Öffnung der Schulen in der Corona-Krise verständigen. Dabei geht es unter anderem darum, wie der Unterricht unter besonderen Hygiene- und Schutzmaßnahmen für weitere Jahrgänge wieder aufgenommen werden kann.

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Kultusminister einig: Jeder Schüler soll noch vor Ferien mal in die Schule

Trotz Corona-Beschränkungen sollen alle Schüler vor den Sommerferien zumindest tageweise die Schule besuchen können. Das schlagen die Kultusminister der Länder den Ministerpräsidenten und Kanzlerin Angela Merkel (CDU) in einem Konzept vor, das der Deutschen Presse-Agentur vorliegt. "Jede Schülerin und jeder Schüler soll bis zu dem Beginn der Sommerferien tage- oder wochenweise die Schule besuchen können", steht in dem Papier, über das Bund und Länder an diesem Donnerstag beraten sollen. Es lag der dpa am Dienstag in übereinstimmenden Beschlussvorlagen vor.

Einen uneingeschränkten regulären Schulbetrieb für die rund elf Millionen Schüler in Deutschland wird es vor den Sommerferien laut Kultusministerkonferenz (KMK) aber nicht geben. Nach dem jetzigen Stand in der Corona-Krise sei dies aufgrund des Abstandsgebots von mindestens 1,50 Meter nicht möglich, hieß es in einem am Dienstag beschlossenen gemeinsamen Konzept. Ein Mix aus Präsenzunterricht und Lernen daheim solle ausgebaut, digitales Lehren und Lernen weiterentwickelt werden.

Coronavirus-News: Schulöffnung aktuell geplant für 4. Mai

Die meisten Bundesländer planen eine weitere teilweise Schulöffnung für den 4. Mai. Dabei sollen zunächst die Jahrgänge in die Kurs- und Klassenräume zurückkehren, die im kommenden Schuljahr vor Prüfungen stehen. Auch für die ältesten Grundschüler soll es den Planungen zufolge in den meisten Ländern dann wieder losgehen. In nahezu allen Bundesländern sind seit Anfang der vergangenen Woche die ersten Schüler wieder in die Klassenräume zurückgekehrt, allerdings nur die Abschlussklassen - für Prüfungen oder Prüfungsvorbereitungen.

Coronavirus aktuell: So soll der Schulstart in der Corona-Krise klappen

Bei einer Telefonkonferenz hatten die Kultusminister am Montag rund zwei Stunden lang über ein "Rahmenkonzept für die Wiederaufnahme von Unterricht in den Schulen" in der Corona-Krise gesprochen. Der Entwurf sollte danach noch in einzelnen Punkten überarbeitet werden. Das Konzept soll der Ministerpräsidentenkonferenz für die nächste Beratung mit Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) zugeleitet werden, die für Donnerstag geplant ist.

Am Mittag (13.45 Uhr) will sich die Vorsitzende der Kultusministerkonferenz, die rheinland-pfälzische Bildungsministerin Stefanie Hubig (SPD), in Mainz zu dem Konzept äußern. Dann soll klar sein, wie der Schulstart in der Corona-Krise gelingen soll.

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Schulen trotz Coronavirus in Norwegen wieder offen - Vorbild für Deutschland?

In Norwegen sind Schüler bis zur vierten Klasse schon wieder im Unterricht zurück. Nach eineinhalb Monaten wurden in dem skandinavischen Land die Bildungseinrichtungen für jüngere Kinder am Montag wieder geöffnet. Betroffen sind nach Angaben des Rundfunksenders NRK insgesamt 250.000 Kinder. Nun gelten Abstandsregeln. Vielerorts wurden Schüler in kleinere Klassengruppen eingeteilt. Kinder, die einer Risikogruppe angehören, sollen weiter aus der Ferne unterrichtet werden.

Kindergärten sind in Norwegen bereits seit einer Woche wieder offen, nachdem sie ebenso wie die Schulen seit dem 12. März geschlossen waren. Als Ziel gab die Regierung aus, dass alle Schüler bis zum Sommer in geeigneter Weise zurück in die Schulen kommen. Alle schriftlichen und mündlichen Abschlussprüfungen für Schüler der Oberstufenklassen wurden abgesagt. Die Erfahrungen aus Skandinavien dürften auch für andere Länder wie Deutschland interessant sein.

Erziehungswissenschaftler raten: Sprechen Sie mit Ihren Kindern

Wie kann man sich selbst und seine Kinder bestmöglich auf den Schulstart vorbereiten? Gegenüber der "Bild"-Zeitung empfiehlt Dr. Albert Wunsch, Erziehungswissenschaftler, den Eltern, offen mit ihren Kindern über das Thema Corona zu sprechen.„Eltern können einen sich und andere schützenden Umgang mit den Kindern üben, so wie beispielsweise auch der Schulweg eingeübt wurde", so der Pädagoge gegenüber "Bild". Je mehr die Kinder über das Virus wissen, desto weniger Angst brauchen sie zu haben. Und umso besser können sie sich selbst vor einer Ansteckung schützen.

Schulsenator erwartet Fernunterricht teils auch noch nach dem Sommer

Hamburgs Schulsenator Ties Rabe (SPD) geht davon aus, dass es auch im nächsten Schuljahr zumindest teilweise Fernunterricht geben wird. Es sei schwierig, Prognosen zu machen, sagte er am Dienstag dem Sender NDR Info vor der am Dienstag geplanten weiteren Beratung der Kultusminister über ein gemeinsames Konzept zur schrittweisen weiteren Öffnung der Schulen. Er gehe davon aus, dass auch im kommenden Schuljahr der Fernunterricht fester Bestandteil des Schulalltags sein werde. "Deswegen müssen wir alles tun, dieses ganz neue Feld, in das wir jetzt ganz stürmisch hineingeschubst worden sind, zu ordnen, Qualitätskriterien anzulegen und den Lehrern, Schülern und Eltern Rückenwind zu geben."

Für dieses Schuljahr schließt er eine Rückkehr zum normalen Unterricht aus. "Ich glaube, garantieren kann man zum jetzigen Zeitpunkt nur, dass der normale Schulbetrieb vor den Sommerferien auf keinen Fall wieder losgehen wird", sagte Rabe. Das Konzept der Kultusminister soll Grundlage für die Gespräche der Ministerpräsidenten mit Kanzlerin Angela Merkel (CDU) am Donnerstag sein.

"Wir Kultusminister haben dann den Vorschlag, dass wir insbesondere wünschen, dass bis zu den Sommerferien aus jeder Klassenstufe die Schülerinnen und Schüler wenigstens in der Schule sein können, das heißt nicht die ganze Woche, das heißt vermutlich auch nicht jeden zweiten Tag so wie jetzt bei den Abschlussklassen aber so rund einmal in der Woche. Das wäre schon schön." Dort könnten die Schüler Tipps zum Lernen zuhause bekommen und Materialien sichten. Das sei aus pädagogischen Gesichtspunkten wichtig. Aber das hänge ab von der Entwicklung der Krankheit ab, und werde entschieden von der Kanzlerin und den 16 Ministerpräsidenten.

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rut/news.de/dpa

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